A Travellerspoint blog

By this Author: NoUturners

Chapter 16 (The Final One): Sadly leaving the summer behind!

In this final episode read about returning "home"!

semi-overcast 25 °C

Der Tag unseres Aufbruchs aus dem unterm Strich wohl schönsten auf unserer Reise besuchten Flecken Erde, dem Leeuwin-Naturaliste Nationalpark, wurde eine Fahrt in den Sonnenschein. Der Regen nahm bald ein Ende, ging in Margaret River in normale Bewölkung über und war drei Stunden später in Fremantle, bereits 20 Kilometer südlich von Perth gelegen, in eine dünne, von Sonnenschein durchbrochene Wolkenschicht übergegangen. Und Fremantle sollte auch unser letzter Stopp vor unserer "Heimkehr" werden.

Im lieblosen, aber sehr praktisch nahe dem Zentrum gelegenen "Fremantle Village" Campingplatz fanden wir für eine Nacht pragmatisch Unterschlupf. Wir haben unseren geborgten Boliden Jodo geputzt und gewaschen und dasselbe danach auch mit uns gemacht. Und damit es keinen Aufschrei unter den Emanzen unserer Leserschaft gibt: Margit hat sich deshalb um die Reinigung gekümmert weil sie einfach die genauere von uns beiden ist.

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Am späten Nachmittag, frisch duftend (also wir und das Auto) sind wir ins Zentrum aufgebrochen. Und zwar zunächst mal zu den E-shed markets, wo Margit nochmals ein wenig flanieren wollte ("eh nur schauen"). Leider ist dieser Markt nur von Freitag bis Sonntag geöffnet, also sind wir von da auch genauso schnell wieder aufgebrochen wie wir gekommen waren. Halt, nein! "Genauso langsam" muss man richtigerweise sagen, denn das Zentrum war gesperrt und der Verkehr wurde umständlich rund um eben jenes umgeleitet. Ist der komplizierte Hafen-Bahnübergang-Einbahnzirkus in Fremantle ohnehin von Grund auf etwas umständlich, so wurde es mit dieser Umleitung noch komplizierter. Also ganz einfach das Auto irgendwo abstellen und zu Fuß weitermarschieren. Zunächst mal auf einen Kaffee und was Süßes. Klar, und danach? Ja, also das ist so. Gesperrt war das Zentrum nämlich wegen einer Radveranstaltung, und zwar wegen des Auftakts zur über Monate dauernden "National Road Series", die hier in Fremantle unter dem Namen "Tour de Perth" ihren ersten Bewerb hatte. Und weil dieser Auftakt, Start- und Zielbereich direkt vor dem ehrwürdigen Esplanade Hotel aufgebaut, sehr beeindruckend war, haben wir da gleich mal vorbeigeschaut und die uns unbekannte Radelite angefeuert (Kurl, ich nehme an, du hättest wohl jeden einzelnen gekannt).

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Leider gab es auf diesem sehr engen und von einer Haarnadel-Kurve dominierten Kurs auch mehrere Stürze, von denen einer ganz besonders schwerwiegend ausfiel. Der Unglückslenker musste schließlich schwer verletzt mit Halskrause ins nahe Hospital eingeliefert werden. Wir wünschen gute Besserung!!!

Der wahre Höhepunkt des Abends lag jedoch noch vor uns: Je eine Pizza sowie ein Pint "Little Creatures White Rabbit" in der wohl berühmtesten Brauerei Australiens: Little Creatures! Prost und Mahlzeit!

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Am nächsten Morgen sind wir zeitig aufgebrochen (unseren Schlaf-Rhythums hatten wir während der letzten Wochen komplett umgestellt, um 21 Uhr ins Bett und noch vor 7 Uhr raus aus den Federn) und haben somit Fremantle den Rücken gekehrt (Bernhard: Stichproben an den hiesigen Türstöcken ergaben keine auffälligen Bissspuren), denn wir konnten es kaum erwarten, nach Perth, unser Zuhause zurückzukehren!

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But first things first: Unser allererster Stopp lag in North Perth, um uns im neu eröffneten Café "Addison & Steele" bei traumhaftem Herbstwetter und 31 Grad ein verdientes Frühstück zuzuführen.

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Drei Tage und zwei Nächte hatten wir noch für Perth Zeit und wir hatten noch sehr viel vor. Und unser erster Weg nach dem Frühstück führte uns zu unserer reservierten Unterkunft, ein Selbstversorger-Apartment der "Verandah Apartments"-Gruppe, um unsere persönlichen Dinge auszuladen. Wir hatten eine kleine, feine Wohnung erwartet, aber was wir schließlich vorgefunden hatten, war an Luxus nicht zu überbieten. Ein riesiges Wohnzimmer mit Küche und Essbereich, zwei Schlafzimmer mit je einem Badezimmer (!!!) und einem Balkon (wo umgehend zwei Flaschen Bier ihrer Vernichtung zugeführt wurden). Damit hatten wir wirklich nicht gerechnet (also mit dem Bier schon).

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(Rog, just for you!)

Danach sind wir zur nächsten Tankstelle aufgebrochen, haben da den Wagen gründlich gesaugt und ihn am vereinbarten Parkplatz zur Übergabe abgestellt. Der erste, sehr wehmütige Abschied, auch weil so viele schöne Erinnerungen der letzten vier Wochen damit verbunden waren. 4769 Kilometer hatten wir schlussendlich auf unserem Trip zurückgelegt. Weitaus mehr als geplant. Simi und Chris, herzlichen Dank nochmals für euren Jodo, euer Vertrauen und eure zahlreichen Tipps und Tricks rund um die Plätze an der Westküste!

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Ja, und der Rest unseres Aufenthalts in Perth, der Stadt unserer Träume, war ein einziger, riesiger, von Wehmut geprägter Abschied. Wir haben unsere Zeit in Lokalen, Cafés, Buchläden, im Kino, im Hyde Park, schlendernd durch die Straßen und Gassen, im Zug, am Balkon Bier trinkend und ... und ... und ... verbracht. Ja, ihr erkennt das richtig. Loslassen war in den beiden letzten Tagen nicht gerade unsere große Stärke. Ein Auszug eines finalen Streifzugs durch eine Stadt, die uns in kurzen 8 Wochen geprägt hat, als hätten wir da Jahre verbracht. Chronologisch unsortiert, irgendwann während der letzten 60 Stunden unseres Aufenthalt gesehen und erlebt. Für euch wahrscheinlich Bilder und Texte zum raschen Überfliegen. Für uns eine sentimentale Ansammlung von Eindrücken während unserer Abschiedstour vom Sommer und vor allem von einer Stadt, die uns vom ersten Tag an verzaubert hat.

Das Lokal mit den eindeutig besten Burgern der Stadt: Das für uns leider viel zu spät eröffnete "BB a pop-up":

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(Margit mit Papierrose – von einem Fremden lächelnd angenommen)

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Die Kette "Jus Burgers" lieferte wenn schon nicht die besten, dafür die dicksten Burger:

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Das "Caffissimo": Café der ersten Stunde und mit dem besten Frappés und Eiskaffees:

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Das "fez", DAS Frühstücks- und Brunchlokal. Die besten Pancakes ever!!!

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"Daily Planet Café" gehört zum Buchladen Daily Books nebenan und besticht mit filmbezogener Einrichtung und Wandbemalung:

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"Hawker's Market": As charming as ever!!!

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Und weil es am Hawker's Market kein Bier gibt, sind wir danach noch auf ein ebesolches ins schummrig-schöne "Tiger Tiger":

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Das "Opal Café" haben wir leider erst am allerletzten Tag neu entdeckt. Beim nächsten Mal gerne öfter!

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Übrigens: Faszinierend für alle in Wien Lebenden, also auch für uns. Du kriegst hier überall ausnahmslos noch bevor du irgendwas bestellt hast, einen großen Krug Wasser und Gläser an den Tisch gebracht. Falls dieser leer ist, kannst du jederzeit einen neuen Wasserkrug an der Bar nachholen. In Wien definitiv ein Schwerverbrechen. Aber das ist auch nachvollziehbar, schließlich hat Westaustralien ja Wasser im Überfluss, während in Wien absolute Wasserknappheit herrscht. Da ist es den Wiener Gastronomen natürlich wichtig, um jeden Tropfen Wasser zu kämpfen oder sogar Geld dafür zu verlangen (wie in machen Lokalen bereits erlebt und leider traurige Wahrheit)!

Wichtiger als das Wasser war während unserer kulinarischen Abenteuer aber ohnehin der Alkohol: Zwar gekannt aber nie richtig gewürdigt hatten wir vor unserem Besuch das Ale (egal welche Sorte oder Marke) und auch das Ginger Beer (und das obwohl da gar kein Alkohol drinnen ist). Beides haben wir schätzen und lieben gelernt und werden wir sehr vermissen.

Allerdings noch mehr vermissen werden wir unseren Hyde Park. Heulen könnten wir, diesen Stadtpark, der beste, den wir je gesehen und erlebt haben, verlassen zu müssen. Und so fühlten wir uns moralisch verpflichtet, ihn am Morgen des Abreisetages aus nostalgischen Gründen nochmals 5 Runden zu umlaufen. Und wir verneigen uns hiermit vor all dessen gefiederten Bewohnern. Danke für die Unterhaltung, danke für die vielen schönen und vor allem bunten Stunden!

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Bleiben wir kurz beim Wildlife und der Natur im Allgemeinen. Manch fragwürdige Entscheidung der australischen (Bergbau) oder auch westaustralischen Regierung (Hai-Schlachten vor den Küsten) ist für viele Teile der Bevölkerung und auch für uns immer noch nicht nachvollziehbar. Allerdings relativiert sich auch vieles wenn man mal beide Seiten gesehen hat. Die vielen noch unberührte Flecken dieses Kontinents, die zahlreichen, riesigen Nationalparks und somit der sehr intensive Kontakt zur Natur und zum Wildlife bieten hier nämlich eine erfrischende Abwechslung zum relativ naturarmen und hoffnungslos überbevölkerten Europa. Denn was man auch als kritischer Europäer nicht vergessen sollte: 23 Millionen Australier sind eine weitaus geringere Belastung als die beinahe 800 Millionen Europäer auf einer ähnlich großen Fläche. Und wenn auch noch nicht so stark vertreten: Zumindest hier in Westaustralien gibt es eine Grüne Partei und viele andere sich für die Umwelt stark machende Initiativen.

Kommen wir zurück zur Kultur. Perth ist die Stadt der Festivals. Vom Perth Music Festival und vom riesigen und bunten Fringe Festival haben wir euch ja erzählt. Nach unsere Rückkehr haben wir das Eat-and-Drink-Festival (Prost und Mahlzeit!) sowie das Comedy-Festival entdeckt.

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Der Alternativladen "Kakulas Bros." mitten in Northbridge besticht durch eine sehr skurrile Besonderheit: Man kann ausschließlich bar bezahlen! Das ist deshalb so außergewöhnlich, weil du hier normalerweise überall, wirklich überall, jeden noch so winzigen Betrag mit Kreditkarte bezahlen kannst und geringe Beträge sogar ohne Unterschrift oder PIN (für alle Aufmerksamen unter euch: Nein, nicht paywave oder paypass, das ist nämlich wieder etwas anderes). Egal, der Laden bietet jedenfalls viel Exotisches, zum Beispiel Gewürze aus der ganzen Welt zum selbst abfüllen aber auch unzählige verpackte und importierte Produkte aus den entferntesten Ländern dieser Erde. Und siehe da: Auch Manner-Schnitten sind offenbar exotisch genug, um hier Platz zu finden!

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Noch einmal ein paar wenige Eindrücke der verschiedensten Fassaden ...

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... und vom sonstigen Straßenbild der Stadt:

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DIE Großbaustelle, die alle anderen Baustellen in Perth derzeit in den Schatten stellt: Die komplette Neugestaltung des Platzes oberhalb der Bahntrasse, die endlich erstmals die beiden innerstädtischen Bezirke CBD (Central Business District) und Northbridge direkt verbinden soll. 2016 soll der erste Teil fertiggestellt sein und wir werden euch dann selbstverständlich live vom Fortschritt in dieser Sache berichten.

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(und so soll das dann mal aussehen)

Der öffentliche Verkehr in Perth, allen voran das Zugnetz, ist ausgezeichnet. Und so haben wir auch den Zug noch einmal genutzt.

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Schließlich waren wir am Abreisetag auch noch ein letztes Mal in unserem geliebten Kino "Luna Leederville". Und unser letzter Film hätte nicht passender ausfallen können. "Tracks", eine australische Produktion und wahre Geschichte aus den 70er-Jahren über eine junge Frau, die ganz alleine mit ihren vier Kamelen 2000 Kilometer durch das australische Outback (von Alice Springs bis an die Westküste) gewandert ist:

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Wir werden Perth aus verschiedenen Gründen vermissen. Ganz sicher aber in erster Linie wegen des Sommers, der sich diese Bezeichnung auch tatsächlich verdient. Ganz simpel: Es ist halt einfach immer schön! Das mag allerdings nicht nur die Sonnenhasser unter euch verschrecken sondern eventuell auch echte Sonnenanbeter. Denn eines ist klar: Sobald du hier im Freien bist, kriegst du Sonne ab und dies dann logischerweise recht ungleichmäßig auf dem Körper verteilt. Da ist die klassische Wiener Caorle-Hausmeister-Attitüde "Ich wende mich so, dass ich überall gleich gebräunt bin" eher nicht zu empfehlen.

Da plappert er euer Erzähler und merkt nicht, dass man dem Abschied irgendwann einfach nicht mehr entkommen kann. Also biegen wir in die Zielgerade unserer langen Berichterstattung ein: Kurz bevor wir Perth Richtung Flughafen den Rücken kehrten, weinte ganz plötzlich auch der Himmel über der Stadt erstmals seit unserer Ankunft und wenn auch nur kurz immerhin so richtig heftig. Und das konnte wohl kein Zufall sein und war ganz sicher nur unseres Abschieds wegen. Well, und so kam es, dass auch euer verwegener Erzähler während dieser letzten Stunden nicht nur einmal mit den Tränen kämpfte (und das darf er auch, weil er ja ein Herz und kein Fleischlaberl hat, – oder Buschi, wie war das nochmals?)

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Die letzten Fotos auf australischem Boden beim Check-in und, was sonst, bei unserem letzten Bier (und ja, auch bei einem Cadburry-Osterküken)!

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Kurz danach, um 22 Uhr Ortszeit, erhob sich die Boeing 777 der Emirates Airlines pünktlich Richtung Dubai. Die etwas mehr als 10 Stunden dauernde Flugzeit ging überraschenderweise relativ rasch vorüber. Und das obwohl der Kapitän wunderbares Flugwetter ankündigte. Denn dies bedeutete nämlich was genau? Richtig, das Gegenteil – Turbulenzen, vor allem im ersten Teil des Fluges. Und das trug nicht gerade dazu bei, eurem schreckhaften Erzähler das Fliegen schmackhafter zu machen.

In Dubai gelandet, hatten wir schließlich fünf Stunden Zeit totzuschlagen, also schlenderten wir nach dem Passieren der Sicherheitskontrollen ein wenig im Transitbereich herum. Ist der internationale Flughafen in Perth eine sehr provinzielle Angelegenheit und sogar noch deutlich kleiner als Wien Schwechat (man glaubt es kaum!), so triffst du auf dem riesigen Flughafen in Dubai so ziemlich die ganze Welt. Und da reicht zum Beispiel schon die winzige Boarding-Zone A, in der wir uns aufhielten. Von blass weißen britischen Touristen über exotische Reisende (wie zum Beispiel Österreicher) bis hin zu komplett dunkelhäutigen Menschen (an alle Gutmenschen unter unseren Lesern: wie darf man diese Hautfarbe politisch korrekt derzeit bezeichnen?) triffst du so ziemlich auf alles was die Welt zu bieten hat. Und du erlebst dann auch so ziemlich alles was das Klischee hergibt: Pünktlich über Tonband eingespielter Muezzin-Gesang, mit Krankentransportern abgeführte hyperventilierende und dabei filmreif in Plastiksackerl atmende Chinesen, in Geschlechter getrennte und als Moscheen deklarierte Toiletten, mit Mundschutz herumspazierende Japanerinnen und unzählige andere skurrile Dinge. Spira goes Emirates quasi. Dass man bei so viel Äktschn sehr müde wird, erklärt sich von selbst.

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Der Flug von Dubai nach Wien dauerte mit guten fünfeinhalb Stunden nur fast halb so lang wie jener von Perth nach Dubai und verlief auch deutlich ruhiger, zog sich aber trotz überraschend zugeteiltem Platz in der Exit-Row ziemlich in die Länge. Einfach weil du irgendwann ob der näher kommenden Rückkehr nur noch nervös und verzweifelt, die Sekunden stoppen wollend auf deinem Sitz hin- und herwetzt.

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Aber schlussendlich war auch dieser Flug zu Ende und pünktlich um 13.45 Uhr Ortszeit stiegen wir aus dem Flugzeug (erneut eine Boeing 777 der Emirates Airlines) und wankten erschöpf zur Gepäckausgabe.

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Der familiäre Empfang in der Ankunftshalle war herzlich. Vielen Dank an das Ottakringer Empfangskomitee! Wir lassen die Bilder sprechen!

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Bei schönem aber für uns noch recht frischem Wetter (ja, wir sind jetzt halt verwöhnt) wurde gefressen und gesoffen (das waren wir aber eh aus unserer Zeit in Perth gewohnt) und so fand dieser Sonntag einen sehr schönen Ausklang.

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Somit sind wir am Ende nicht nur dieses Eintrags sondern auch an jenem des gesamten Blogs angelangt. Wir danken euch für eure Teilnahme an unseren wahren kleinen und erdichteten großen Abenteuern. Wir möchten uns bei allen bedanken, die mittels Comments, E-Mails und SMS auf unsere wilden Geschichten und Fotos reagiert und somit unseren Sommer mitgestaltet haben. Es war uns eine große Freude, unsere wilden Abenteuer mit euch teilen zu können. Wer Lust hat, kann nun noch ein allerletztes (oder auch allererstes) Mal einen Kommentar hinterlassen. Es würde uns sehr freuen. Fühlt euch aber nicht dazu verpflichtet!

See you later, mate (was in Australien auch als endgültiger Abschied Gültigkeit hat und wir deshalb auch in diesem unserem letzten Bericht verwenden)

Voriges G'schichtl | Inhaltsverzeichnis

Posted by NoUturners 23:45 Archived in Australia Comments (5)

Chapter 15: Having locals over for lunch and dinner

In this episode read about how to go back in time!

sunny 26 °C

Da saßen wir nun tatsächlich so kurz vor unserem Ziel doch noch unter unserer Plane, um den doch noch eingetroffenen Regen (den ersten seit unserer Ankunft Anfang Jänner), den der Himmel über dem traumhaft schönen Südwesten Australiens auf uns niederließ, abzuhalten. Wahrscheinlich war eben jener ebenso wie wir selbst traurig über unseren kommenden Abschied.

Aber überstürzen wir nichts, tuts uns nicht drängen, wir erzählen euch ja eh alles. Allerdings schön der Reihe nach. Springen wir dafür einige Tage zurück und zwar zu unserem Aufbruch von der Sandy Beach Recreation Area, da wo sich Kängurus, Füchse und verschlafene, im nächtlichen Mondschein tappende Ottakringer Gute Nacht sagen.

