A Travellerspoint blog

Chapter 4: Slowly blending in

In this episode read about a large scale police operation!

sunny 35 °C
View Map: Let's Do summer... on NoUturners's travel map.

Welcome back! Nach unseren ersten noch vom Jet Lag berauschten Erzählungen möchten wir euch nun endlich auch Perth, unser Gastgeber für die nächsten Wochen, kurz vorstellen.

Gegründet wurde Perth, die Stadt am Swan River (dessen Mündung übrigens wenige Kilometer südlich in Fremantle liegt) offiziell im Jahre 1856 . Benannt wurde sie auf Wunsch des britischen Kriegs- und Kolonialminister Sir George Murray nach der schottischen Stadt Perth, in der er geboren und gestorben war. "The City of Perth" selbst besteht rein formell nur aus einem sehr kleinen Gebiet, unter anderen das CBD, Northbridge (wo das bereits vorgestellte Chinatown liegt) sowie das Regierungsviertel (das wir euch noch zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen werden). Sie gehört jedoch wie alle Kommunen und Vororte (so wie auch Mount Lawley, wo unsere Wohnung liegt) zur "Perth Metropolitan Region". Diese Region wird dann im allgemeinen Verständnis schlicht als "Perth" bezeichnet und zählt nach letzten Statistiken bereits über 2 Millionen Einwohner. Sie ist somit die viertgrößte Stadt des gesamten Landes (nach Sydney, Melbourne und Brisbane), ist jedoch aufgrund ihrer Lage vom Rest des Landes sehr isoliert. Angeblich ist es die am meisten isolierte Stadt der Welt. Die nächste Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern ist Adelaide und liegt 2104 km Luftlinie weit entfernt.

Perth's Herzstück ist der rieisge King's Park (den wir im Laufe unseres Aufenthaltes noch genauer vorstellen werden), der einen herrlichen Blick auf den Swan River und auf die Skyline bietet. Das kleine aber feine Zentrum nennt sich Central Business District, hat eine wunderschöne Fußgängerzone und ist Sitz großer Firmen, deren Gebäude für das typische Bild der soeben erwähnten Skyline verantwortlich sind. Von der Küste weht regelmäßig ein kühles Lüfterl, der "Fremantle Doctor" (bitte, der heißt wirklich so!) direkt vom indischen Ozean bis in das zehn Kilometer entfernte Stadtzentrum herein was vor allem in den heißen Sommermonaten für etwas Abkühlung sorgt. Die Beschreibung des Klimas haben wir direkt aus Wikipedia übernommen, damit ihr uns auch ja keine individuell geschönte Beschreibung vorwerfen könnt:

Das Klima in Perth ist mild, die Sonne scheint beinahe täglich zwischen zehn und vierzehn Stunden lang. Die Aborigines bezeichnen diesen Ort als "Alunga", was frei übersetzt „Ort mit viel Sonne“ bedeutet. Perth hat trockene und heiße Sommer, die in Küstennähe nachmittags regelmäßig von der steifen Brise des Fremantle Doctor abgekühlt werden. Im Sommer kann es an extrem heißen Tagen bis zu 46 °C werden. Die Winter sind in der Regel mit 17 °C sehr mild, können aber auch bis etwa 1 °C kalt werden.

Und noch was für die "Panorama-Abteilung": Die uns bekanntesten in Perth geborenen Berühmtheiten sind die Schauspieler Heath Ledger, Sam Worthington und Judy Davis. Wikipedia wirft auch eine gewisse "Tamee Harrison, österreichische Popsängerin" aus. Wir haben keine Ahnung wer das sein soll. Wer auch immer von euch sie kennt: Also, sie kommt aus Perth. Wisst ihr das nun auch.