Nur 180 Kilometer Fahrt trennte uns von unserem nächsten Ziel, dem Yanchep Nationalpark (den wir ja bereits am Beginn der Reise besucht hatten), nur noch 50 Kilometer nördlich von Perth gelegen, wunderschön und mit garantierter, beinahe hautnaher Tierbegegnung. Sehr gerne hätten wir uns hier eine Nacht auf einem Campingplatz niedergelassen und das Wildlife genossen. Weil Campingplätze hier aber leider nicht vorgesehen sind, haben wir uns halt ein Zimmer im Yanchep Inn genommen. Aber dann gleich was G'scheites, nämlich ein Zimmer mit Terrasse und Blick auf den Loch McNess und die mit zahlreichem Wildlife gesegneten Wiesen davor.

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Der See selbst ist sehr schön anzuschauen (obwohl: "anzuMschauen" sagt der gelernte Österreicher auch sehr gerne) und bietet in seinem naturbelassenen Zustand der hiesigen Wasservogelwelt ein perfektes Zuhause. Naturbelassen bedeutete dann allerdings auch verschlammt und verwuchert, was wiederum bedeutete, dass unsere Badehosen im Rucksack blieben. Macht ja nix, denn gebadet hatten wir ohnehin ausreichend die letzten Wochen. Das Grundwasser unter dem gatschigen See erfüllt übrigens eine enorm wichtige Funktion für die gesamte Region: Es deckt 60% von Perths Wasserbedarf ab! Unser Zimmer mit Seeblick war nur die Spitze des Eisbergs. Denn die Terrasse macht hier die Musik. Soll heißen: Sie garantierte quasi eine interaktive Teilnahme an der hiesigen Fauna, sowohl abends beim Bier als auch am folgenden Morgen beim Frühstückskaffee.

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(ja, es wird tatsächlich auch geboxt!)

Die Koalas kletterten zwar nicht direkt vor unserem Zimmer die Eukalyptus-Bäume rauf und runter, waren aber auch nur einen kleinen Spaziergang vom Zimmer entfernt. Und frühmorgens durchaus noch sehr aktiv (aber alle auch wieder nicht):

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Nach nur einer Nacht, aber mit wunderbaren Erinnerungen im Gepäck, machten wir uns auf, den wunderschönen Südwesten Western Australias zu besuchen. Und wir steuerten dazu zwei Plätze an, die wir bereits auf unserem Trip vor vier Jahren besucht hatten. Somit wurde diese letzte Woche in der australischen Wildnis ein Art Reise in die Vergangenheit.

Da war zum einen der in den dichten Wäldern der Obstbaumregion um die sehr charmanten Örtchen Donnybrook und Nannup liegende Free-Camp der „Old Grimwade Townsite“. Wunderschön an einem Damm gelegen und mit traumhaften und zahlreichen Möglichkeiten zum Camping ausgestattet, irgendwo im riesigen Areal der gewaltigen Wälder oder auch direkt am Wasser. Und wir landeten dann auch an der exakt gleichen Stelle wie damals. Bis auf das aufgrund des heißen und trockenen Sommers zurückgegangene Wasser des Damms sah alles tatsächlich noch so aus wie vor vier Jahren.

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Wir sind hier zwei Tage lang geblieben und haben vor allem viel gefaulenzt. Das heißt bei uns Bier trinken (und abends Wein, ja es wurde windiger und daher abends etwas kühler) und lesen, ...

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... im Wasser plantschen, ...

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... und entspannte Spaziergänge unternehmen.

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(Brombeeren pflücken und natürlich auch naschen)

Da wir ausgerechnet an einem Freitag, also zum Start des Wochenendes hier gelandet sind, hatten wir auch ganz wenige Wochenend-Camper als Nachbarn. Einheimische, eh klar. Da war ein etwas schrulliger und einsamer Fischer in unserem Alter, der gemeinsam mit seinem Hund ein ruhiges Wochenende verbringen wollte. Jack hieß sein treuer Begleiter und stellte sich als ganz besonders abenteuerlustig aber sehr harmlos heraus (wie übrigens auch sein Herrl, der namenlos gebliebene Fischer selbst).

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Und dann war da noch eine größere Gruppe Mittzwanziger und diese nutzten hier das riesige von Forstwegen durchzogene Waldgebiet ganz klar wofür? Herr Wick, du liest ja mit und weißt es sicher schon vor allen anderen. Richtig! Hier wird an den Wochenenden Moto-Cross gefahren. Mit einem Höllenlärm selbstverständlich! Um dieses kleine Paradies ist das zwar sehr schade, aber da wir ja hier irgendwie nur Gäste sind, fügten wir uns. Und schließlich hingen die Jungs doch lieber an der Bierflasche und gar nicht so sehr, wie befürchtet, auf dem Gashahn. Und außerdem, ja außerdem weiß sich die Natur ohnehin zu helfen. Die in riesigen Schwärmen auftretenden (aber dennoch gefährdeten) und dabei wild kreischenden Carnaby’s Black-Cockatoos übertönten täglich während der Dämmerung die Moto-Cross-Maschinen bei Weitem. Ich widme diese Kakadus (diese Orsch-Viecher) daher dem Peter!

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Zwei Tage später verließen wir diesen Platz, um nach Margaret River, in die wohl bekannteste Weinregion Australiens aufzubrechen. War die Fahrt zur Old Grimwade Townsite schon eine willkommene Abwechslung zu den Strecken der vergangenen Wochen, so wurde jene durch die Fahrt an die Südwestküste durch die zahlreichen, sanft hügeligen Weinberge und Obstplantagen nochmals übertrumpft. Rein landschaftlich ein Segen gegen die monotonen Küstenhighways im Norden. Der Ort Margaret River besteht eigentlich nur aus einer einzigen Straße, ist aber enorm touristisch und hat seinen Namen vom diese Region durchfließenden Fluss. Und wer weiß, wie eben jener heißt? Ist nicht schwer, ihr kommt sicher drauf!

Neben der Weinregion hat Margaret River aber noch eine zweite sehr wichtige Funktion. Sie ist Tor zum außergewöhnlich schönen Nationalpark "Leeuwin-Naturaliste", benannt nach den beiden an der nördlichen bzw. südlichen Spitze des Nationalparks gelegenen Kaps und deren Leuchttürmen (die wiederum nach zwei Expeditionsschiffen des 17. Jahrhunderts so benannt wurden). Der Nationalpark trumpft mit steilen und kantigen Klippen aber auch traumhaft weißen Sandstränden und türkisem Meer auf.

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Es gibt in diesem Nationalpark mehrere Campingmöglichkeiten. Eine davon am Conto Campground (von irgendwelchen Hippies nach einer Fusel-Weinmarke der 70er-Jahre benannt oder so), der wiederum in mehrere Einheiten unterteilt ist. Grundsätzlich war sehr wenig los, aber jener Platz, an dem wir vor vier Jahren gecampt hatten, am Whistler's Way, war besetzt. Also haben wir es am Hamelin Hollow versucht und da doch tatsächlich einen noch viel besseren und schöneren Platz gefunden.

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(ja, trotz kühleren Temperaturen immer noch "Total Fire Ban", da kennen sie hier echt keinen Spaß!)

Großzügig angelegt und durch Schatten spendende Bäume von der Sonne und den Nachbarsplätzen gut abgeschirmt, haben wir uns zunächst einmal entspannt eine Jause gerichtet. Selbstverständlich wurde dabei die wichtigste Regel eingehalten: Das Bier muss eisgekühlt sein!

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Danach sind wir zum Conto Beach aufgebrochen (ja, natürlich auch dieser nach eben jener oben erwähnten Weinsorte benannt). Und den erreicht man am besten australisch, nämlich mit dem Auto. Aber in unserem Fall gar nicht aus Faulheit sondern weil wir es kaum erwarten konnten, da hinzukommen. Warum? Seht selbst, ohne Worte!

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Als wir zu unserem Platz zurückgekehrt waren, ließ auch der erste Besucher nicht lange auf sich warten. Ein neugieriges und gar nicht so scheues Känguru wollte uns wohl schon zuvor zur Jause besuchen, war aber nun zu spät dran. Dafür hatten wir ein tolles Fotomotiv hautnah!

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Und auch die hiesige Vogelwelt, zahlreich, lebendig und bunt vertreten, wollte ein paar Brösel abkriegen:

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Die Abende waren angenehm warm, dennoch blieben wir beim Wein. Natürlich auch aus Respekt vor der Weingegend! Das Essen hatte gemundet, es war bereits finster und wir saßen faul in unseren Sesseln, als plötzlich drei Possums an uns vorbeimarschierten. Zwei größere und ein etwas zu kurz geratener watschelten verstohlen, ein bisserl wie die drei Panzerknacker (wären sie einer mehr gewesen, hätten es die vier Daltons sein können), zum Picknick-Tisch, um sich über die letzten Reste des eigentlich leeren Spaghetti-Topfs herzumachen. Erzählen kann man so etwas ohnehin nicht, man muss es gesehen und erlebt haben. Glücklicherweise hatten wir die Kamera ausgepackt und die drei Burschen waren so gar nicht scheu und daher begeisterte Foto-Modelle!

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Und all das gleich am ersten Tag! Wie würden dann die beiden nächsten Tage aussehen? Schau ma mal! Am Folgetag war zunächst mal alles ruhig. Wir haben sehr viel gelesen und sind nachmittags nochmals zum Beach aufgebrochen. Diesmal ohne Auto weil wir aufgrund der schlechten Wettervorhersage schon am Vortag die Plane aufgebaut hatten und diese auch am Auto befestigt war.

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(nur ein Beispielfoto, so sahen unsere Füße die letzten vier Wochen jeden Tag aus)

Übrigens, diesen Nationalpark kann man auf einem offiziellen Wanderweg von Kap zu Kap auch durchwandern. Muss ein Traum sein und würde uns tatsächlich einmal reizen. Man benötigt dafür allerdings ausreichend Zeit für 135 Kilometer.

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Der weitere Tag verlief ohne große Aufregung. Erst später nach dem Abendessen, als Margit im Dunkeln, nur mit Stirnlampe ausgestattet, etwas Wasser holen wollte, ging es wieder etwas spannender zu. Auf diesem maximal 50 Meter langen Weg geriet sie schließlich auf einen ganz besonders skurrilen Geisterbahn-Trip. Zunächst sah sie sich von gespenstisch hell leuchtenden Spinnen umringt. Giftig? Wissen wir bis heute nicht, Margit hat es aber überlebt, das kann ich euch schon mal verraten. Danach erschienen wie von Geisterhand ganz plötzlich zwei Kängurus vor ihr und starten sie eindringlich an. Gut, die machen das immer so, weil sie nicht gerade die hellsten Tiere sind. Dennoch: Es war finster und daher unheimlich. Also lieber einen Bogen rundherum. Gut, beinahe an der Wasserleitung, nur noch den Kübel abstellen und das Wasser einlassen. Und ah! Da sitzt ein Frosch. Gut, also den Kübel daneben platzieren. Ups, noch einer. Und noch einer und noch einer und noch einer und ... Na wohin nun mit dem Kübel? Wieder zurück zum Wasserhahn geleuchtet: Weg waren sie die Frösche. Ebenso wie von Geisterhand. Sehr gruselig. Wie auch immer, schließlich kam Margit doch noch mit einem halben Kübel Wasser zurück (die andere Hälfte ob der zitternden Hände verschüttet) und sie hatte mir eine ganze Menge zu erzählen. Und ich somit euch!

Ja und da sind wir also wieder am Beginn unserer Geschichte angelangt, denn am dritten Tag hatte es dann das erste Mal überhaupt geregnet. Und das am allerletzten Tag unseres Campingabenteuers! Ha! Gibt's ja nicht! Und gut, dass der Herr Vorsicht (ja, das bin ich) schon am ersten Tag die Idee hatte, die Plane aufzubauen. Unter jener saßen wir dann nämlich ab zwölf Uhr mittags bis es dunkel wurde und es Zeit war, ins Bett zu gehen.

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Der Regen brachte kühle Luft. Ich blieb jedoch stur bei der kurzen Hose: Leiberl und Jacke in die Hose reingestreckt und die Hose hochgezogen, dann zieht es nicht so ins Kreuz!

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Zwölf Stunden, bis in die Nacht hinein, hatte es schlussendlich durchgeregnet, allerdings nur ganz leichter Nieselregen. Daher war am nächsten Morgen kaum etwas gatschig, von Lacken ganz zu schweigen.

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Aber es war immer noch bewölkt und für kurze Augenblicke hatte es immer wieder leicht zu nieseln begonnen. Wir haben also noch gefrühstückt, die Plane abgebaut und uns schlussendlich durchaus zeitig auf den Weg gemacht. Ja wohin denn eigentlich? Wir waren doch mit unserer Reise schon am Ende, oder? Ja, die Reise sehr wohl. Aber wir hatten noch vier Tage bis zu unserem Abflug über. Und an diesen vier Tagen wollten wir uns noch gebührend von Perth verabschieden. Schon jetzt können wir euch verraten: Es waren wunderschöne aber auch sehr wehmütige vier Tage. Was genau wir hier noch erlebt hatten und wie es uns erging als wir in Wien Schwechat wieder provinziellen österreichischen Boden betreten haben, ja das erfahrt ihr im Abschlussbericht unseres Reiseblogs "Let's Do Summer!"

See you later, mate!

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Posted by NoUturners 18:24 Archived in Australia Comments (5)

Chapter 14: Welcome to the "Beautiful Beach Contest"!

In this episode read about magic nocturnal encounters!

sunny 37 °C

Wir waren also am Weg Richtung Süden, haben Exmouth (immer noch im Dornröschenschlaf) hinter uns gelassen und uns ins etwa 200 Kilometer südlich gelegene Coral Bay aufgemacht. Die Beschreibung, wie der winzige und während der letzten Jahre künstlich entstandene Ort aufgebaut ist, habt ihr ja bereits am Ende des letzten Berichts gelesen. Wir halten euch daher mit einer neuerlichen Beschreibung nicht weiter auf. Wie lang diese Sackgasse in fünf Jahren sein wird, kann man sich jedoch bereits jetzt gut vorstellen, denn es wird hier gebaut was das Zeug hält.

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Man trifft hier, aus der Einsamkeit des Nationalparks kommend, wieder auf alle Arten von Reisenden. Also unter anderem wieder auf die an Gelassenheit kaum zu überbietenden coolen Backpacker …

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… als auch auf Familien, ältere Ehepaare und auch Pauschalreisende. Jetzt ist es so, dass du hier sowieso keine Ruhe hast weil du dir im gesamten Ort vorkommst wie in einer einzigen, großen Hotelanlage. Und es eh schon wurscht ist ob du auf den Campingplatz gehst oder dir ein Zimmer nimmst. Und darauf, sich jeden Abend mit unserem Auto irgendwo zig Kilometer außerhalb illegal irgendwo ins Gebüsch zu stellen (weil Bush Camping ist hier offiziell verboten), hatten wir auch keine Lust. Also was macht man in so einem Fall? Richtig! Man checkt gleich da ein wo es am luxuriösten ist, verrät somit sich und seine eigene Reisephilosophie und findet das nach dem ersten Bier am Swimming Pool aber gar nicht mehr so schlimm. Also wir dürfen vorstellen: Unsere Residenz für die nächsten drei Tage: Das Ningaloo Reef Resort.

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Wir haben hier gefaulenzt, gelesen, Bier gesoffen, im Swimming Pool geplantscht und das alles sehr genossen. Und es hat uns aus verschiedenen Gründen so richtig gut getan. Simple as that!

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Ja, aber weshalb waren wir überhaupt hier in Coral Bay? Na wegen des Schnorchelns natürlich! Darauf haben wir natürlich nicht vergessen. Aber wir sind ja auf Urlaub und da darf man sich nicht auch noch stressen lassen. Ist nicht gut fürs Herz, sagt man. Also sind wir in alle Ruhe an den Strand und zum Meer. Die Bucht lag direkt vor unserem Resort und war an Schönheit wohl nur von der Turquoise Bay aus unserem letzten Bericht zu überbieten.

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Margit hatte sich nach ihrem heftigen und sich noch immer im Heilungsprozess befindenden Sonnenbrand halbwegs erholt und schnorchelte mit langer Hose und Leiberl durch die Bucht. „Eh nur kurz“, meinte sie und stieg mit verträumten Augen zwei Stunden später, die Finger weich wie Tortenteig, wieder aus dem Wasser.

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Keine Sorge daheim übrigens, Margits Sonnenbrand hatte sich nicht verschlimmert! Ich selbst war eine gute halbe Stunde mit dem Kopf unter Wasser und war trotz kürzerer Korallenzeit ebenso erstaunt über die faszinierende Unterwasserwelt der Coral Bay.

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Gesehen hatten wir vor allem viele Fische, bunte aber auch blasse in verschiedenen Größen und faszinierend geformte Korallenriffe und Pflanzen, allerdings nicht ganz so bunt wie wahrscheinlich in anderen Meeren. Mit etwas Glück siehst du hier auch Sting Rays, ist aber in Strandnähe eher selten. Du kannst natürlich auch eine der zahlreich angebotenen Touren buchen, wo du weitaus größere Chancen auf diese Tiere hast. Für Taucher und ganz verwegene Schnorchler gibt’s dann auch Touren zu den gigantischen Whalesharks. Diese lassen sich die Tourenanbieter aber auch richtig ordentlich bezahlen. Wie auch immer, für uns war der gesamte Aufenthalt so oder so ein tolles Erlebnis und eine wichtige Pause für Geist und Körper.

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Nach drei Tagen und ebenso vielen Nächten machten wir uns also wieder auf den Weg. Unser Plan war es, einen sehr geraden Weg Richtung Süden zu nehmen, denn wir wollten auch noch Küstenteile südlich von Perth erobern. Und da wir am Weg hinauf schon alles gesehen hatten was wir wollten, sprach auch nichts gegen eine raschere Rück- als Hinfahrt.

Der erste Übernachtungsstopp, zurück im geborgten aber lieb gewonnenen Jodo (denn Zimmer hin oder her, so richtig kuschelig schläft man halt nur kompakt im Auto), hieß erneut „New Beach“ und er hielt dem Fliegentest erneut nicht stand. Da wir aber damit gerechnet hatten, kamen wir auch erst kurz vor 19 Uhr an. Die Abendstimmung war allerdings erneut eine wunderschöne welchige.

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Gefrühstückt haben wir wie bei der Hinfahrt wieder im nicht weit entfernten Küstenort Carnarvon. Das ist halt der Vorteil, wenn du hier in Western Australia Richtung Norden fährst und wie wir eine Hin- und Rückreise machst. Weil du eigentlich eh nur einen Weg nehmen kannst, weißt du am Rückweg schon ganz genau wo es die schönen Platzerln gibt, wo du Wasser kriegst und wo du auf jeden Fall gut und gratis übernachten kannst.

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(der Sportplatz übersäht mit weißen Kakadus, und laut waren die erst!!!)

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(hier werden Bananenplantagen bewirtschaftet, falls wir das richtig erkannt haben)

Den restlichen Tag haben wir viel mit Fahren verbracht, was hier in diesen Breitengraden eine etwas langweilige Angelegenheit ist.Die Straßen verlaufen mehr oder weniger schnurgerade und es sieht alles gleich aus: Der Boden ist rot, die Büsche sind nieder und die Kühe dürr.

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So gegen 17 Uhr, es hatte immer noch 37 Grad im Schatten, machten wir Rast am Billabong Roadhouse. In dieser urig eingerichteten Raststation haben wir uns einen Känguru-Burger gegönnt (das arme Tier wahrscheinlich direkt von der Straße gekratzt, aber so wenigstens richtig authentisch), die ganz eigene Atmosphäre des Restaurants genossen und dem Rock and Roll gelauscht, den der Besitzer wohl den ganzen Tag laufen hat. Lieber Schwiegerbruder, dieses Roadhouse war wie für dich geschaffen!

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Genächtigt haben wir hundert Kilometer weiter ebenso an einem bereits bekannten Ort, an der Galena Bridge 24 Hour Rest Area.

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Eine gute Gelegenheit, euch zu zeigen, dass wir trotz 3 Tage Zimmer-Luxus sehr rasch wieder in unseren Alltag gefunden haben. Begleitet übrigens von der Rückkehr des Kookaburra, dem es im Norden wohl zu heiß war.

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Und auch die beiden folgenden Tage verbrachten wir in gewohnter Umgebung. Gefrühstückt in Northhampton …

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… Mittagspause und Nachmittagsjause in Geraldton (Bernhard: Das Hospital steht noch!) …

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(für den Wolfi die hiesige Feuerwache)

… und die Nacht erneut am Ellendale Pool. Da war diesmal mehr los als bei der Hinfahrt und vor allem war es hier bereits deutlich kühler. Fliegen gab es, aber nur sehr kurz, denn bei unserer Ankunft dämmerte es bereits. Der Abendwind frischte auf und Margit brach ein Tabu. Sie zog eine lange Hose an! Ich konnte mich dem gerade noch widersetzen. Schließlich waren meine Jeans seit dem Ankunftstag nicht mehr angerührt worden und das sollte, so war der Plan, bis zum Abreisetag auch so bleiben.

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Nächtens streifte eine neugierige Katze über den Platz, war aber zu scheu, um uns dann auch wirklich Gesellschaft zu leisten. Am nächsten Morgen quatschte uns die sehr redselige Campersfrau neben uns an. Sie und ihr Mann stammen aus Neuseeland, zogen aber früh nach Australien, wohnten eine Ewigkeit in Cairns, wo sie ein „Women-Only“-Hostel führte und somit Kontakte in die ganze Welt knüpfen konnte (auch in Vienna war sie schon, „beautiful“ sagt sie, well…). Sie reisen nun schon seit 2 Jahren durch Australien, wobei sie 8 Monate davon in Perth hängen geblieben sind. Weil die Stadt so sensationell schön ist, meinte sie. (Yes, we know!!!) Schließlich durften wir einen Blick in ihren Wohnwagen machen. Purer Luxus. Fernseher, eigenes Schlafzimmer, Duschkabine, ausziehbarer Seitenteil. Sechs Batterien und zwei Solarplatten schleppen sie mit, damit der Strom dafür geliefert werden kann. Was Campen damit zu tun hat? Keine Ahnung. Sie wissen das selbst aber eh auch nicht, denn sie wollen das Unding ohnehin verkaufen. „It’s too much luxury for my taste, to be honest. I don’t know why we travel with this. We should travel like you, that should be enough!“, meinte sie und ein Funken Sehnsucht und Abenteuer spiegelte sich in ihren Augen wider.

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Erneut wegen zu vieler lästiger Fliegen sind wir nach dem Gespräch umgehend aufgebrochen, um im ruhigen und schönen Port Denison zu frühstücken …

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… und dem hiesigen South Beach, vom allerfeinsten übrigens, einen kurzen Besuch abzustatten.

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Nach nur drei Übernachtungen waren wir also bereits sehr weit in den Süden gekommen. Also wollten wir dann doch wieder einen neuen Übernachtungsplatz ausprobieren und zwar die Sandy Cape Recreation Area. Diese war uns schon am Hinweg, gleich an unserem dritten Tag, aufgefallen, aber aufgrund des damals langen Labor-Day-Wochenendes komplett ausgebucht, sodass wir gar nicht erst den Weg vom Highway zum sieben Kilometer entfernten Campground auf uns genommen hatten. Aber nun war die Zeit reif dafür. Und was sollen wir euch sagen? Es war das reinste Paradies, ein riesiger Campground, gelegen hinter Sanddünen mit großzügig angelegten Plätzen, viele davon mit Schatten. Der Caretaker (also der Hausmeister quasi), ein älterer, hagerer und großer Mann war die Gemütlichkeit in Person und ließ sich so schnell von nichts aus der Ruhe bringen. "Hide your shoes and put your garbage on the roof of your car!", gab er uns noch einen wertvollen Ratschlag. "There are foxes at night!". Und wir beschlossen somit umgehend, ganz einfach aus dem bloßen Übernachtungsstopp einen zweitägigen Aufenthalt zu machen.

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(auch ich übrigens beim täglichen Training!)

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(Margit gönnt sich ein ausgiebiges Frühstück!!!)

Gewaschen haben wir uns übrigens im Meer. Es gibt hier das Shampoo „Day and Night Wash“, das uns von einer Einheimischen Dame empfohlen wurde. Du gehst ins Wasser, kommst wieder raus, seifst dich damit ein und schmeißt dich wieder in die Fluten. Danach spülst du es ab. Und kein Salzwasser mehr auf der Haut! Hat geklappt, wir haben es selbstlos für euch getestet!

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Für Besorgungen sind wir am zweiten Tag ins nur wenige Kilometer entfernte Jurien Bay gefahren, und außerdem sollte es da auch Seelöwen geben. Wir haben zwar keine gesichtet, aber da die einen sensationell schönen Strand und klares Wasser haben, ist es eben ein schöner Strandspaziergang geworden.

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Am Campground hatten wir sehr schrullige aber sympathische Nachbarn. Zwei etwas ältere Herren aus Polen, seit 30 Jahren in Australien lebend, hatten sich mit ihren Zelten und ihrer sehr umfangreichen Angelausrüstung für fünf Tage ebenso hier stationiert. Während am ersten Tag der eine etwas beleidigt ob der bissunfreudigen Fische dreinschaute, übte sich der Lustigere der beiden in Humor: „No fish, but a lot of fun!“ lachte er und fügte danach philosophisch hinzu: „You know, when you go fishing you have much time to talk. And then you talk about astronomy and the longer you talk about the stars and the universe the smaller you become yourself until you're only dust.” Am Morgen unserer Abreise kamen sie schließlich doch mit einem Fang zurück. „Enough for breakfast“, murmelte der Mürrische. „And for lunch too!“, rief der Vergnügte hinterher. Wir jedenfalls waren dankbar, die Wäscheleine der beiden mitbenutzen zu dürfen und wünschen ihnen hiermit alles Gute für die nächsten Tage! Ihren Zeltplatz hatten sie sich jedenfalls wirklich sehr gemütlich und idyllisch eingerichtet.

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Übrigens, nächtens am Weg aufs Klo, hatte ich zwei ganz besondere Begegnungen. Zunächst lief mir ein Fuchs über den Weg (ohne Schuhe im Maul allerdings!). Wir hielten beide inne, der helle Mond ließ mehr als nur die Konturen erkennen, ein schönes Tier! Als dann ich den ersten Schritt auf ihn zumachte, war das elegante aber sehr scheue Tier auch schon wieder im Gebüsch verschwunden und mir blieb nichts anderes über, als meinen vor Staunen offenen Mund wieder zu schließen. Am Rückweg zum Auto hatte ich das gleiche Erlebnis mit einem Känguru, auch diese Begegnung vom Mondlicht beinahe magisch eingefangen. Ja, und genau wegen solcher Erlebnisse reist man dann eben nicht mit einem Wohnmobil mit integriertem Klo.

Noch bevor wir am folgenden Tag tatsächlich aufgebrochen sind, kam ein junger Franzose vom schattigen Zeltplatz gegenüber auf uns zu, um sich die Bettkonstruktion unseres Boliden anzusehen. Er will mit seinen Freunden über den Norden an die Ostküste fahren, war aber erst vor zwei Tagen in Perth aufgebrochen. Offenbar sehr überstürzt, denn er suchte noch nach einer Lösung für sein Bett, weshalb er sich nun zur Inspiration die verschiedensten Versionen anderer Reisender ansieht. Also habe ich ihm das System mit dem Auszug der Holzbretter und den in der Höhe verstellbaren Stangen kurz erklärt (Simi und Chris: Er fand das echt gut. Also gebe ich das Kompliment hiermit gerne an euch weiter). Und während ich da so mit ihm quatschte, beobachtete Margit seinen Kumpel, der 30 Minuten lang das andere Auto komplett gereinigt und poliert hatte (die ganze Gruppe war mit zwei Autos unterwegs).

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Das Amüsement erreichte schlussendlich seinen Höhepunkt, als wir ihn etwas später auf der sieben Kilometer langen staubigen und unbefestigten Zufahrtsstraße zurück zum Highway überholten, weil er sein frisch geputztes Auto mit nur geschätzten 5 km/h über die rote Schotterpiste „jagte“ (und jenes natürlich so überhaupt nicht wieder dreckig geworden ist). Wir wünschen ihm mit dieser Fahrweise schon jetzt viel Spaß entlang der Westküste, wo diese "corrugated roads" noch häufiger werden. Sein Kollege wartete derweil geduldig an der Kreuzung zum Highway auf ihn, in Gedanken wohl an die vor ihm liegende Aufgabe des Betteinbaus versunken.

Unser nächstes Ziel war nochmals der wunderschöne Yanchep Nationalpark, den wir am ersten Tag bereits besucht hatten und der uns sehr begeisterte. Und in unserer letzten Woche wollten wir noch einen kleinen Teil des Südens machen, Erinnerungen an die wunderbare Zeit vor vier Jahren auffrischen. Und ob wir das fanden was wir noch in Erinnerung hatten und ob das Wetter hielt (schließlich wird es sogar hier in Western Australia irgendwann mal Herbst), erfahrt ihr im nächsten Bericht!

See you later, mate!

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Posted by NoUturners 17:54 Archived in Australia Comments (4)

Chapter 13: Describing it with one word only? Paradise!

In this episode read about the danger of swimming with sharks!

sunny 38 °C

So, wir hatten Monkey Mia also verlassen, sind jedoch auf der Halbinsel der Shark Bay geblieben. Und da haben wir für nur eine Nacht (das Shire erlaubt hier leider nur eine Nacht Free-Camp) einen unglaublich schönen, einsamen und fliegenfreien (!!!) Platz gefunden. Bilder vom Ankunftsnachmittag und auch vom folgenden Morgen kommentarlos für euch zum Genießen:

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Und eine Geschichte haben wir auch zu erzählen. Denn so ganz alleine waren wir auch wieder nicht. Weit weg von uns, auf der anderen Seite der Bucht parkte sich ein klassischer Hippie-Miet-Campervan in die sandige Bucht ein. Etwas schief für unseren Geschmack, aber schließlich darf ja jeder so parken wie er möchte. Als dann nur wenige Minuten später ein kleines Männlein schnellen Schrittes auf uns zukam, waren wir uns sicher: Dieser Bus wurde nicht freiwillig so schief geparkt, er steckte im Sand fest! Ist ja kein Problem, ist uns ja auch schon passiert. Allerdings schalten wir dann einfach das Vierrad-Getriebe ein und schon geht’s auch wieder weiter. Die beiden Jungs (bitte, es waren Deutsche, jetzt kann ich es ja verraten) hatten wohl nicht bedacht, dass ihr alter Hippie-Van das nicht hatte. Na ja, also haben wir nachbarschaftlich geholfen. Der kleine Bruder dem großen. Und das ganz unspektakulär mit einer Schaufel und zwei Brettern unter die Hinterreifen geklemmt. Ein Abschleppen war nicht nötig und auch viel zu zeitaufwendig, denn das Bier zurück auf unserem Platz durfte ja auf keinen Fall warm werden!

Am nächsten Tag, kurz vor dem Verlassen der Shark Bay haben wir noch dem Shell Beach einen kurzen Besuch abgestattet. Ein weiß glänzender Strand, bestehend aus Millionen von zerbrochenen Muschelteilchen. Das türkisfarbene und klare Meer machte das zu einem perfekten Foto-Platz.

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Danach sind wir wieder viel gefahren. Und je weiter man in den Norden kam, desto schwieriger wurden die Bedingungen. Waren bisher Fliegen und der starke Meereswind an den von Sand dominierten Campingplätzen das größte Problem (also Salzluft + Sand + Wind = pickige, sandige Haut, ihr versteht?), so kamen am Weg in den Norden wegen der dünner werdenden Infrastruktur noch weitere Faktoren dazu. Die Suche nach Wasser, nach der nächsten Tankstelle, Eis für die Kühlbox (denn Regel Nummer 1: Das Bier musste immer kühl gehalten werden) und die schmächtiger werdende Vegetation. Büsche statt Bäume bedeuteten nämlich, dass es so gut wie keinen Schatten gab.

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Übernachtet haben wir wieder an der Küste, am New Beach. Kein sehr schöner Strand und wieder voller Fliegen, kehrte erst ab 19 Uhr Ruhe ein. Aber aufgrund der offenen Fläche war ganz besonders hier der Sternenhimmel noch beeindruckender als sonst.

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Gefrühstückt haben wir in Carnarvon, ein charmanter, von Palmen durchzogener Küstenort nur wenige Kilometer nördlich.

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(Wolfi, auch in Australien gibt's am Samstag Feuerwehrübung – nicht im Pfarrgarten sondern am Sportplatz)

An der Tankstelle hatte uns ein sehr sympathischer, zahnlückiger Einheimischer ein paar wichtige Tipps für unsere nächsten geplanten Stopps gegeben. Ausgeschmückt hatte er die Erzählungen mit wilden Geschichten über tödliche Oktopusse, von Haien abgebissenen Händen und das entweder Essig oder Urin gegen Quallengift helfen würde. Also Essig hatten wir keinen dabei, es war uns also ab sofort klar, was wir in so einem Fall anwenden würden.

Unser nächstes Ziel waren die so hoch gelobten Blowholes in der Nähe der Quobba Station. Warum hochgelobt? Weil dieser touristisch nicht ganz so bekannte Platz eine schöne Korallenbucht zum Schnorcheln abgibt und idyllische Camping-Übernachtungsplätze hinter Sanddünen warten. Ganz so überzeugt hatte uns die ganze Bucht jedoch nicht, aber für einen netten Schnorchelnachmittag und ein paar ruhige Stunden zum Entspannen hatte es allemal gereicht.

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(Margit fleißig beim täglichen Training)

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Aber jetzt ist es soweit. Jetzt passen alle ganz genau auf, denn die nächsten Tage sollten genau das bringen was wir uns schon seit Beginn unseres Trips erhofft hatten. Türkisblaues Meer und weiße Sandstrände, gepaart mit einem sensationellen Schnorchelerlebnis. Worum geht’s? Also, das Ningaloo Reef ist in den Ningaloo Marine Park eingebettet und bietet auf mehr als 200 Kilometern Länge Korallenriffe und Meerestierbeobachtungen aus nächster Nähe. Am Ende dieser Halbinsel, liegt Exmouth, ein kleiner vom Tourismus lebender Ort (bei unserem Besuch wegen der Nebensaison so gut wie ausgestorben) und Tor zum wunderschönen Cape Range National Park. Dieser bietet Wildlife, traumhafte Strände und herrliche Campingplätze. Einer davon war der Mesa Campground, so wie alle Campgrounds des Nationalparks gleich hinter einem traumhaften Strand angelegt, und dieser hatte sogar ein paar wenige Schattenplätze zu bieten. Und einen davon haben wir uns für die nächsten 3 Nächte zu unserer neuen, temporären Heimat auserwählt.

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Nur zwei weitere Plätze waren auf diesem riesigen Areal belegt, einer davon von Oscar, einem in Perth lebenden Venezolaner, der mit zwei befreundeten Gästen aus seiner Heimat ebenfalls dieses traumhafte Stück Erde erkundete und den wir möglicherweise in Perth wiedersehen werden.

Wie auch immer, gleich dahinter unser Hausstrand:

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Nachträglich zum 10-jährigen Jubiläum laufe ich Margit ein Herz in den Sand:

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Am Weg mit dem Auto durch den Nationalpark:

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Suchbilder: Wer findet die Echse?

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Der Tag nach unserer Ankunft wurde schließlich zu einem einzigartigen Erlebnis. Margit, eindeutig schnorchelfanatischer als ich, hatte die Turquoise Bay zu ihrer neuen Spielwiese erkoren. Eine aufgrund der Gezeiten und vorgelagerten Riffs natürlich entstandenen Strömung erlaubt es, sich von eben dieser treiben zu lassen, um am Ende direkt an einer Sandbank aus dem Wasser zu steigen (und das ganze nochmals zu erleben … und nochmals … und …). Und man sieht von Black and White Tip Reef Sharks über Schildkröten und vielen bunten Fischen und Korallen eine ganze Menge. Unterwasserkameras hatten wir keine dabei, daher müsst ihr uns das jetzt einfach glauben. Wovon wir euch Fotos liefern können, sind Schnappschüsse vom Strand. Und bevor Fragen auftauchen: Ja, es ist wirklich so schön hier!

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Schlussendlich hatte Margit das einzigartige Erlebnis, mit zahlreichen dieser (eher) harmlosen Haien geschwommen zu sein, ich durfte eine Wasserschildkröte bewundern und beide hatten wir während dieses extrem heißen Tages immer wieder Abkühlung im kalten Wasser gefunden. Ich selbst habe das Schnorcheln auf das Wesentliche beschränkt, Margit jedoch war in ihrem Element. Und weil sie beim Schnorcheln mit den Haien so ganz losgelöst von Zeit und Raum war, vergaß sie leider komplett auf ihre komplette Rückseite. Und so durfte ich den folgenden Abend und auch den ganzen folgenden Tag den wohl heftigsten Sonnenbrand, den ich je gesehen hatte, liebevoll pflegen. Ja, und Margit übte sich nicht nur in dieser Nacht sondern auch in den folgenden als Bauchschläferin.

Nach drei Tagen und drei Nächten traumhaft schönem, heißem und trockenem Wetter (an die 40 Grad hatte es mittags), angenehmem Wind und nur dezentem Fliegenbesuch sind wir mit unzähligen, wunderbaren Momenten im Gepäck wieder aufgebrochen. Durch Umwege, die sich durch so eine Reise automatisch ergeben, hatten wir bereits gute 2000 Kilometer hinter uns gebracht. Ab nun ging es wieder Richtung Süden Richtung Perth und sehr wahrscheinlich etwas direkter als am Weg hinauf.

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(unzählige Termitennester entlang des Highways)

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(ausnahmsweise mal keine Kängurus und Emus)

Allerdings war das Ningaloo Reef von uns erst zur Hälfte erkundet worden. Der nächste Stopp hieß Coral Bay, eine künstlich entstandene Ansammlung an Infrastruktur wie zwei Campingplätzen, einer Jugendherberge, einem Luxusresort und einem Quasi-Supermarkt. Das ganze erstreckt sich auf einer einzigen 500 Meter langen Sackgasse entlang. Also definitiv kein Ort im eigentlichen Sinn. Aber eh wurscht, denn die Hauptattraktion ist auch hier einzig das Korallenriff und alles was sonst noch dazugehört. Angeblich soll das Riff hier noch viel schöner und bunter sein als im Norden wo wir gerade herkamen. Ob das stimmt und ob Margits Rücken dafür überhaupt schon bereit war, erfahrt ihr beim nächsten Mal!

See you later, mate!

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Posted by NoUturners 22:05 Archived in Australia Comments (7)

Chapter 12: Let’s hit the road, baby

In this episode read about Australia’s most dominant animal!

sunny 35 °C

Nein, wir sind nicht verschollen und haben auch das Schreiben nicht verlernt. Aber ihr müsst eines wissen: Western Australia ist abgesehen von deren pulsierender Metropole Perth einwohnerarm, mobilfunkempfangsdurchlöchert und in den winzigen Küstenorten, die es dann doch gibt, auch noch WiFi-resistent. Ihr habt also pures Glück (oder auch Pech, je nachdem wir man es sieht), nach beinahe zwei Wochen mit diesem Beitrag ein Lebenszeichen unsererseits zu empfangen. Beginnen wir aber ganz einfach nochmals von vorne. Es war ein Freitagmorgen, der letzte Tag im Februar, als wir wehmütig und mit mehr als einer verdrückten Träne die Stadt unserer Träume verlassen und uns in unser westaustralisches Abenteuer gestürzt haben.