Soweit zur versprochenen, kurzen Vorstellung. Ihr habt euch ein paar Eindrücke von Perth's Zentrum verdient:

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Auch sehr interessant. Die Schlange an der Bushaltestelle ist den britischen Vorfahren unwürdig, erinnert eher an einen südeuropäischen Sauhaufen:

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So, es wird Zeit für eine kleine Geschichte. Passt auf, lest gut mit. Der Forrest Place, jener schon mehrfach vorgestellte Platz, der von Frühling bis Herbst jeden Freitag Abend mit internationalen Essensständen ("Twilight Hawkers Market") und unter der Woche mit kühlenden Wasserspielen aufwartet, ist ein sehr stark frequentierter Platz mit vielen Cafès, einer riesigen Shopping-Mall, Touristen-Läden, daher auch voller Touristen (logo!) und somit auch voller Taschendiebe (auch logo!). Und wir waren da in aller Ruhe auf einen Kaffee.

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Nein, das war noch nicht die Geschichte! Die kommt jetzt: Als wir da gerade gemütlich bei einem Kaffee und einem Cookie saßen, marschierte plötzlich ein Großaufgebot der Polizei direkt an uns vorbei, in deren Mitte ein schmächtiger Mann in Handschellen. Beim Polizeiauto hielten die gefühlten 84 Polizisten in aller Ruhe inne, diskutierten untereinander und durchsuchten den Gefangenen gründlich. Das alles wurde mit einer Ruhe und Gelassenheit durchgeführt, die seinesgleichen suchte. Und irgendwie war das auch sehr beruhigend, denn aufgrund der großen Schar an Einsatzkräften schien es nicht so, als würde irgendwo sonst gerade Polizei gebraucht. Tu Felix Perth!

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Wie auch immer, wirklich klar war nicht, welche große, böse Tat der kleine böse Mann wohl angestellt hatte. Schlussendlich kam er wie alle bösen Männer und Frauen (ganz egal ob klein oder groß) hinten in den "Kofferraum", da wo hier alle in flagranti ertappten bösen Räuber und -innen hin kommen. Und sehr wahrscheinlich hatte er es da drinnen jetzt besser als die Beamten außerhalb. Denn unserer Erfahrung nach war dieser "Kofferraum" so wie fast alles hier ganz sicher klimatisiert.

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Am Tisch neben uns saß eine britische Touristin mit ihrer schon älteren Mutter, die beide die Szene ebenso beobachtet hatten. Und die arme Mama bekam nun von der besorgten Tochter nicht nur eine Lektion in richtiger Handtaschenführung sondern es wurde gleich die ganze Tasche sicherheitshalber einer kompletten Umschichtung unterzogen. Wir nehmen an, um es dem nächsten kleinen, bösen Räuber gleich mal ungleich schwerer zu machen.

Nach diesem aufregenden Abenteuer in der Hitze des Nachmittags (als hätte das Koffein im zugeführten Kaffee nicht ohnehin gereicht) beschlossen wir, heimwärts zu ziehen. Zur Abwechslung mal auf der Beaufort Street, die parallel zu unserer William Street verläuft. Diese macht in zentrumsnähe einen eher heruntergekommenen Eindruck mit vielen leerstehenden Geschäftskokalen, heruntergekommenen Bars und Lokalen und brachliegenden Grundstücken:

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Im Verlauf stadtauswärts geht jedoch alles in eine florierende Wohngegend über, mit schönen alten und stilvolle renovierten Gebäuden, Parks und fantasievoller Straßengestaltung:

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(Fußball wird hier sehr oft gespielt)

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir uns hier täglich wohler fühlen. Wir genießen die moderne und lockere Kaffeehauskultur – eine erfrischende Abwechslung zur geschichtsträchtigen Schwere der Wiener Kaffeehäuser) und nutzen das reichhaltige und unterschiedliche kulinarische Angebot. So mussten wir zum Beispiel auch unbedingt ein authentisches und sehr gefragtes Vietnamesisches Lokal ausprobieren. Ja, also sagen wir mal so: Wir probieren dann beim nächsten Mal was anderes aus.