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Margit wollte vor unserem Aufbruch unbedingt noch nach Fremantle, im Süden Perths gelegen. Die „E-sheds“, ein umfangreiches Marktgebiet am Hafen hatte es ihr bei unserem letzten Besuch angetan. Also ging es erstmals zum Shoppen. Nachdem das dann aber doch rascher ging als gedacht, stand unserem Aufbruch ins Abenteuer nichts mehr im Wege. Wohin sollte es aber genau gehen? Damit ihr euch also ein wenig auskennt, ganz kurz: Richtung Norden! Nicht sehr aufschlussreich? Gut, also dann eben genauer: Nachdem nördlich von Perth die Optionen landeinwärts stark limitiert sind, wollten wir die Küste bis zum Cape Range Nationalpark, knappe 1300 Kilometer von Perth entfernt und mit dem einzigartigen Ningaloo Reef gesegnet, entlangfahren und am Weg dahin alle optischen und sonstigen Eindrücke mitnehmen, die uns so über den Weg laufen würden. Alles klar? Also los geht’s!

Unser erster Stopp hieß Yanchep Nationalpark, ein nur sehr kleiner und scheinbar uninteressanter Nationalpark, nur wenige Kilometer nördlich von Perth gelegen. Doch bereits hier spielte die australische Natur alle Stückerln. Ohne Kommentare unsere nachmittäglichen Eindrücke von einem wunderschönen Stück Land, nur eine knappe Autostunde von Perth entfernt, allerdings zu unserem Leidwesen ohne Camping-Übernachtungsmöglichkeit.

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Na, da war doch sicher für jeden etwas dabei, ganz besonders für unsere jungen Leser, oder? Just an diesem Freitag war jedoch der Start des langen Labor-Day-Wochenendes, den vor allem Westaustralier sehr gerne am Strand verbringen (und von Angelausrüstungen über Surfbretter bis hin zu Booten so ziemlich alles mitschleppen, was in der Garage nicht niet- und nagelfest ist). Trotz Ende der Hauptsaison hieß es für uns also: Kriegen wir für die nächsten drei Tage überhaupt einen Übernachtungsplatz? Und nur wenige Kilometer außerhalb des Yanchep Nationalparks fanden wir an der Rest Area „Wilbinga Grove“ eine durchaus gute Möglichkeit für eine Übernachtung, wenn auch direkt am Highway gelegen und mit Bienen übersäht.

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Nachdem wir den Kampf mit den Bienen am nächsten Morgen gut überstanden hatten, setzten wir unsere Reise fort. Gar nicht so weit nördlich lag ein weiterer, touristischer Höhepunkt: Die Pinnacles, über Jahrhunderte in wüstenähnlicher Landschaft geformte Steinformationen. Und weil diese im Nambung Nationalpark lagen und somit direkt auf unserem Weg, haben wir da auch vorbeigeschaut. Man fährt dabei mit dem Auto einen vorgegebenen Rundkurs entlang und hat immer wieder Haltemöglichkeiten um Fotos zu schießen (und weil man auf diese Formationen nicht raufklettern darf, tun das ganz besonders ignorante Touristen leider erst recht sehr gern).

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Falls das durch die Fotos jetzt nicht so rüberkam: Es war heiß, seeeeeehr heiß, und wir bekamen das erste Mal einen Eindruck davon, welches Tier uns die folgenden Tage ganz besonders zutraulich begleiten würde: Die Fliege, das wohl dominanteste und lästigste Tier des australischen Kontinents.

Über das Küstenkaff Jurien Bay (in dem es unmöglich war, ein Cafè mit WiFi zu ergattern, aber Hauptsache das Bier für die Labor-Day-Feierlichkeiten war bereits gut gekühlt) sind wir schließlich am Lake Indoon angekommen. Und zu unserer Überraschung fanden sich auf dem riesigen, großzügig angelegten Areal nur zwei weitere Camper. Wollten doch alle einfach nur an den Strand? Also wir glauben ja, dass das nicht der Hauptgrund war sondern zwei weitere Tatsachen für unsere (so gut wie) Einsamkeit ausschlaggeben waren: Erstens warnten Schilder vor gesundheitsgefährdenden Algen im See und zweitens gab es gar kein Wasser im See voller Algen. Tja…

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Wir wären trotzdem sehr gerne geblieben aber die Fliegen machten einen längeren Aufenthalt unmöglich. Also ging es am nächsten Tag weiter. In Eneabba, gleich nebenan quasi, wurde vollgetankt und die mit Abstand spektakulärste Einlage dieses scheintoten Kaffs lieferte ein kleiner Pick-up-Truck mit einer handvoll Schafe auf der Ladefläche. Ja, so lebendig ging es hier zu! Somit hatten wir nur noch eine Nacht bis zum Ende des langen Wochenendes zu überstehen und wieder versuchten wir es an der Küste. An den verschiedenen Free-Camps der Cliff Heads hätten wir zwar Platz gefunden aber diese Camping-Möglichkeiten haben uns nicht wirklich angesprochen, auch wenn uns die anwesenden Camper bereits winkend sehr herzlich willkommen geheißen hatten.

Also sind wir wieder landeinwärts aufgebrochen, und zwar zum Ellendale Pool. Und dieser natürlich entstandene Pool mitten im Greenough River bot tatsächlich Wasser und einen sensationellen Platz auch für mehrere Tage. Und für alle, die das interessiert: Hier hatten wir dann auch kurz zu unserem gemeinsamen, zehnjährigen Jubiläum angestoßen. Und immer noch frisch Verliebte so wie wir tun das freilich mit einem erfrischenden Bier!

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Die einzigen weiteren Camper auf diesem Platz, eine Familie mit Hund, hatte ihren Liebling für eine kurze Fahrt, es war bereits finster, alleine angeleint am Platz zurückgelassen. Und weil ich mich dem Hund offenbar zu sehr näherte, begann er zu bellen. Und weil die steil aus dem Wasser ragende Felswand gegenüber ein so schönes Echo machte, bekam der Hund auch immer eine Antwort. Das Spielchen ging dann geschätzte 45 Minuten so weiter, bis die Familie wieder zurückkam und sich die vierbeinige Intelligenzbestie wieder beruhigte. So verbrachten wir unseren Jubiläumsabend in romantischer Stille, nur begleitet vom Gebell des Nachbarhundes (und da hatten wir auch Glück, bitte, denn der Köter hätte ja auch jaulen können).

Ob die Familie am nächsten Morgen wegen einer Kehlkopfentzündung ihres Lieblings abreiste oder aus anderen Gründen, war uns unklar, aber jedenfalls sind auch wir wieder aufgebrochen. Warum? Richtig! Fliegenattacke! Und weil deshalb erneut ein Frühstück unmöglich war, sind wir zu eben diesem nach Geraldton aufgebrochen, die einzige Örtlichkeit seit Perth, die man so etwas wie Kleinstadt nennen könnte. Aber eben diese machte vormittags einen ebenso verlassenen Eindruck, was aber wohl am Labor Day lag.

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Gut, also sind wir nach kurzen Besorgungen von da auch wieder aufgebrochen. Etwas weiter nördlich sollte der hochgelobte Coronation Beach liegen. Gut, dann nix wie auf dahin! Wir waren zeitig da, und obwohl gut befüllt, waren noch einige Camping-Plätze frei. Um es kurz zu machen: Auch dieser Platz hat uns nicht überzeugt (wir sind vielleicht zwei Zicken!). Diesmal weniger wegen der Fliegen sondern wegen des nicht gerade ansprechenden Strandes und des starken Windes. Somit hatten nur die Surfer (Board oder Kite, ganz wurscht, sie waren alle da!) ihre Freude!

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Wir selbst waren am nächsten Tag zeitig unterwegs und haben im wirklich entzückenden Northhampton im wunderschönen öffentlichen Park gefrühstückt! Ohne Fliegen und somit war unsere Welt wieder in Ordnung!

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(die sinnbefreite Erfindung des Laubbläsers hat sich auch hier durchgesetzt)

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Anstatt am Highway (der hier nix anderes ist als eine stinknormale Überlandstraße, sagen wir mal zum Beispiel von Ruprechtshofen nach St. Leonhard am Forst) weiterzufahren, sind wir über eine normale Straße (also die war einfach kein Highway, war sonst aber genau gleich) in den Küstenort Kalbarri gefahren. Schöne Strände, steile Küsten …

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… aber vor allem Gateway in den wunderschönen, gleichnamigen Nationalpark. Die Attraktionen darin sind außer einer wunderschönen Landschaft, viel Hitze, Staub und Fliegen, vor allem zwei Punkte. Der Canyon und seine Biegung „Z-Bends“ …

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… sowie das „Nature's Window“, ein klassischer Foto-Shooting-Punkt:

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Die Fahrt dahin und wieder raus aus dem Nationalpark verlief wie so oft in Australien über sogenannte „corrugated roads“, also Sand- oder Schotterpisten mit quergerippten Rillen. Sozusagen eine Gratismassage für die Hinterteile aber dank Margits hervoragender Steuerqualitäten auf jeden Fall mehr gerührt als geschüttelt.

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Wieder zurück auf dem Highway wurde es langsam dämmrig und das heißt hier: Such dir so rasch wie möglich einen Übernachtungsplatz, denn schön langsam werden um diese Tageszeit die nachtaktiven Tiere ihrer Eigenschaft gerecht. Nicht umsonst säumen neben vielen zerplatzen Reifen vor allem zahlreiche „schlafende“ Kängurus die Straßenränder. Platz fanden wir auf der riesigen, vom Highway abgetrennten Galena Bridge Rest Area, wunderschön direkt am Murchinson River gelegen. Gut, dass die Sonne am Untergehen war, denn auch hier fanden die Fliegen untertags einen wunderschönen Spielplatz vor.

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Überhaupt ist es so, dass bisher die Abende ab 19 Uhr zeitliche Oasen für uns waren, die wir so richtig genossen. Ein Bier zu öffnen, sich der fliegenlosen Dämmerung hinzugeben und den aufgehenden und unglaublich schönen Sternenhimmel der südlichen Heimsphäre zu genießen. Was uns jetzt noch fehlte war, einen Platz zu finden, an dem wir genug Ruhe fanden, um uns mehr als eine Nacht niederzulassen. Das sollte jedoch noch ein paar Tage dauern. Aber dazu später mehr.

Am folgenden Tag sind wir zum ersten richtig großen (und auch touristischen) Highlight aufgebrochen: Auf die Halbinsel „Shark Bay“, da wo Monkey Mia liegt und die Delfine bis zu dir ans Ufer kommen. Man erreicht Monkey Mia, das selbst kein Ort sondern nur ein großes Ferienresort ist, über den charmanten aber natürlich ebenso sehr touristischen Ort Denham. Bereits hier latschen dir die Emus ganz einfach so vor das Auto.

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Es war sehr ruhig und beinahe gespenstisch ausgestorben, wir waren in der wohl ruhigsten Saison überhaupt unterwegs. In Monkey Mia selbst war dennoch einiges los, schließlich waren der Grund für alle Besucher die Delfine. Ganz kurz zusammengefasst: Irgendwann in den 60er-Jahren hatte eine einheimische Frau damit begonnen, Delfine zu füttern. Diese gewöhnten sich daran und kamen „überraschenderweise“ immer wieder hierher zurück. Also hat man hier ein Resort aufgebaut und touristisch vermarket. Jeden Morgen um 8 Uhr werden die Delfine gezielt gefüttert. Allerdings ausschließlich die Elterntiere, damit die Jungen das eigenständige Jagen nicht verlernen, wie man hier stets betont. Außerdem ist das Angreifen der Delfine wegen der Übertragung von menschlichen Bakterien untersagt. Das klingt alles sehr ehrlich und aufrichtig, dennoch bleibt ein wenig der Eindruck von Massentourismus hängen. Wer jedoch Delfine mag, so wie die Margit, der ist hier sehr gut aufgehoben.

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Aber die heimlichen Stars dieses Resorts sind, zumindest für mich, euren Erzähler, die frei herumlaufenden Emus. Es handelt sich dabei um wilde Tiere, allerdings sind sie schon dermaßen stark an den Menschen gewöhnt, dass sie sich schamlos auf alles Essbare stürzen was nicht gnadenlos verteidigt wird. Nicht nur einmal musste ich daher als edler Ritter eingreifen und Margits Nachmittagsjause vor den gierigen Schnäbeln der flugunfähigen Zweibeiner retten.

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Das Resort umfasst von Luxus-Hütten, über Backpacker-Unterkünfte bis zu Campingplätzen ohne Stromversorgung so ziemlich alles. Und hier trifft man auch wieder geballt auf die junge, hippe Backpacker-Riege mit frisch gewaschenen Hosen, gebügelten Hemden und perfekter Frisur, eine Spezies, die auf den Rest Areas Übernachtungsplätzen mit Plumpsklos und ohne Duschen nur rar in Erscheinung tritt. Und da waren wir wiederum sehr froh darüber, in unserem bereits fortgeschrittenen Alter nicht mehr so schön und vor allem so cool sein zu müssen. Allerdings haben auch wir alle Annehmlichkeiten dieses Resorts genutzt, so ehrlich müssen wir sein. Denn egal ob Luxus-Hütte oder Campingplatz: Die Einrichtungen sind für alle gleich zugänglich. Richtige Duschen zum Beispiel oder auch ein Swimming Pool:

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Selbstverständlich ebenfalls für alle zugänglich war der schöne Sandstrand und die dazugehörige Abendstimmung.

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Das Meer war bacherlwarm, sehr schön aber nicht ganz so türkis wie erwartet. Eine Algenplage wäre dafür verantwortlich, erklärt man uns entschuldigend. Daran merkt man erst, wie schön klar das Meer hier sonst eigentlich ist und sein sollte. Margit hat jedenfalls eine Zeit lang damit verbracht, einen Pelikan vor die Linse zu kriegen.

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Am späten Nachmittag sind wir frisch geduscht wieder in unsere Welt aufgebrochen, in jene der Free-Camps und dreckigen Füße. Und nur 20 Kilometer südlich haben wir endlich unseren einsamen Strandplatz gefunden, fliegenlos und traumhaft schön gelegen. Warum wir da zu Helden avanciert sind aber trotzdem nur eine Nacht bleiben konnten, erfahrt ihr im nächsten Bericht. Bleibt dran!

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See you later, mate!

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Posted by NoUturners 09:26 Archived in Australia Comments (3)

Chapter 11: Busy times on Forrest Hill

In this episode read about the return of The Flying Scotsman!

sunny 37 °C
View Map: Let's Do summer... on NoUturners's travel map.

Es war Anfang Jänner, ein Donnerstag Abend, kurz nachdem wir unser neues Heim betreten haben, als wir uns auch schon wieder auf den Weg gemacht haben, ins nächste offene Pub einzufallen. Müde und abgekämpft, vom sonnenarmen mitteleuropäischen Herbst mit nobler Blässe und vom langen Flug mit einem sensationellen Jet-Lag ausgestattet aber im kurzen Leiberl und in kurzen Hosen voller Erwartung was die kommenden Sommerwochen bringen würden. Da saßen wir also im "The Flying Scotsman". Ihr erinnert euch noch?

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Nun, auch jetzt gerade, als ich diese Zeilen schreibe, haben wir Donnerstag Abend, einen Tag vor Monatsende, und zwar zur gleichen Uhrzeit wie vor exakt acht Wochen. Und da saßen wir nun erneut in unserem Lieblingspub "The Flying Scotsman" mit je einem Pint Coopers (bitte, vor acht Wochen war es je ein Pint Victoria Bitter, aber eh wurscht) und sinnierten wehmütig über die vergangenen, wunderbaren acht Wochen, die wir in unserer neuen großen Liebe Perth im Südwesten Australiens, Hauptstadt des mit Abstand größtem Bundesstaats des Landes, erleben durften.

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Aber schön alles der Reihe nach. Eben erst, so kam es uns vor, dabei waren bereits elf Tage vergangen, waren wir von unserem beeindruckenden Sonntagsausflug auf Rottnest Island zurückgekeht und jene da gesammelten Eindrücke mussten wir erst einmal verarbeiten. Also starteten wir den Wochenbeginn sehr gemütlich. Am Mittwoch wurde es allerdings doch wieder Zeit, unserem Alltag etwas einzuheizen. Zunächst bewunderten wir Matthew McConaughey und seinen "Dallas Buyers Club" (Was für eine Leistung!!! Viel Erfolg bei den Academy Awards!!!) in unserem Lieblingskino Luna Leederville. Danach ging es mit dem Zug zurück nach Northbridge, wo wir das bereits zweite Konzert in den Chevron Festival Gardens im Zuge des Perth Festivals 2014 erleben durften.

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Diesmal war deutlich mehr los als bei Julia Holters Auftritt in der Vorwoche. Bereits die uns unbekannte Vorband "Luis and the Honkytonk" trat vor dichten Rängen auf und begeisterte mit hingebungsvollem Rock (Vollgas Burschen!)

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Als Hauptakt war Okkervill River an der Reihe und die Hütte war so gut wie voll. Souverän führte der charismatische Bandleader Will Sheff die Band durch einen enthusiastischen Auftritt.

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Und weil wir schon so gut in Übung waren, sind wir zwei Tage später gleich auf das nächste Konzert gefahren. Dieses fand am Scarborough Beach statt. Da gibt es immer wieder die sogenannten "Sundown Sessions", ein Ein-Tages-Mini-Festival von 17 bis 22 Uhr mit mehreren Bands. Die Bühne wird dafür in einem fixen Amphitheater direkt am Strand aufgebaut und beeindruckte daher mit sensationeller Kulisse vor dem indischen Ozean. Und da auch unsere Freunde Christy und Carscht zu dieser Zeit zufällig in Perth waren und auch zwei Nächte unter unserem Dach Unterschlupf fanden, sind wir dahin gleich zu viert aufgebrochen.

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Wir hatten das erst zwei Wochen zuvor rein zufällig entdeckt und konnten unseren Augen nicht trauen, dass an eben jenem Freitag auch Sarah Blasko auf der Playlist stand. Endlich war es so weit. Sarah B. endlich live!!!!

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Eine bessere Location für ein Konzert, vor allem während eines Sonnenuntergangs, haben zumindest wir noch nie zuvor erlebt.

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Der Hauptact war schlussendlich die in Australien sehr populäre Missy Higgins und sie spielte bereits bei Dunkelheit ein ebenso beeindruckendes Konzert. Dazwischen gab sie immer wieder Plädoyers gegen die Drum Lines und das Shark Culling vor der Küsten Perths (ein immer noch sehr kontroverses Thema übrigens, unserem Gefühl nach mit immer größerem Widerstand in der Bevölkerung).

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Am Samstag Morgen waren wir alle gemeinsam frühstücken und haben dabei im Zentrum ein weiteres hervorragendes Cafè, das "The Veen", entdeckt. Allerdings kletterten die Temperaturen in den Tagen davor wieder in die Höhe und es wurde vor allem in der Stadt sehr heiß. Nach dem gelungenen Frühstück wurde daher ein ruhiger Nachmittag eingeschoben. Am Abend haben wir ein weiteres neues Lokal getestet, das "El publico" mit origineller spanischer Küche und äußerst freundlicher Bedienung.

Am Sonntag Morgen waren wir in einem weiteren neuen Cafè, nämlich im "fez". Ihr müsst ja jetzt glauben wir fressen und saufen den lieben, ganzen Tag. Hm, also da habt ihr nicht ganz unrecht. Für dieser Woche traf das ganz sicher absolut zu. Die Pancakes waren jedenfalls unübertrefflich und auch der Kaffee zum wiederholten Male ein echtes Ereignis. Das war bis vor ein paar Jahren noch nicht so, haben wir uns sagen lassen. Perth am Weg zu einer echten Kaffee-Metropole? Es sieht ganz danach aus!

Am Sonntag war dann der erste Abschied von so vielen an der Reihe. Christy und Carscht haben uns nach zwei wie immer schönen und lustigen Tagen verlassen und wieder den Heimweg nach London angetreten. It was a real pleasure guys. See you in London in November!!!

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Und keine ganze Stunde später standen die nächsten Gäste vor unserer Haustüre. Und bevor wir damit weitermachen, widmen wir uns kurz einem kleinen Informationsblock. Ihr habt das ja sicher schon sehr lieb gewonnen. Die hiesigen Briefträger tragen auch hier gelb aber in neonfarben. Wahrscheinlich, damit man sie gegen sie Sonne schauend gar nicht mehr sieht. Jedenfalls sind sie mit dem Rad unterwegs, was ein sehr untypisches Bild abgibt, schließlich fährt man ja hier in Perth normalerweise jede Strecke mit dem Auto, angeblich sogar zum eigenen Nachbarn.

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Und die hiesige Müllabfuhr braucht nur einen Fahrer und sonst niemanden, denn die Mistkübeln werden mechanisch geleert, der Arm wird allerdings manuell vom Fahrer bedient. Wie das dann in den Seitengasse funktioniert wo man mit den Autos auch parken darf, haben wir nicht beobachtet und wissen wir daher leider nicht.

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Und da wir schon beim Müllthema sind, gleich noch eine sehr interessante Beobachtung. Sperrmüll wird einfach vors Haus auf die Straße gestellt. Wir nehmen an, eigens dafür vorgesehene Sperrmülltrucks nehmen das dann irgendwann wohl mit. Aber sie lassen sich sehr viel Zeit dafür, so eine Couch oder auch ein alter Kühlschrank schmorren schon mal 14 Tage lang in der Sonne. Da sieht man erst wie wichtig die Ungarn bei uns sind, da steht der Sperrmüll keine 2 Tage herum!

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Habt ihr also wieder was dazugelernt. Genug Ablenkung für uns also, der Abschied rückte immer näher und davor konnten wir uns leider nicht drücken. Kaum hatten wir Christy und Carscht verabschiedet standen auch schon Simi und Chris vor der Türe. Und von diesen beiden borgen wir uns für die kommenden vier Wochen ihren Geländewagen aus. Es waren zwei schöne Tage und die beiden haben uns mit ihrem gesamten Wissen über die Küsten Westaustraliens versorgt. Wir sind jetzt für einen Monat nicht nur um einen wunderbaren Geländewagen sondern auch um sämtliche Informationen über unsere geplante Reiseroute reicher. Vielen Dank für alles ihr beiden und viel Spaß in Asien!!!

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Nachdem ich die beiden zum Flughafen gebracht und somit erfolgreich meinen ersten Stau in der hiesigen Rush Hour bewältigt hatte, machte sich Margit auf den Weg in den Hyde Park. Sie marschierte bei geschätzten 35 Grad in langen Jeans zu ihrer lang ersehnten Foto-Session mit den Bäumen im Hyde Park. Wieso das? Na wegen der Schlangen natürlich, die sich angeblich in den knöchelhohen Pflanzen abseits der Wege tummeln sollen. Urban Legend? Margit war sich nicht sicher und schlüpfte daher in lange Hosen. Schweißausbruch quasi Hilfsausdruck! Ob lange Hosen vor Schlangenbissen überhaupt schützen bleibt das große Fragezeichen.

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Und schön langsam nähern wir uns nun wirklich dem Ende. Als wir am Dienstag unsere letzte Joggingeinheit "Laufen unter Palmen" absolvierten, wurde uns so richtig bewusst (also so wirklich richtig!), wie sehr wir diese Stadt und ganz besonders unser Viertel Mount Lawley vermissen würden. Ganz so als wären sie nur für uns gekommen, war der Park noch einmal voller Besucher. Spaziergänger und Läufer säumten die Wege. Und auch die besoffene Gruppe Aborigines lag noch einmal faul im Schatten während wir unsere Runde drehten.

Bleiben wir kurz beim Sport, wechseln aber in die passive Abteilung. Die olympischen Winterspiele sind beinahe komplett an uns vorübergegangen. ABC 1 hatte zwar mehr oder weniger eine Dauerübertragung aus Sotchi eingerichtet, hat aber vor allem über australische Athleten berichtet. Sympatisch dabei: Den Fernsehzuschauern wurden dabei die Athleten in Porträts einzeln vorgestellt, weil sie eigentlich niemand kennt. Nicht einmal jene, die dann doch Medaillen für Australien gewonnen haben (in irgendwelchen Snowboard-Freestyle-Halfpipe-Whatever-Bewerben). Von den zuständigen Politikern wurden sie jedenfalls nicht als Olympiatouristen bezeichnet, so wie das ja in unserer Heimat schon mal für medaillenlose Sommerathleten gemacht wurde.

Einen Tag nach dem letzten Lauferl stand auch unser letzter Kinobesuch an. Da hatte der Alex Payne dem alten Haudegen Bruce Dern für sein wunderschönes Meisterwerk "Nebraska" also tatsächlich eine mehr als würdige Altersrolle verschafft. Wow! Danach haben wir für unseren anstehenden Road-Trip den halben Coles leergeräumt und in unseren neuen Geländewagen verfrachtet. Abgeschlossen wurde der Abend im neu eröffneten "BB a Pop-up", ein auf Burger spezialisiertes Lokal (und wieder gefressen und gesoffen, nimmt denn das gar kein Ende?).

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Ach ja, und wir gehen mittlerweile als echte Franzosen durch. Diesmal wurden wir gar nicht erst gefragt ob wir Franzosen wären sondern sicherheitshalber gleich auf französisch angequatscht. Und am Donnerstag Morgen haben wir es schließlich doch noch geschafft, ins Little Bird Café frühstücken zu gehen und haben uns im Zuge dessen auch gleich von der Lake Street verabschiedet.

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Und da wir schon beim Verabschieden waren, haben wir uns abends auch von Mount Lawley's Ausgehviertel, der Beaufort Street verabschiedet. Und zwar beim Italiener, dem "Monte Fiore".

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Und kurz danach saßen wir wieder im "The Flying Scotsman", auf die Minute genau acht Wochen nachdem wir hier zum ersten Mal eingefallen waren. Und so schloss sich dann auch der Kreis zum Anfang dieser Geschichte wieder. Ein sehr sentimentaler Augenblick für uns. Wir wollen unsere Wehmut jetzt auch nicht breittreten, euch aber sehr gerne vermitteln, dass wir nur sehr schweren Herzens von hier abresien.

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Morgen Früh, am Freitag werden wir aus unserer Wohnung ausziehen und unser neues, viel kleineres Heim für die kommenden vier Wochen beziehen. Und da ihr euch jetzt sicher schon ganz ungeduldig fragt, wo denn unser neuer Geländewagen ist, dürfen wir ihn vorstellen: Ein Mitsubishi Challenger, Baujahr 2002, 3l V6 Automatik, inklusive Dachgepäcksträger. Oder auch kurz: Jodo!

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Wir wollen hinauf in den Norden, die weißen Strände und das türkisblaue Wasser erobern. Dahin wo sich sozusagen Känguru und Koala "Gute Nacht" sagen. Und wir sind uns sicher, dass uns dieser Trip sehr stark dabei unterstützen wird, unsere zwei Monate Perth gut hinter uns zu lassen. Und wie uns der Einstieg in diese Reise gelungen ist, wie dreckig unsere Füße wurden und wie schön die Strände wirklich waren, erfahrt ihr im nächsten Bericht!

See you later, mate!

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Posted by NoUturners 20:29 Archived in Australia Comments (2)

Chapter 10: A bumpy ride to Rottnest Island

In this episode read about an insidious bird attack!

sunny 30 °C
View Map: Let's Do summer... on NoUturners's travel map.

Die vergangene Woche begann mit einem Paukenschlag! Eben erst mit sensationellen Eindrücken vom City Beach zurückgekommen, hat es am Montag Morgen doch tatsächlich geregnet. Ja, ich sehe, auf euren Gesichtern macht sich Enttäuschung breit (und wohl auch eine Spur Schadenfreude, gell?). Ja, auch wir konnten unseren Augen nicht trauen! Fünf Minuten später war der Spuk allerdings schon wieder vorüber und eine halbe Stunde später (eben mal kurz nicht aus dem Fenster geschaut) war der Himmel wieder tiefblau. Dennoch, wir wissen jetzt, auch der Himmel über Perth ist verwundbar.

Am Montag Abend machten wir uns auf in die Chevron Festivals Gardens, da wo die Open-Air-Konzerte des Perth Festivals 2014 stattfinden.

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Das Gelände macht einen hippen Eindruck und ist sehr fantasievoll und gemütlich eingerichtet. Außerdem bietet es zahlreiche Bier- und Sitzgelegenheiten:

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(nach dem Konzert kam noch der DJ zum Einsatz, dessen Mischpult in einem Retro-Auto untergebracht ist)

Die Hauptbühne hat dann nochmals einen eigenen Eingang und da glänzten als Einheizer vor noch spärlich besuchter Kulisse die "Ducktails". Von eben jenen war aber nur der Kopf der Band anwesend, ausgestattet mit E-Gitarre und Stimme. Der Rest der Entenschwänze kam vom Band. Gefallen hat er uns und auch dem Publikum trotzdem.

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Danach hatte Julia Holter ihren zwar nicht ausverkauften aber sensationellen Auftritt gemeinsam mit ihren vier Musikern, drei davon an Klassik- oder Jazzinstrumenten (lieber Schwiegerbruder, Trompete war leider keine dabei!). Mit lakonischem und trockenem Humor führte die Bandleaderin durch den Abend und beeindruckte mit außergewöhnlicher Musik. Klaus Totzler, am nächsten Blue Bird Festival im Porgy and Bess wollen wir die Julia aus L.A. sehen!

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Übrigens, in der gesamten Woche gingen die Temperaturen etwas zurück und pendelten sich knapp um die 30 Grad-Marke ein. Das bedeutete in Kombination mit dem bereits alt bekannten Herrn Doktor aus Fremantle eine Abkühlung vor allem in den Abendstunden. So ein leichter Pulli übers T-Shirt gezogen war dann durchaus angenehm.

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Am nächsten Tag sind wir endlich wieder in unser Cinema Paradiso in Northbridge zurückgekehrt, nachdem wir die letzten drei Wochen aufgrund des besseren Kinoprogramms in Leederville fremd gehen mussten.

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Und endlich ließ sich Kate Winselt wieder mal auf der großen Leinwand blicken und brillierte neben einem ebenfalls sehr gut aufgelegten Josh Brolin in einer guten aber an der Schwelle zum Kitsch inszenierten Verfilmung von Joyce Maynards gleichnamigen Roman "Labor Day". Danach, beim "Thailicious" nebenan hab ich mir bei einem sehr milden Curry-Reis-Gericht ("No no, not spicy, noooo nooooo!") meine kompletten Geschmacksnerven für die nächsten fünf Jahre ruiniert. Aber lecker war's (and not spicy ... nooooo nooooo!).

Kommen wir kurz zu einem allgemeinen Thema. Dem hiesigen Verkehr. Jetzt ist es halt so, dass vor allem die Westaustralier für eine häufige Nutzung ihres Automobiles eine Ausrede haben, nämlich dass sich die Stadt sehr weit nach oben, unten und nach rechts ausdehnt (Kurl, ich weiß, das heißt auf richtig Norden, Süden und Osten) und die Distanzen daher sehr groß sind. Somit ist das Auto auch hier in Perth (trotz ausgezeichneter öffentlicher Verkehrsmittel) das mit Abstand dominanteste Verkehrsmittel. Ganz sicher weitaus dominanter als in Wien, allerdings auch weitaus weniger aggressiv. Dennoch ist als Fußgänger Vorsicht geboten: Wer die Straße queren möchte, muss ganz genau schauen, denn richtig Schutz findet man nur auf dem Zebrastreifen. Da aber garantiert, denn dieser ist sogar hier den Autofahrern heilig. Die folgende Statistik betrifft zwar ganz Australien, man kann sie aber getrost genauso auf Perth anwenden.

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Bleiben noch die Radfahrer. Während jene in Wien schon seit Jahren einen Kleinkrieg gegen die Autofahrer führen, sieht das hier etwas entspannter aus. Das hat erstens einmal mit dem soeben erwähnten weitaus weniger aggressiven Verhalten im Autoverkehr zu tun und zweitens damit, dass sich die Radfahrer bis auf ganz wenige Ausnahmen ganz einfach auf die Gehsteige flüchten.

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Und weil das mittlerweile wohl überhand nimmt, bemalt die Stadtverwaltung die Gehsteige seit kurzem mit solchen schönen, bunten Bildern:

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Nach einer sehr gemütlichen Woche bei milden Temperaturen und ohne große Höhepunkte wurde es wieder einmal schneller Freitag als uns lieb war. Und wer fleißig unsere unheimlich wilden Abenteuer verfolgt, der weiß jetzt sicher auch wohin es uns da wieder geführt hat. Soll ich sagen? Soll ich sagen? Ich sag niiiiiicht! Egal, ihr wisst es ohnehin schon. Es war unser letztes Mal, denn wir werden ja Perth bald verlassen. Übrigens gibt es hier nicht nur exotische Speisen aus weit entfernten Ländern sondern auch Bodenständiges aus Mitteleuropa:

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Und wer jetzt glaubt, Europäer, Nordamerikaner oder Australier essen viel Fleisch, der war noch nicht in Argentinien oder hat zumindest noch nicht den argentinischen Stand gesehen, an dem echtes Assado zubereitet wird. Und unserer Erfahrung nach sieht das sehr authentisch aus. Und es ist auch enorm beliebt, die Schlangen sind jeden Freitag endlos:

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Und nachdem es, wie schon mehrfach festgestellt, bei diesen Ständen aufgrund der gesetzlichen Lage kein Bier zu kaufen gibt, mussten wir auch diesmal noch in ein Lokal im Zentrum einkehren. So ein Pech aber auch. Und das gemütliche "Tiger Tiger" schien uns das richtige zu sein! Unsere Kellnerin war dabei so dermaßen gut aufgelegt, das es fast schon wieder unheimlich war. Und weil es nur Flaschenbier gab und das "Weihenstephaner" das einzige Bier in einer großen Flasche war und wir noch dazu sehr durstig waren, gab's halt deutsches Weizenbier. Ja, bitte, war halt so. Und ist ja auch lecker! Für alle Interessierten: Das heimische und auch hier gezapft erhältliche Weizenbier nennt sich "Redback" (ja, richtig, benannt nach der Spinne, gut mitgearbeitet!) und schmeckt ebenfalls ausgezeichnet!

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Sonst könnten wir nur wenig Spektakuläres von diesem Freitag Abend berichten, gäbe es da nicht die regelmäßige Stegreifbühne "Catch me if you can". Hauptdarsteller: Die örtliche Polizei und deren Delinquenten. Diesmal wurde eine junge, sehr wehrhafte Dame in Gewahrsam genommen. Und bevor ich eine Foto schießen konnte, war sie auch bereits im "Kofferraum" des Polizeiwagens verstaut. Mittlerweile glauben wir ja, dass diese Vorstellungen zum Feitagabend-Showprogramm gehören.

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Kurzes Intermezzo: Ein Feuerwehrauto für den Wolfi (unter Einsatz meines Lebens geschossen bitteschön!)

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Am Samstag zu Mittag bei immer noch brauchbaren Temperaturen um die 30 Grad haben wir bereits zum zwanzigsten Mal seit unserer Ankunft unsere Runden im Hyde Park gedreht. Und weil dies eben ein Jubiläum war, haben wir uns auch mal abgelichtet, damit ihr uns das auch glaubt. Bitte, glücklicherweise gibt's ja noch kein Geruchs-Internet. Das wäre für unsere Fangemeinde unzumutbar!

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Danach sind wir nach Subiaco gefahren (also geduscht haben wir schon noch davor!), DAS boomende Viertel Perths (und daher absurd überteuert), So eine Mischung aus Wien Neubau und Soho in Ottakring. Das Bobo-Viertel Perths sozugaen. Also ein Haufen junger, hipper, brav Müll trennender Vegetarier mit zwei fetten SUVs in der Garage. So ungefähr halt. Das Stadtbild ist allerdings sehr unspektakulär und es herrscht auch wenig Leben auf den Straßen. Weil wir aber schon mal da waren, haben wir uns einen Kaffee gegönnt. Und wenigstens der war so wie überall hier in Perth ausgezeichnet! Und dazu durfte ein Cookie nicht fehlen, die du hier in allen erdenklichen Geschmacksrichtungen wirklich überall kriegst (Ganz egal ob im hippen Cafè oder im Kino)!

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Ein Grund für den Besuch Subiacos war, dass dieses Viertel am Weg zum King's Park lag. Diesen Park, der Stolz der ganzen Stadt, hatten wir euch vor ein paar Wochen bereits vorgestellt. Diesmal wollten wir den von allen Einheimischen empfohlenen Blick bei Nacht auf die Skyline Perths erleben. Noch zur Nachmittagszeit erreichten wir den Park ...

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... in dem übrigens der "Royal King's Park Tennis Club" liegt. Und da spielen nicht Prinz Harry und seine Kumpels sondern ganz normale Pensionisten das ganz normale, auch bei uns bekannte "Balli-Schupf-Doppel". Aber, und jetzt kommt's, eben auf Rasen!!! Seufz...

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Zwei Drittel dieses riesigen Parks wurden ja als Buschland belassen, das auf gekennzeichneten Wegen durchquert werden kann. Das sieht dann sehr, sehr trocken aus:

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Bis zur Dämmerung war noch Zeit und als wir uns für eine kurze Rast in der Wiese in den Botanic Gardens niederließen, konnten wir unseren Augen nicht trauen. Eine Gruppe Kookaburras war auf der Jagd nach ein paar Leckerbissen zweier picknickender Damen neben uns. Also legten sich die beiden Kookaburras auf die Lauer.

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Und die Margit mit ihrer Erwachsenenkamera ebenso.

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Bis dann sowohl einer der beiden Vögel als auch Margit zugeschlagen haben. Achtung! Die nächste Aufnahme ist KEINE Fotomontage!

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Der Höhepunkt des Abends war dann allerdings, die Stimmung beim Sonnenuntergang fotografisch einzufangen. Zahlreiche Fotografen hatten die gleiche Idee wie wir.

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Und so ganz im kurzen Leiberl da oben auf dem windigen Mount Eliza war es ganz schön frisch:

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Wie auch immer, die Ausblicke waren fantastisch! Ladies and Gentlemen, Margit proudly presents our gorgeous host town by night:

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Am Sonntag Morgen sind wir mit der Fähre nach Rottnest Island aufgebrochen und zwar gemeinsam mit unserer Vermieterin Bobbi und ihrem Mann Tristan, die uns dazu eingeladen haben. Die Insel ist von Fremantle aus mit der Fähre in schnellen 25 Minuten erreicht. Hat man aber so wie wir Pech mit dem Wellengang kann es sehr ungemütlich werden. Mit purer Willenskraft haben wir es geschafft, die natürlichen Reaktionen des Magens zu unterdrücken, viel länger hätte die Überfahrt allerdings nicht dauern dürfen.

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Diese sehr populäre und relativ kleine Insel ist bis auf Einsatzfahrzeuge und einem winzigen öffentlichen Busnetz für den motorisierten Verkehr gesperrt. "Also zu Fuß, oder wie?", rümpft der geübte Couch Potato die Nase. Ja, das geht auch und machen auch einige. Wir haben uns allerdings auf ein Leihrad geschwungen, eine Lösung für die sich hier die meisten Besucher entscheiden.