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Was es erst gar nicht auf unsere Wunschliste geschafft hat, ist das erst kürzlich von Jamie Oliver eröffnete und nach ihm benannte Restaurant im Zentrum, welches aufgrund seiner Popularität regelmäßig einen meterlangen Stau auf dem Gehsteig davor verursacht. Wer jetzt jedoch glaubt, wir dinieren täglich auswärts, der irrt. Daheim schmeckt's dann doch am besten ... na ja ... oder zumindest auch nicht so schlecht:

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Ach ja, wir haben sogar ein Arthouse-Kino in unserer Nähe entdeckt, (Ja, lieber Schwiegerbruder, die spielen auch ausländische Filme mit Untertitel!): Das Cinema Paradiso. Wir widmen diese Entdeckung somit allen Fans des gleichnamigen Lichtspielhauses in St. Pöltens Zentrum (obwohl das ja wiederum kein Arthouse-Kino ist). Und da Kino-Tickets in Australien eher im noblen Preissegment angesiedelt sind, nutzen wir nun jeden Dienstag den sogenannten "Cheap Day" aus. Da kosten die Tickets nur noch um die 10 Dollar, was umgerechnet in etwa 6 Euro entspricht (Normalpreis sind um die 17 Dollar, also grobe 11 Euro). Und beim ersten Test haben wir gleich ein Meisterwerk erwischt. Meryl Streep als Alko-Fix in "August: Osage County" (eine Woche später haben wir das wiederholt und mit mit "Philomena" eine weitere Perle entdeckt).

Und auch auf unseren Jogging-Einheiten fühlen wir uns immer mehr wie zuhause. Derzeit schaffen wir es im Schnitt jeden zweiten Tag, unsere Runden im schon lieb gewonnenen Hyde Park zu drehen. Nicht nur die exotischen Vögel rund um uns sind uns daher bereits ans Herz gewachsen, auch die Gesichter der Läufer-Community werden uns immer vertrauter. Well, we are slowly blending in ...

Somit entlassen wir euch auch schon wieder. All jene, die auch weiterhin an unseren Erzählungen interessiert sind, möchten wir bereits vorwarnen! Im nächsten Bericht geht es heiß her!

See you later, mate!

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Posted by NoUturners 08:23 Archived in Australia

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Comments

Danke für die tolle Stadt Rundfahrt. Da sollte sich Wikipedia was abschauen, zumindest was Fotos + Schreibstil betrifft!
Was die Kaffeehaus Kultur betrifft hast du uns aber nicht überzeugt, die österreichische, die wir kennen, ist nicht "schwer". Offensichtlich geht ihr in Wien in die falschen?!

by Ernst+Elisabeth

Lieben Dank an den sehr überzeugenden Städtebericht! Und wenn es sogar Kino mit Untertitel gibt... Wann seid ihr das nächste Mal da? Ich buch dann schon mal den Flug! BACI

by Sorellina

@E+E: Wir wollten niemanden überzeugen, nur die deutlichen Unterschiede in der Lokal-Kultur herausheben. Es ist hier eben alles lockerer und leichter. Wir berichten bloß drüber. Lasst euch den Melange dennoch schmecken! ;-)
@Sorellina: Gute Frage wann das nächste Mal sein wird. Wäre das ein Wunschkonzert, dann gleich mal wieder nächsten Winter. Aber Vorsicht: Es ist heiß hier! ;-)

by NoUturners

Na ja, Kaffeehaus mit "Austrian" Schmäh ist halt doch was anderes. Aber vielleicht gibt's ja auch eines mit "Australian" Schmäh?

by Ernst + Elisabeth

Übrigens gibt's jetzt in Deutschland einen neuen Youtube Star namens Julia Engelmann. Sie hat bei einem Poetry Slam Wettbewerb mitgemacht und das Video dazu hat bereits 2,8 Mio. Klicks. Ihr solltet euch das anschauen, trifft irgendwie den Zeitgeist:
http://www.youtube.com/watch?v=DoxqZWvt7g8

by Ernst + Elisabeth

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