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Die Insel ist sehr stark auf den Massentourismus ausgerichtet. Denn neben einem normalen Tagesbesuch kann man sich auch einen der unzähligen Bungalows auf der Insel mieten und sich, falls gewünscht, tagelang von der Muse, der Sonne und vom Meer küssen lassen. Diese Bungalows sind aus Stein gebaut und erinnern sehr stark an Unterkünfte auf griechischen Ferieninseln. Ganz egal von wo, die Ausblicke sind jedenfalls fantastisch!

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Da die Einfuhr von Ratten, Füchsen und anderen in Australien nicht heimischen Tierarten auf die Insel im Gegensatz zum Festland erfolgreich verhindert wurde, gedeihen hier beheimatete Pflanzen und Tiere prächtig. Das bekannteste und am häufigsten anzutreffende Tier ist das zu den Beuteltieren gehörende und daher mit den Kängurus verwandte "Quokka", sichtbar an jeder Ecke und "dank" der zahlreichen, ganzjährig auftauchenden Touristen so gar nicht mehr scheu.

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Benannt wurde die Insel übrigens vom Holländischen Kapitän Willem de Vlamingh, der im Dezember 1696 diese Insel sechs Tage lang erforschte und die Quokkas mit gigantischen Ratten verwechselte . Er gab der Insel daher den holländischen Namen "Rotte nest", was soviel wie Rattennest bedeutet. Stimmt das? Was meint unsere holländische Fan-Gemeinde in The Hague?

Im ersten und zweiten Weltkrieg hatte die Insel auch eine wichtige militärische Bedeutung. Einerseits eine leider sehr wenig ruhmreiche Funktion als Gefangenenlager und andererseits war sie ein strategisch wichtiger Stützpunkt zur Verteidigung des Hafens von Fremantle am Festland. Heute sind diese riesigen Kanonen von damals für die Besucher zugänglich.

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Soviel zum Geschichtsunterricht. Wenden wir uns wieder sportlichen Tätigkeiten zu. Es war zwar mit 28 Grad und leichter Bewölkung angenehm kühl, aber Radfahren strengt eben an. Glücklicherweise gibt's hier Erfrischung lückenlos rund um die gesamte Insel, nämlich den indischen Ozean. Und dieser wird seinem arschkalten Ruf mehr als gerecht, fast bin ich versucht zu sagen, er wäre sogar noch eine Spur kühler als arschkalt. Margit sah das wohl genauso, denn bis sie es endlich ins Wasser geschafft hat, war ich schon längst wieder mit dem Schnorcheln fertig und zitternd in mein Handtuch gehüllt. Das war aber auch gut so, denn wir hatten nur eine Schnorchelausrüstung mit. Jedoch einmal drinnen, war Margit kaum noch aus dem Wasser zu bekommen und zweifelsfrei in ihrem Element. Gut, dass wir erst danach erfahren haben, dass es hier auch Quallen gibt. Zwar ungefährliche aber bei Berührung doch leicht schmerzhaft. Begegnet sind wir glücklicherweise keiner.

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Und abschließend für all jene, die noch ein paar Tierfotos sehen möchten, ein kleiner Nachschub. Ein King's Skink (war größer als er auf dem Foto wirkt, ca. 40 cm schätze ich) direkt neben uns auf den Steinen ...

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... sowie ein Peafowl (ein Pfau), der hier nicht heimisch sondern eine eingeführte Gattung ist:

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Und weil sie so süß sind noch zwei Quokkas:

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Und der Tag verflog! Es hätte zwar noch einiges zu erkunden gegeben aber wir haben uns vorerst mal mit dieser Rundfahrt und den ersten gesammelten Eindrücken zufrieden gegeben.

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(Thanks Bobbi and Tristan for a beautiful trip! See you in Vienna in May!)

Die Rückfahrt war aufgrund unserer ungeschützten Sitzposition eine eher feuchte Angelegenheit, verlief jedoch weitaus angenehmer und nicht mehr ganz so ruppig wie die Hinfahrt. Die noch auf der Insel zum Abschied zugeführten Kaffeeeinheiten und Cookies blieben somit da wo sie hingehören (wäre ja echt schade um sie gewesen).

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Somit war auch eine weitere Woche viel zu schnell an uns vorübergezogen. Wir nähern uns nun immer mehr unserem Abschied von unserer Traumdestination Perth. Doch davor hatten wir noch einmal volles Haus mit zahlreichen Gästen. Und wieviel Liter Bier dabei ihr Leben lassen mussten erfahrt ihr im nächsten Bericht für den die Fernseh-Wettertante auch diesmal wieder verkündete: Es wird sonnig und heiß!

See you later, mate!

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Posted by NoUturners 01:40 Archived in Australia Comments (3)

Chapter 9: Margit goes wild ... life!

In this episode read about a hail storm over Perth!

sunny 32 °C
View Map: Let's Do summer... on NoUturners's travel map.

Die Zeit rast. Eben erst angekommen sind wir bereits mitten drin im zweiten Monat unseres Aufenthalts in Perth. Lasst uns nochmals kurz über das Wetter sprechen. Objektiv und ernsthaft. Wie ist es nun wirklich so? Also was uns ganz unabhängig von der Temperatur so fasziniert, ist vor allem der tägliche, ganztägige Sonnenschein. Er tut Körper und Geist ganz einfach unheimlich gut (und jetzt keine blöden Meldungen wegen "geistiger Frische" oder so, gell?). Dass sowas aber auch störend sein kann, weiß Margit nur zu gut. Seit längerem wartet sie nun schon auf Schatten spendende Wolken, damit sie endlich bei perfektem Fotolicht in den Park fotografieren gehen kann. Aber es will nicht sein, immer schummelt sich irgendwo ein verflixter Sonnenstrahl dazwischen.

Also zusammenfassend kann man sagen: Die Sommer sind eigentlich fast immer schön hier. Gut, hätten wir das abgeklärt. Nur die Winter sind ungut, da kann es ganz schön kalt werden, erzählt man uns. "Well, how cold?" haken wir nach, als uns die Verkäuferin vom Bottle Shop nebenan von den unerbittlichen Wintermonaten erzählt. "Well, usually it is down to 17 degrees ... well, sometimes in the morning even down to 12 degrees!". Wow, wirklich so richtig kalt also. Hm. Allerdings regnet es dann auch sehr viel, wohl deutlich mehr als während der europäischen Wintermonate. Was jedoch wiederum sehr wichtig ist, denn so werden die zahlreichen Dämme in der Gegend wieder mit Wasservorräten für den nächsten Sommer befüllt.

Übrigens, dass hier aufgrund des schönen Wetters alle in kurzen Hosen, Flip-Flops und mit einem Surfbrett unter den Arm geklemmt morgens ins Büro schlapfen, ist jedoch eine Urban Legend. Ganz besonders abends oder am Wochenende zieht sich vor allem Mr. Perth auch mal sehr gerne lange Hosen, ein langes Hemd und schöne Schuhe an. Wahrscheinlich, weil man sich auch gern mal anders kleiden möchte. Mrs. Perth allerdings bleibt bei luftiger Kleidung und das ist auch gut so (behaupte ich jetzt einfach mal als männlicher Erzähler). Keine Urban Legend ist es allerdings, dass es hier den Eismann gibt, der mit Klingelton in den Vororten durch die Nachbarschaft fährt.

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Jetzt ist es aber so, dass es immer eine Ausnahme zur Regel gibt. Also in diesem Fall eine Ausnahme zum schönen Sommer. Obwohl, das was ihr jetzt gleich lesen werdet eigentlich schon in den Herbst gehört. Aber eh wurscht. Hört gut zu! Am 22. März 2010 fegten die bisher heftigsten Unwetter in der Geschichte Western Australias über den Südwesten Australiens und somit auch über Perth hinweg und brachten Hagelkörner von in hier bisher unbekannter Größe (3-6 Zentimeter) mit. Die Nordseite des Stadtzentrums wurde überflutet und es entstand Sachschaden in Milliardenhöhe. Warum erzählen wir euch das? Ja, ist doch logisch! Weil wir aufgrund dieses Ereignisses ganz stolz und ganz österreichisch behaupten können: Wir waren FAST dabei! Nämlich erst knappe 10 Tage davor, am 12. März 2010, hatten wir im Zuge unserer letzten Australien-Reise Perth verlassen und bis zu diesem Zeitpunkt in unserem Zelt gehaust. Glück gehabt, denn das wäre wohl nicht so gemütlich geworden.

Uiiii, so eine spannende Geschichte aber auch! Noch jemand munter? Es gibt Fotos! Na bitte, doch noch der eine oder die andere wieder aufgewacht. Also was können wir anbieten? Fotos vom Dienstag zum Beispiel, als wir wieder ein neues Cafè ausprobiert haben, das "Sayers Sister" in der Lake Street ...

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(Margit behauptet ja, ich sehe auf diesem Foto nur deshalb so alt aus, weil sie es bearbeitet hat. Na sehr super, danke!)

... oder vom Mittwoch als wir nach Leederville spaziert und zunächst im Churros auf ein paar ebensolche eingekehrt sind ...

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... und uns danach eine Nachmittagsvorstellung im mittlerweile lieb gewonnenen Luna Leederville gegönnt haben.

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Wieder war Cheap Day und wenn man da auch noch vor 18 Uhr auftaucht wird's nochmals billiger. Also rein mit uns, diesmal in den kleinsten Saal! Und der war voll, nachmittags um 14.30 Uhr. Ich hätte nie gedacht, dass "American Hustle" (ein großartiger Film übrigens!) dermaßen viele eher ältere Menschen anlocken würde (wir waren jedenfalls bei weitem die Jüngsten – und jetzt keine blöden Kommentare bitte!).

Übrigens, ein paar Stunden davor am Weg zum Kino, durch North Perth schlendernd, haben wir einen privaten Garten mit Weinreben (und vor allem mit dicken, fetten, essbaren Trauben!!!) entdeckt. Dieses Foto widme ich daher meiner Oma! Liebe Grüße auf den Wilhelminenberg!

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Es war ein schöner warmer Tag mit 33 Grad und leichtem Wind, also nicht zu heiß und durchaus angenehm. Aber wir wollten uns ein bisserl Erfrischung gönnen, ohne extra zum Strand fahren zu müssen. Da kam es doch wie gerufen, dass am Weg heimwärts der Beatty Park liegt. Ein riesiges Wassersportzentrum mit einem ebenso riesigen angeschlossenen Fitness-Zentrum. Und da ist es uns dann wie Schuppen von den Augen (bzw. in meinem Fall "wie Haare vom Kopf") gefallen, warum Australien dann doch ein paar mehr Schwimm-Olympiasieger hervorgebracht hat als Österreich.

Vor allem als Wiener kannst du es kaum glauben, aber es gibt doch tatsächlich Städte, die kriegen so ein Schwimmzentrum sowohl für den Leistungssport als auch für den Hobbysportbereich tatsächlich auf die Reihe. Ich schätze mal, weil es ihnen ganz einfach wichtig ist! Da wurden im Sportbecken alle acht Bahnen fürs Schwimmtraining genutzt, mit Trainern und Stoppuhr selbstverständlich. Auf den Stiegen der Tribüne wurde Schnellkraft trainiert und im kleineren Becken (in welchem auch wir eine Zeit lang Plantschen durften), fand am frühen Abend schließlich ein Wasserballmatch statt (mit Schiedsrichter und allem drum und dran).

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Also kurz und bündig: Um uns herum nur schöne, durchtrainierte Menschen. Also hieß es Bauch fest einziehen (gaaaaanz fest!!! ui, jetzt zwickt's aber schon ein bisserl...) und so tun als gehörte man dazu.

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Die Becken waren interresanterweise stark salzhaltig, Chlor wird zumindest in diesem Schwimmzentrum offensichtlich gar nicht oder nur sehr wenig verwendet. Eh klar, die brauchen das hier ja auch für das Trinkwasser!

Bleiben wir für eine kurze Zwischenmeldung noch beim Sport, genauer gesagt beim Fußball. Beim A-Leauge-Spiel der Teams Melbourne Heart gegen Sydney FC am Wochenende davor, durfte ich, faul vor dem Fernseher sitzend, einen alt gewordenen und sich müde dahinschleppenden Alessandro Del Piero beobachten, der mit seinen Mannen aus Sydney trotz Feldüberlegenheit gegen die Tabellenletzten aus Melbourne mit 1:2 verlor. Die Zuschauerzahlen und der lahme Kick am Rasen hatten dabei traurige Ähnlichkeit mit dem tristen österreichischen Bundesliga-Alltag.

Am Freitag Abend waren wir schon wieder am "Twilight Hawkers Market". Wir wollten euch eigentlich nicht schon wieder mit Fotos davon belästigen, es sieht nämlich ganz überraschenderweise immer noch genauso aus wie die letzten Male. Jedoch hatte diesmal die "Chinese Kung Fu and Tai Chi Academy Perth" einen fulminanten Auftritt und das möchten wir euch ganz einfach nicht vorenthalten! Es war ein traditioneller, mit rhythmischer Musik begleiteter Tanz ("Lion Dancing") wobei je zwei Personen unter einem Kostüm steckten. Es war eine beeindruckende Darstellung und das Publikum konnte die Löwen mit roten, Dollar gefüllten Kurverts füttern, was wohl dem Verein als Spende zugute kam.

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Abgeschlossen wurde der Freitag-Abend in einem belgischen Pub, wo wir hinter der Bar auf folgende Tafel aufmerksam wurden:

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(Bitte, jetzt mussten wir uns doch tatsächlich miteinander unterhalten!)

Am Heimweg quatschte uns dann noch eine so um die 30 Jahre alte besoffene Irin an (aber eh lieb), die auf der Suche nach einem bestimmten Hostel war, in dem sich angeblich ihr Ex-Boyfriend gerade aufhielt. Also hat sie uns gleich die ganze spannende Geschichte über ihren bösen Ex-Lover erzählt. Hört gut zu. Die beiden hatten gemeinsam eine Zeit lang in San Francisco gelebt (mit oder ohne Blumen im Haar wissen wir nicht). Dann ist er nach Perth gegangen, weil er hier geboren wurde. Also ist sie ihm hierher gefolgt (nachgehechelt wohl eher – Sitz! Platz!). Aber der Schlingel hatte die Miete für die Wohnung nie bezahlt, ist ins wilde Partyleben der hiesigen Jugendherbergen geflüchtet und schuldet unserem Rotschopf noch Unsummen an Geld. Und jetzt ist sie wütend (und beißt wahrscheinlich auch). Aber sie findet es eh super hier, vor allem nachdem die historische Mega-Welle halb England unter sich begraben hatte. Wobei ihr das als Irin eigentlich eh komplett wurscht sein kann. "I can't really make out your accent ... are you French? ", fragte uns die Arme noch (Oh la la, oui, oui bien sûr ma belle!) bevor sie dann doch noch Ihren Ex-Bad-Boy am Telefon erwischte und dabei im Getümmel in Chinatown unseren Blicken entglitt. Ihr könnt euch vorstellen, wir hatten schlaflose Nächte ob ihres Schicksals.

Am Samstag wurde mittags noch eine Joggingeinheit eingelegt und abends der Tag beim Flying Scotsman bei einem Burger und zwei Bier würdevoll abgeschlossen.

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By the way, der Flying Scotsman bezieht klare Stellung zum kürzlich eingeführten Shark Culling (Hai-Schlachten), von dem wir euch berichtet hatten:

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Am Sonntag, mit 34 Grad ein durchaus warmer Tag, sind wir ganz selbstlos und nur aus Recherche-Zwecken für diesen vor euch liegenden Bericht zum nächsten Beach aufgebrochen, nämlich zum City Beach. Dafür haben wir die Buslinie 82 Richtung Nordwesten genommen. Und im Bus in der Reihe hinter uns drei amerikanische Teenager. Und bitte, die reden wirklich so wie in den Filmen. Unglaublich.

"... well that is sooooo cool ... like ... I went to this party ... like, you know ... and it was so hectic ... you know and there were those two guys before me with their fucking smartphones ... like, I don't know ... they were talking and I said like ... "

Wirklich eine sehr spannende Geschichte, aber irgendwann konnten wir eben jener nicht mehr folgen und haben den Faden verloren (like ... you know we lost track ... of this fucking story ... like ... you know ... somewhere on the fucking way ...).

Zurück zum City Beach. Nicht ganz so überlaufen wie der Cottesloe Beach ein paar Kilometer südlicher (wir berichteten) aber durchaus gut besucht und geile Wellen dank des Herrn Doktor!

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Wer es nicht glauben möchte: Es ist wirklich so schön hier!

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Und wir mitten drin!!!

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Margit and the waves:

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Margit is happy!

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Zurück in Perths Zentrum sind wir noch durch Chinatown geschlendert, wo eine Woche nach dem chinesischen Neujahr eben jenes schon wieder (oder noch immer?) gefeiert wurde.

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So, ihr musstet lange warten, geduldig Wetterberichten lauschen, Fotos von Schwimmbädern und viel zu weißen Stränden aushalten sowie unechten Löwen beim Tanzen zusehen. Also da muss ich schon sagen, da habt ihr echt Geduld bewiesen und euch einen würdigen Abschluss verdient. Und da haben wir was für euch, eigentlich die Margit, denn die war im wahrsten Sinne des Wortes "federführend" bei der Produktion der folgenden Fotos. Somit ohne große Worte: Unser Hyde Park und seine Vögel! Viel Vergnügen!

Zum Aufwärmen: Nochmals kurz die Flora

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Red Wattlebird

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White-cheeked Honeyeater

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Australian Ibis (gibt's hier wie Sand am Meer)

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Eurasian coots

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Dusky Moorhens

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Und eine ganze Menge Donalds und Dagoberts:

Pacific Black Ducks

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Australian Shelducks

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Endlich das Geheimnis um die "Jammer-Krähe" gelüftet: Australian Raven

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Die Familie der Kakadus:

Zum einen: Little Corellas

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Zum anderen: Galahs

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Einmal bunt bitte: Rainbow Lorekeets

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Finally! The Funny! The Beautful! The Magic! The Great! The Kookaburra!

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Und im nächsten Bericht kommen wir dem Wildlife noch einen weiteren Schritt näher, denn wir haben uns aufgemacht, dem wohl spektakulärsten Schnorchel-Platz Perths einen Besuch abzustatten. Wer uns also auf der Jagd nach einem Têtê-à-têtê mit einem Weißen Hai begleiten möchte, der schaut auch im nächsten Beitrag wieder bei uns vorbei.

See you later, mate!

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Posted by NoUturners 16:52 Archived in Australia Comments (8)

Chapter 8: Music is in the Air!

In this episode read about a visitor from outer space!

sunny 32 °C
View Map: Let's Do summer... on NoUturners's travel map.

Vor lauter Aufregung um die Feierlichkeiten rund um den Australia Day haben wir doch glatt am Ende des letzten Beitrags auf das Finale der Australian Open vergessen. Somit nachträglich herzliche Gratulation an "Stanimal" zum längst überfälligen Grand-Slam-Titel!

Abgesehen vom verpassten Finale hatten wir aber sehr viel von den Australian Open im Fernsehen verfolgt. Die australischen Übertragungsrechte lagen beim Sender "7" und die haben in den Werbepausen auch Ihre sendereigenen Produktionen beworben. Darunter auch die Reality-Show "My kitchen rules", in der Zweier-Kochteams gegeneinander antreten und danach von zwei selbstverliebten aber hier offenbar sehr populären TV-Köchen als auch von den gegnerischen Teams bewertet werden. Allein die Vorschau war pures Drama über Menschen, die verzweifelt dem Traum ihrer "15 Minuten Ruhm" nachlaufen. Und weil wir wissen, dass ihr ganz sicher danach giert, hat sich Margit dazu bereit erklärt, ganz selbstlos und ausschließlich für euch eine ganze Sendung mitzuverfolgen und in einem der nächsten Beiträge davon zu berichten!

Kommen wir nun zu unseren vier sehr gemütlichen Wänden und ein paar interessanten Einblicken. Zunächst einmal eine ergänzende Information zur genauen Lage unserer Residenz. Sie liegt nämlich da wo sich die William Street und die Forrest Street an deren jeweiligen höchsten Stellen kreuzen. Und unsere Wohnanlage heißt dann klarerweise wie? Richtig! Forrest Hill. Und das, liebe Leserschaft, erinnert dann sehr stark woran? Auch richtig! An Beverliy Hills (ich widme somit das folgende Foto unserem Major Busch und sende herzliche Grüße in SEIN Beverly Hills!).

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Um über Strom- oder Telefonleitungen geworfene Sneakers ranken sich ja unzählige Urban Legends, keine einzige tatsächlich bestätigt. Aber die wohl am weitesten verbreitete ist, dass auf diese Art ein Drogen-Umschlagplatz oder Gang-Territorium angezeigt wird. Und eben solche Schuhe hängen mehr oder weniger direkt vor unserem Balkon. Ihr merkt, wir sind mitten drin im Drogen-Bandenkrieg. "Little Mexico" könnte man unser Viertel demnach eigentlich auch nennen!

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Wenden wir uns aber wieder realen und wesentlichen Dingen zu. Dem schönen Leben an sich zum Beispiel (wie von unserer Vermieterin in unserer Küche aufgestellt):

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Aber wir haben auch einen Haushalt zu erledigen. Saugen zum Beispiel oder den Herd putzen (das hab ich davon, dass ich ihn beinahe jeden Abend beim Kochen versaue):

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Danach wird entspannt. Beim Lesen am Balkon, direkt vor den ätherisch riechenden Eukalyptus-Bäumen ...

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... oder noch viel besser mit einem kühlen Bier auf der Couch! Prost!

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So, und wer gehört noch unvermeidlich zu unserem Alltag, wer fehlt noch? Richtig, die Nachbarn. Der Kontakt ist nicht sehr intensiv, aber jene, die wir schon getroffen haben, grüßen uns sehr freundlich. Na, das ist ja schon mal was. Den Nachbarn direkt unter uns haben wir noch nicht getroffen. Er hat sich in seinem Garten seine eigene Problemstoff-Sammelstelle angelegt. Also die MA 48 würde das ganz sicher sehr löblich finden:

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Und dann gibt's noch den Nachbarn schräg unter uns, Er hat in seinem Garten einen kleinen Do-it-yourself-Workshop aufgebaut und schraubt bereits seit mehreren Wochen an einem harmlosen IKEA-Kästchen herum. Weil das ganze wohl noch etwas länger dauern wird, hat er sich den Kühlschrank auch gleich mit in den Garten gestellt. So ist das Bier jederzeit griffbereit wenn es mal zu anstrengend wird. Wir finden, das ist eine sensationell gute Idee! Prost!

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Mit Ungeziefer hatten wir bisher nur peripheren Kontakt. Während unseres mittlerweile bereits fast sechs Wochen dauernden Aufenthalts haben wir erst zweimal eine Kakerlake in unserer Wohnung gesichtet ...

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... und ihr selbstverständlich umgehend den Garaus gemacht. Alle Tierschützer unter euch schauen beim folgenden Foto bitte weg!!

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A pro pos Ungeziefer: Tauben gibt es hier glücklicherweise im Vergleich zur Heimat nur sehr wenige!

So, lasst uns wieder Ordnung in den Bericht bringen. Am Mittwoch Abend sind wir erneut ins Kino nach Leederville aufgebrochen. Nachdem wir zuletzt die Qualität der Outdoor-Vorstellung getestet hatten, haben wir diesmal drinnen Platz genommen. Und weil Leo DiCaprio den "Wolf of Wall Street" gegeben hat, sind wir im großen Saal gelandet. Ein wunderschönes, altes Kino, äußerst bequeme Sesseln und unendlich viel Platz, um die Beine auszustrecken! Interessant ist der etwas intensivere Zugang zur Kino -Kultur. Es gibt täglich Vorstellungen bereits ab 11 Uhr vormittags bis spät abends. Aber wirklich wesentlich ist das nicht.

Übrigens, knapp verpasst, weil überhaupt nicht daran gedacht, haben wir am Donnerstag das chinesische Neujahrsfest, welches in Chinatown, 20 Minuten von uns zur Fuß zu erreichen, fulminant gefeiert wurde. Einen Tag später konnten wir fotografisch nur noch eine Gruppe verkleideter Nachzügler einfangen. Wirklich sehr schade. Da ging wohl ein großes Straßenfest komplett an uns vorüber.

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Aber wir wurden Zeuge, dass bei Jamie Oliver endlich wieder was los ist!

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Am Freitag Abend wollten wir endlich wieder zum "Twilight Hawkers Market" aufbrechen, jenem bunten, internationalen Treiben, von dem wir euch bereits in unserem zweiten Bericht erzählt hatten.

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Essensstände aus aller Welt beglücken dabei die Besucher auf kulinarische Art und die meisten Stände bewirten ihre Gäste auch wirklich mit echten Landsmännern und -frauen der jeweiligen Länder. So findet man zum Beispiel am türkischen Stand doch tatsächlich fünf beleibte Türken-Mamas mit Kopftüchern als hätte man sie direkt vom Brunnenmarkt eingeflogen.

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(Links unten: Gebetspausen inklusive!)

Erneut wurde mit einer Live-Band (Latino diesmal!) gute Stimmung gemacht! Und wieder hat uns diese sehr günstige Variante eines Abendessens ausgezeichnet geschmeckt. Als Hauptgericht haben wir passend zur Musik (und zum Paar Schuhe vor unserem Balkon) Burritos vom Mexikaner gewählt, als Dessert gab's "Royal Bananas" (Crêpes mit Nutella und Banane) vom Franzosen. Und weil sie von einem waschechten französischen Koch gemacht und serviert wurden, haben sie dann auch so geschmeckt als hätten wir sie direkt beim Straßentandler auf der Pigalle gekauft (Chere Kathi, pour toi!). Nächstes Mal sehr gerne wieder!

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Nur Bier dürfen sie aufgrund der fehlenden Lizenz keines verkaufen. Aber auf in die nächste Bar und das Problem ist auch schon einer Lösung zugeführt. Und weil sich diese Bar auf einer Terrasse mit Blick auf den Forrest Place befindet, hat man einen schönen Überblick über das gesamte Gelände.

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Schade, dass dieses Festival nur freitags von 17 bis 21 Uhr stattfindet. Nach nur 4 Stunden wird alles wieder für eine ganze Woche abgebaut:

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Ja und als wir da so gemütlich auf der Terrasse sitzen, was haben sie erneut extra für uns inszeniert? Teil 2 von "Catch me if you can!". Wieder wurde ein kleiner böser Mann von der Polizei Hops genommen. Kein Wunder, der junge Delinquent trägt den Grund für seine kriminellen Handlungen ja auch stolz und breit auf seiner Brust ("Nothing left to lose")!

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Am Weg durch die Fußgängerzone fällt uns dann dieser ganz besonders originelle Straßenkünstler auf: Ein Roboter aus dem Weltall. Sehr spannend! Er spielt Musik vom Tonband, hat bunt blinkende Lichter an seinem Raumanzug befestigt und kombiniert dies mit unkoordinierten aber mit großem Einsatz vorgetragenen Tanzeinlagen. Und er hat sein Publikum! Hut ab!

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Am Heimweg haben wir noch kurz an einem der zahlreichen Veranstaltungsorte des "Fringe World Festival" vorbeigeschaut. Dieses Kulturfestival ist über die gesamte Stadt verteilt und bietet von A bis Z so ziemlich alles was unter den Begriff Kultur fällt. Auf der Webseite wird es so beschrieben:

"It is a festival for everyone, and all are welcome. FRINGE WORLD is packed with cabaret, sketch and stand-up comedy, theatre and music performances, with a dash of film and visual art exhibitions thrown in for good measure. The Festival will feature more than 450 free and ticketed shows, to be presented at more than 60 venues."

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Gleich am nächsten Morgen sind wir endlich zum schon längst überfälligen Ausflug nach Fremantle aufgebrochen, ein Ausflugsziel für Touristen und Einheimische gleichermaßen. 19 Kilometer und 25 Zugminuten südlich von Perths Zentrum gelegen und mit 25.000 Einwohnern eine sehr übersichtliche Kleinstadt. Die Mündung des durch Perths Zentrum fließenden Swan Rivers liegt hier und somit ist Fremantle auch gleich der wichtigste Hafen Western Australias. Daher Boote in allen Größen, Farben und Positionen wohin man blickt:

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Wahllos gesammelte Eindrücke bei einem Spaziergang durch das Zentrum:

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Trotz extrem hoher Pub- , Bar- und Restaurantdichte ist und bleibt das kulinarische Herz der Stadt die landesweit bekannteste und populärste Brauerei mit extrem hohem Kultfaktor, Little Creatures.

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Und sie wird diesem Ruf absolut gerecht. Man kann an verschiedenen Stellen im Garten vor der Brauerei, auf der Rückseite auf der Terrasse am Wasser, in der Brauerei selbst oder im Gift Shop gemütlich sein Bier trinken und auch ausgezeichnet essen.

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(Ein Falafel Pita zum Selbst-Zusammenbauen. Super Idee und lecker war's auch!)

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Überraschenderweise angenehm schwach besucht waren die Strandabschnitte Fremantles, zum Beispiel der "South Beach" nur wenige Gehminuten südlich der Stadt gelegen.

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Das liegt ganz sicher vor allem daran, dass der Fremantle Doctor hier seinen Ursprung hat und es daher sehr windig ist. Aber wenn wir schon da sind: Husch, husch hinein in den indischen Ozean!

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Margit war es trotz ihrer legendären Vergangenheit als Eistaucherin in der Melk zu kalt zum Baden. Gar nicht wegen des Wassers, das an die 26 Grad hatte. Aber durch den starken Wind fühlte sich die an diesem Tag ohnehin nur 28 Grad warme Lufttemperatur weitaus kälter an. Furchtbar, ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie eiskalt das war. Eisbär kann man sagen. Unerträglich ...

So, bevor es noch lustiger wird, leiten wir rasch über, weil es grad zum Meer dazu passt. Ganz großes Thema ist hier derzeit die neu in Western Australia eingeführte "Catch-and-kill-policy" von Haifischen über 3 Meter Länge vor allem an Perth's Stränden. Dieses neue Gesetz der westaustralischen Regierung ist jedoch in der hiesigen Bevölkerung auch starken Protesten ausgesetzt. Es gab bereits zahlreiche Demonstrationen und Sabotage-Aktionen. Aber es gibt auch viele Befürworter und es wird daher ein kontroverses Thema bleiben. Wie auch immer man dazu steht, es gibt halt keinen einzigen wissenschaftliche Beweis, dass diese Methode zu einer Reduktion der Hai-Attacken führen wird. Wir beobachten weiter!

Am Rückweg vom Strand zum Bahnhof wurden wir dann noch Zeuge wie und wo man hier in Fremantle, eine Stadt, die durchaus den Ruf einer Hippie-Stadt genießt, anscheinend sein Mittagsschläfchen erledigt:

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Und dann war auch schon wieder Sonntag, an dem der Höhepunkt dieser Woche anstand. Die Musikfestival-Reihe "Summer Concerts" kam in unseren Hyde Park und darauf hatten wir uns schon die gesamte Woche gefreut! Es spielte die Big Band "Western Australia Youth Jazz Orchestra " und wir haben uns in den Schatten begeben und wie alle anderen, sehr zahlreich erschienenen Besucher den sehr stimmungsvollen Nachmittag im Hyde Park genossen:

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Überhaupt ist die Musikszene hier sehr lebendig und ständig präsent. Man hört jugendlichen Trommel-Wirbel aus den Kellern von Einfamilienhäusern, Musik und Gesang aus Gärten und zwei Mädels haben im Garten unserer Wohnanlage einfach mal ein spontanes Gitarrenkonzert gegeben.

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Und das sind nur ein paar wenige Beispiele. Außerdem gibt es das ganze Jahr über unzählige Kulturfestivals, davon auch viele Konzertreihen für hiesige, kleine und unbekannte Jazz-, Pop- und Rockbands. Insgesamt ergibt das eine sehr erfrischende Atmosphäre und tut wirklich gut.

Als Europäer und ganz speziell als mit schwerer Vergangenheit belasteter Österreicher wirft man ja Ländern der neuen Welt sehr gerne ein wenig hochmütig vor, dass sie ja noch keine lange (vor allem kulturelle) Geschichte haben. Das stimmt zwar, aber das hat natürlich auch einen großen Vorteil. Man blickt nicht ständig in die Vergangenheit, ehrt was einmal war, sondern richtet seine Aufmerksamkeit auf die Gegenwart und Zukunft und die vielen Möglichkeiten die sich einem bieten. Es gibt kein langatmiges Mozart-Jahr und kein zu pflegendes Sissi-Image. Erfrischend anders, nicht mehr und nicht weniger! Übrigens: Das Känguru und das Emu finden sich deshalb im australischen Wappen wieder, weil sich beide Tiere nicht rückwärts sondern nur vorwärts bewegen können ("Gut", werdet ihr sagen, "der Adler im österreichischen Wappen kann ja auch nur vorwärts fliegen". Touché! Guter Punkt, aber vielleicht ist das ja der einzige Adler der das kann. Wer weiß?)

Abgerundet haben wir den Tag wieder in einem neuen Cafè in der Beaufort Street und zwar im "The Beaufort Street Merchant":

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Das Highlight des Tages war jedoch zweifellos die Rückkehr des Kookaburra, "King of all Birds". Und zwar konnten wir ihn endlich auch vor unsere Linse bekommen! Wir wollen euch daher mit den folgenden Fotos sehr gerne Geschmack auf den nächsten Eintrag machen, in dem wir euch neben vielen anderen Dingen vor allem zahlreiche und sensationelle Aufnahmen der hiesigen Vogelwelt zusammenstellen werden.

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See you later, mate!

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Posted by NoUturners 16:52 Archived in Australia Comments (2)

Chapter 7: My very personal anniversary Skyworks!

In this episode read about a janitor's story!

sunny 38 °C
View Map: Let's Do summer... on NoUturners's travel map.

Good Day everybody und willkommen zurück zu einem Bericht der Superlative. Bevor wir allerdings loslegen, möchte euer Geschichtenerzähler gleich mal von einer schweren Panne berichten. Ihr erinnert euch noch an den letzten Beitrag und den sonnengetränkten Marsch in den King's Park? Der "Herr Gscheit" (ja, das bin ich!) braucht sich dafür natürlich nicht mit Sonnenchreme einzuschmieren. Schon gar nicht am Kopf, denn da ist ja der Haarwuchs ganz besonders dicht. Ja, das hat er nun davon, weil er nicht auf seine Mama gehört hat, die immer gesagt hat, er solle sich immer gut einschmieren. Oder auf die Margit, weil die ist bisher nämlich ohne Sonnenbrand ausgekommen!

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(Aufgenommen ein paar Tage später, als dann alles schon von rot in braun überging, sich die Haut aber trotzdem abschälte als gäb's kein Morgen)

Somit hätten wir diesen Eintrag mit einer bombastischen Kurzgeschichte eröffnet. Wem jetzt schlecht geworden ist, der darf kurz Luft schnappen. Aber nicht zu lange auf den Balkon raus! Es ist kalt in der Heimat, haben wir gehört, da holt man sich schnell mal eine Erkältung!

Die Woche verlief angenehm ruhig. Außer einem 15-minütigen Stromausfall hat sich nicht viel ereignet (jener allerdings ausgerechnet zu jenem Zeitpunkt als King Roger gerade dabei war, den Andy Murray auseinanderzunehmen). Ihr merkt also, wir haben die Australian Open intensiv im Fernsehen verfolgt. An den Abenden drehten wir wieder ausgiebig unsere Laufrunden unter Palmen während sich die zahlreichen bunten Papageiarten über unseren Köpfen wilde Verfolgungsjagden lieferten. Ach ja, nicht alle im Park sind laufend unterwegs, viele gehen einfach auch in zügigem Tempo ihre Runden. Faszinierend zu beobachten, dass eben jene ausnahmslos ohne die in Österreich so beliebten Gehhilfen auskommen (auch unter dem Namen "Nordic-Walking-Stecken" bekannt). Und gleich noch ein Vergleich mit der Heimat: Das "Sackerl-ins-Gackerl"-Prinzip gibt's hier auch und es scheint unserer Beobachtung nach sehr gut zu funktionieren.

Am Dienstag, einem wieder verdammt heißen Tag, haben wir abends ein weiteres Kino getestet, das ebenso in etwa 30 Minuten entfernte "Luna Leederville" im gleichnamigen Stadtteil. Und die haben im Hinterhof ein Outdoor-Kino aufgebaut, das jeden Tag um 20.15 Uhr eine Vorstellung bietet. Die meisten Reihen sind dabei mit bunten und sehr bequemen Sitzpolstern ausgestattet was zusätzlich eine tolle Atmosphäre gibt. Gezeigt wurde Spike Jonze's neuestes Werk "Her", ein sehr skurriler und daher mutiger Versuch eines Liebesfilms mit Joaquin Phoenix (und vor allem seinem Schnauzbart!!!) in der Hauptrolle.

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Einen Tag später war dann mal richtiger Waschtag. Bisher hatten wir die wenigen Kleidungsstücke, die wir überhaupt anziehen mussten per Handwäsche erledigt und das war durchaus ausreichend. Aber ein paar Dinge mussten dann doch mal so richtig sauber gemacht werden. Also opferte sich Margit und machte sich mit der öffentlichen Waschküche und den verschiedenen Waschmaschinen vertraut (und bitte jetzt keinen Emanzen-Aufstand, ich koche dafür jeden Tag! Na ois dann, aber sicherheitshalber gleich meckern, gell?). Und während sie das tat, tauchte plötzlich Jack auf. Bereits so um die 60 und nicht ganz so schillernd wie weiland Crocodile Dundee aber sehr freundlich und redefreudig, verwickelte er Margit in ein Gespräch. Recht bald stellte sich heraus, dass Jack einmal in der Woche in unserer Wohnanlage den Hausmeister machte (an weiteren Tagen betreut er auch andere Anlagen) und selbst Besitzer eines eigenen Hauses ist, von dem er jedoch einen Großteil untervermietet. Und er reist selbst auch sehr gerne und war sogar schon in einigen Ländern Europas unterwegs (was für Australier eher selten ist).

Gut, ihr habt Recht. Das alleine war nun nicht unbedingt etwas, das als großartige Geschichte durchgeht. Aber Jack hatte noch mehr zu erzählen und das gab uns dann einen sehr interessanten Einblick in die örtliche Wohnungssituation. Weil nämlich Australier sogar noch mehr als Österreicher den inneren Drang verspüren, sich irgendwo ihr eigenes Haus hinzustellen und sie hier in alle Himmelsrichtungen inflationär viel Platz haben (gut, Richtung Westen nicht so, da liegt ja der indische Ozean mit den bösen Haifischen), zieht sich die Stadt jährlich immer mehr in die Länge und in die Breite (in die Höhe weniger, denn so ein Hochhaus stellt sich ja so ein privater Häuslbauer auch wieder nicht so schnell hin). Und das, so meint Jack, kann sich die Stadt bald nicht mehr leisten, denn die Infrastruktur wie Wasserleitungen, Kanalisation, Strom, Gas, öffentliche Verkehrsmittel, Straßen (you name it) kommt nicht nur sehr teuer sondern irgendwann gar nicht mehr nach. Also sagt die Stadtverwaltung jetzt einfach "AUS, so geht's nicht weiter! Husch, husch, alle wieder rein in die Stadt, wir bauen eben in die Höhe!" Und das ist etwas, dass ganz besonders für West-Australier nur sehr schwer nachvollziehbar ist und wohl noch einen langwierigen Umdenkprozess benötigen wird. "Die sollen mal nach Europa reisen und sich ansehen auf welch engem Raum man genauso gut wohnen kann", ließ der immerhin weit gereiste Jack noch abschließend kein gutes Haar an seinen Landsleuten. Ja und wir, wir waren auch um eine sehr interessante Erfahrung reicher.

So, wir springen ein paar Tage weiter, genauer gesagt gleich zum Samstag. Wir sind unmittelbar nach dem (zugegebenermaßen späten) Frühstück in die Beaufort Street in eines unserer Lieblingscafès, das Caffissimo, aufgebrochen (eh klar, wohin geht man sonst wenn man eben erst daheim gefrühstückt hat?) Da hingen wir eine Weile rum, haben gelesen und Postkarten geschrieben (aber noch nicht abgeschickt, also noch keine falschen Hoffnungen machen, bitte!), nur um einige Zeit später und ein paar Meter weiter im Pub "Queens" einzufallen, um das erste Bier des Tages zu vernichten. Danach habe ich im Buchladen nebenan ganz schön viel Zeit liegen gelassen und schließlich sind wir die Beaufort Street wieder in die andere Richtung gewankt um im "Five" einzukehren, ein Alternativ-Lokal und eine Mischung aus Cafè, Pub, Restaurant und Bar.

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Da haben wir dann auch zu Abend gegessen, weitere wichtigen Biereinheiten zu uns genommen und uns von den schon einigermaßen betrunkenen aber sehr gut gelaunten Kellnern unterhalten lassen. "Do you also have cocktails that are not on the drinks menu? Let's say ... a Black or White Russian?" stellte ich ausgerechnet den am meisten angeschlagenen Kellner vor eine schwere, intellektuelle Herausforderung. "Yes, sure! I can do that!", versprach er lächelnd während es hinter seinen glasigen Augen zu arbeiten begann ("What the fuck is a Black or White Russian?"). Er wartete noch einen Augenblick und verschwand wankend aber immer noch gut aufgelegt Richtung Bar. Mein Black Russian war dann eigentlich ein Whisky-Cola mit einem Schuss Kaluha. Aber das machte gar nix, ich mag ja so eine schottische Note in meinem Cocktail ganz gerne. Margits White Russian war so eine Art Eis-Kakao mit leichtem Alkoholgeschmack. Aber das war uns komplett wurscht. Viel wichtiger war, dass wir an diesem Abend eine ganze Menge Spaß hatten. Wir mit uns selbst und auch mit den Kellnern. Und wahrscheinlich vor allem die Kellner mit uns. Well, this was probably what you call a good night out!!!

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Ist es mir um Mitternacht noch mit Verweis auf die Zeitverschiebung gelungen, die Galgenfrist um weitere 7 Stunden hinauszuzögern, so war um 9 Uhr morgens nach dem Aufwachen nichts mehr zu machen. Es war soweit, der 3er auf der Zehnerstelle hatte den harten Kampf mit dem 4er verloren und musste schließlich klein beigeben und Platz machen. Und weil das überraschenderweise dann doch überhaupt nicht weh getan hatte, konnte ich die von Margit zum Frühstück servierte Torte so richtig genießen. So ... Moment bitte! ... Aha, ja ... Ich wurde soeben ermahnt, auch zu erwähnen, dass mir Margit zum Geburtstag ein Ständchen gesungen (na super, als hätte der 40er nicht gereicht!) und mir natürlich auch ein Geschenk gemacht hat: Karten für zwei Konzerte am "Perth Festival", das den ganzen Februar über täglich mit zahlreichen Pop- und Rockkonzerten aufwartet! Vielen Dank mein Schatz!!!

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Und es haben an diesem Tag tatsächlich alle hier in Perth mit mir mitgefeiert! Es war Australia Day, der australische Nationalfeiertag und den versteht man hier wirklich richtig gut zu feiern, was für uns als Österreicher natürlich eine komplett neue Welt eröffnet und sehr zu beeindrucken weiß!. "Und zwar was genau?" werdet ihr jetzt mit in meine Richtung geworfenem kritischen Blick fragen. Also: Keine langweilige Bundesheerparade, keine Heinzi-Fischer-Ansprache, keine Oktober-Nebel-Suppe und vor allem keine furchtbare Land-der-Zwerge-Bundeshymne! Ui, noch viel böser euer Blick. Landesverräter! Aber tut's euch nicht ärgern, ist ja alles gut. Kommt mit und begleitet uns auf eine wunderbare Party, die zeigt, wie man einen Nationalfeiertag auch etwas anderes begehen kann!

Auf unserem Weg zu den öffentlichen Feierlichkeiten im Zentrum bemerkten wir bereits in "unserem" Hyde Park nebenan ausgelassene Stimmung. Überall lief Musik, Zelte waren aufgebaut und die BBQ-Stellen belegt:

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(auch am Weg: Granatapfelbaum einfach so im Vorgarten!)

Danach machten wir noch einen Sprung ins "Tarts", diesmal im Hinterhof (weil wir ja schon so lange nicht mehr in einem Cafè gewesen sind):

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Gut gestärkt spazierten wir ins und durchs Zentrum , schauten bei Jamie Oliver (wo aber so gar nix los war) ...

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... sowie bei Peter Alexander und Audrey Hepburn vorbei ...

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... bis wir schließlich im Langley Park ankamen, ein riesiges Grünareal südlich des Zentrums direkt am Swan River gelegen. Da sollte abends um 20 Uhr Perth's 30-jähriges Jubiläumsfeuerwerk zum Australia Day stattfinden (lasst die Leute in ihrem Glauben, denn wir alle wissen ja, der wahre Anlass war mein 40er). Größer, bunter, lauter, gewaltiger als alles bisher dagewesene sollte es sein! Die nennen das hier übrigens nicht "Fireworks" sondern "Skyworks". Warum wissen wir nicht genau, aber es liegt möglicherweise daran, dass gleichzeitig mit dem Feuerwerk auch Laser- und Wassereffekte eingesetzt werden. Noch war allerdings Nachmittag und es war große Volksfeststimmung angesagt. Jung und alt, groß und klein, dick und doof, alle waren sie da. Mit Decken, Kühlboxen, Picknick-Körben und Australien-Flaggen.

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(noch waren die riesigen Müllcontainer leer)

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(viele suchten den Schatten unter Bäumen oder auch unter den zahlreichen, riesigen Zeltplanen)

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(für alle Junggebliebenen unter euch ein Kasperltheater, ob's auch eine Frage zur Kasperlpost gab wissen wir nicht)

Und wir im riesigen Getümmel auf der Jagd nach Fotos, nur für euch!!!

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Auch für Recycling wird in Perth viel Werbung gemacht. Diese Band, sozusagen am "MA-48-Stand", spielte Jazz-Musik nur mit wiederverwerteten Materialen:

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Für alle Benzinbrüder unter euch. Es gab auch eine Motocross-Show ...

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... und immer wieder spektakuläre Flugshow-Einlagen und sich verwegen in die Tiefe stürzende Fallschirmspringer:

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Aber auch viele Aborigines-Flaggen waren zu sehen, was eine schöne Symbolik darstellte. Denn der Australia Day ist nicht nur der Nationalfeiertag sondern feiert ganz konkret die Ankunft der "First Fleet" in Sydney Cove am 26. Januar 1788. Und dazu gibt es berechtigterweise auch hier im Land sehr kritische Stimmen, da die Ankunft dieser Flotte, wie wir alle wissen, der Anfang vom Ende für die australischen Ureinwohner, die Aborigines war.

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Und soweit wir das beobachten konnten, sind die Aborigines in den gesellschaftlichen Strukturen so gut wie nicht präsent. Man sieht von ein paar gut integrierten Ausnahmen abgesehen nicht sehr viele von ihnen und wenn doch, dann in Gruppen, schwer alkoholisiert und offenbar obdachlos. Wir glauben zwar, dass von öffentlicher Seite sehr viel getan wird und es auch viele andere Initiativen gibt, die eine bessere Eingliederung in die Gesellschaft, vor allem im urbanen Umfeld, fördern. Aber das wird noch sehr lange dauern und bleibt für viele Jahre ganz sicher ein heikles Thema. Auf viel Gegenliebe stoßen die Ureinwohner nämlich leider noch immer nicht:

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(fotografiert auf einer Schaufensterscheibe eines von Aborigines betriebenen Radiosenders)

Deshalb war es schön zu sehen, dass bei den Festivitäten im Langley Park auch an die Aborigines gedacht wurde und sie mit ihrer Flagge durchaus präsent waren. Dennoch wird das Thema die Australier noch länger beschäftigen. Wobei sie sich dabei wohl weitaus selbstkritischer mit ihrer eigenen Geschichte auseinandersetzen werden müssen als sie das bisher getan haben. Aber habt Geduld mit den Australiern, denn schließlich kann nicht jede Nation seine Geschichte so ehrlich und selbstkritisch reflektieren wie wir Österreicher, oder?

Ups, ich bin abgeschweift! Wir waren nämlich immer noch im Langley Park und die Zeit verging rascher als uns lieb war. Und ein Feuerwerk schulden wir euch auch noch. Bevor es also damit weitergeht ein kurzes Wetter-Update: Der Wind frischte etwas auf, es wurde so ganz im kurzen Leiberl durchaus kühl. Auch deshalb, weil die Sonne mittlerweile nur noch sehr flach am Himmel stand.

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Kurze Zeit später wurde es schließlich 20 Uhr und die Sonne war hinter dem Horizont verschwunden. Alle warteten auf das angekündigte Feuerwerk der Superlative. Und was sich die folgenden 30 Minuten abspielte, war tatsächlich das beeindruckendste Feuerwerk (oder eben "Skyworks"), das wir je gesehen hatten. Die Fotos tun ihr Bestes, können die Realität aber kaum wiedergeben:

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Einziger Minuspunkt: Es war nicht wirklich ein von besonders kreativer Kraft getriebenes Feuerwerk. Vielmehr wurden die Millionen von australischen Dollar eher nach dem Motto "höher, schneller, weiter" in die Luft geballert. Dennoch: Wir haben es sehr genossen, schließlich waren es ja auch nicht unsere sich in Luft aufgelösten Steuergelder! Und als nach dem fulminanten Finale alles sehr plötzlich zu Ende war, sind doch tatsächlich "ganz überraschend" alle auf einmal aufgebrochen. Etwas das auf den breiten Straßen der Stadt aber wenig störend war:

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Und da irgendwann mal die gesetzliche Regelung geschaffen wurde, dass der Folgetag ein Feiertag ist, sollte der Australia Day auf einen Sonntag fallen, hatten es die Leute auch nicht besonders eilig, nach Hause zu kommen.

So, wir sind am Ende dieses Beitrags angelangt, an dessen Stelle ich mich bei allen sehr herzlich für die zahlreichen Glückwünsche bedanken möchte (ganz besonders gefreut habe ich mich über die familiäre Videobotschaft vom Fuße des Wilhelminenbergs)! Nun bleibt nur noch, euch auf den nächsten Bericht zu verweisen, der davon erzählen wird, wie denn so bei uns die Wohnung geputzt wird, wie genau es unsere Nachbarn mit der Ordnung nehmen, ob die Insekten hier genauso exotisch sind wie die bereits vorgestellt Flora und vor allem welchen wichtigen Stellenwert kleine aber feine Musikbands in dieser jungen und sehr modernen Stadt haben.

See you later, mate!

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Posted by NoUturners 08:43 Archived in Australia Comments (5)

Chapter 6: Introducing King's Park

In this episode read about a lonesome pink monkey!

sunny 39 °C
View Map: Let's Do summer... on NoUturners's travel map.

Da sind wir wieder und wollen uns gleich vorweg bei allen bedanken, die geduldig unseren Geschichten folgen. Auch die wachsende Zahl jener, die unsere fragwürdigen Geschichten über die Subscriber-Funktion abonniert haben freut uns! Also seid ihr alle bereit, euch in der vor euch liegenden Geschichte weg von unserem feinen aber kleinen Hyde Park ums Eck in den riesigen King's Park entführen zu lassen? Sehr gut, dann kann's ja losgehen!

Aber Moment, irgendetwas stimmt da nicht. Nicht nur unseren treuesten Anhängern sollte da jetzt etwas komisch vorkommen. Da fehlt doch was? Richtig mitgedacht! Die Auflösung der spannenden Geschichte rund um unseren mysteriösen Besucher ist ja noch offen. Aber ich sag's gleich. Der vor euch liegende Beitrag ist insgesamt etwas länger geworden. Schaut daher, dass ihr euch eure Lese-Kräfte gut einteilt! Wer also wie Margit meint, diese Geschichte sei sowieso viel zu langweilig, nutzt die Chance und blättert ganz einfach über den folgenden Absatz drüber. Alle anderen können sich nun der Auflösung dieser spannenden Geschichte widmen.

Also das war so. Als ich vor die Türe trat, um unseren Eindringling zur Rede zu stellen ... ja, da war doch tatsächlich niemand da. "Spinne ich denn jetzt schon komplett?" dachte ich mir und kratze mir besorgt meinen kahlen Hinterkopf während ich mich mit fragendem Gesichtsausdruck zu Margit umdrehte. Aber kaum war dieser Gedanke fertig gedacht, da kam der geheimnisvolle Fremde auch schon wieder zurück. Ein kleines Männchen, mager und schon etwas älter aber offenbar sehr erfreut, dass die Wohnung auch ohne Carol's Schlüssel plötzlich offen stand. Dass ich nicht Carol war, störte ihn anscheinend überhaupt nicht. Umgehend ergriff ich verwegen die Initiative. "Good Day, how can I help you?" war mein bestimmter aber höflicher Eröffnungsschachzug. "Well, I am here for the necessary repairs. Did Carol not tell you?" Ich war verwundert. "Hm, our landlady's name is Bobbi and she did not tell us anything. And I would not know what has to be repaired anyway." antwortete ich und versuchte, meine einsetzende Verwirrung zu verbergen . Erste Zweifel breiteten sich in den erfahrenen Gesichtszügen des Handyman aus. "Well, I thougt it's apartment 206 ... but maybe it's 207?" murmelte er mehr zu sich selbst als in meine Richtung und schlurfte zur Nachbarstüre, griff ins Schlüssel-Geheimversteck (beim Gaszähler gleich neben der Eingangstüre, sehr originell!) und entdeckte den Schlüssel. "Huh, no wonder I could not find Carol's key before!", nuschelte er sichtlich erleichtert, nahm seine vor unserer Türe zwischengeparkten Arbeitsutensilien und entschuldigte sich höflich. "No worries", rief ich ihm noch hinterher, bevor er schließlich in Apartment 207 verschwand, wo er schließlich zu unserer großen Freude den ganzen restlichen Tag glücklich bohrte, hämmerte und herumwerkte.

Als Überleitung für den nächsten Informationsblock, den ihr einfach ertragen müsst, weil es so viel zu erzählen gibt (also stellt euch nicht so an), zeigen wir euch zwei nächtens von unserem Balkon aus geschossenen Bilder.

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Dazu passend die soeben angekündigten Informationen, damit ihr wichtige und für euer Leben elementare Dinge dazulernt. Western Australia hat keine Sommerzeit (unseres Wissens der einzige der 8 Bundesstaaten), die Zeitverschiebung zu Mitteleuropa liegt daher im australischen Sommer bei nur 7 Stunden und der Sonnenuntergang ist deshalb auch jetzt im Hochsommer relativ zeitig. Um 19.30 Uhr dämmert es schon stark. um 20 Uhr ist es stockfinster. Das liegt natürlich an der relativen Nähe Australiens zum Äquator, wenn auch Perth selbst auf dem Kontinent sehr weit südlich liegt. Nur damit ihr euch das besser vorstellen könnt: Vergleichbare Städte auf der Nordhalbkugel auf einem ähnlichen Breitengrad wären zum Beispiel San Diego oder Kairo (Kurl, ich hoffe, das stimmt so in etwa?).

Gut, konzentrieren wir uns wieder auf uns. Bereits am Montag nach dem in der letzten Geschichte berichteten Hitzerekord-Wochenende gingen die Temperaturen deutlich zurück und pendelten sich auf 28-30 Grad ein. Etwas, das uns in den nächsten Tage während unserer fleißigen und intensiven Laufeinheiten entgegen kam. Bereits am Freitag jedoch kletterte der Herr Celsius wieder in höhere Sphären, das Thermometer zeigte da bereits wieder fesche 38 Grad. An eben jenem Freitag Vormittag haben wir uns daher ein schattiges und leckeres Frühstück im Cafè "Tarts" gegönnt.

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Übrigens, davor am Weg zum Frühstück haben wir ein improvisiertes Foto-Shooting mit einem verlassenen rosafarbenen Plüschaffen eingelegt. Aber er war gut drauf und hat sich, sichtlich glücklich über so viel Aufmerksamkeit, ausschließlich für uns in Pose geworfen!

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Dieses Cafè liegt übrigens in einer weiteren, neu entdeckten Straße voller sympathischer Lokale und schöner Häuser, die Lake Street, welche wir natürlich so wie vieles hier, ganz selbstlos nur für euch mit Bildern eingefangen haben:

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(Northbridge Piazza mit täglichem, ganztägigem Videoprogramm, derzeit vor allem Live-Übertragungen der Australian Open in Melbourne)

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(einfach so im Vorgarten: ein Zitronenbaum – "Why? Well, because I can!", schätzen wir mal)

Und wenn wir schon dabei sind, gleich noch ein neu entdecktes Lokal, das "Churro", wo es neben ebensolchen auch sonst alles was nur irgendwie mit Schokolade zu tun hat gibt. Überzuckerung quasi Hilfsausdruck.

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Zwei Tage später war dann auf einmal Sonntag, die Woche fast um und ihr fragt euch jetzt sicher was das Gequatsche bisher alles mit dem King's Park zu tun hat, der ja schließlich den Titel dieses Eintrags zur Verfügung gestellt hat. Seid nicht so ungeduldig, wir waren ja schon am Weg dahin. Nur eben zu Fuß, das meiste davon bergauf bei rund 39 Grad im Schatten. Und von eben diesem gab es noch dazu sehr wenig. Da muss man mit seinen Kräften eben etwas haushalten, schließlich waren wir bereits eine Stunde unterwegs. Aber seid beruhigt, ihr habt es fast geschafft. Eine kurze Verschnaufpause legten wir noch beim Landesparlament ein, denn das Regierungsviertel für Western Australia liegt natürlich auch in deren Hauptstadt Perth und ist überraschenderweise ganz besonders nobel herausgeputzt.

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Von hier aus hat man übrigens einen guten Blick auf die stark genutzte Perth Arena, eine Mehrzweckhalle, vergleichbar mit der Wiener Stadthalle, nur etwas neuer und daher moderner (zum Beispiel hat sie ein Schiebedach, das jederzeit geöffnet und geschlossen werden kann):

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Und nur wenige Minuten später standen wir auch schon vor dem Eingang zum King's Park. Bevor wir euch mit ein paar Bildern beglücken, zunächst ein paar Worte zur Geschichte dieses Parks, der für Einheimische und Touristen gleichermaßen wichtiger Dreh- und Angelpunkt sowie populäres Naherholungsgebiet darstellt.

Der Park wurde 1901 zu Ehren von König Edward VII "King's Park" benannt. Mit seiner Größe von 400,6 Hektar zählt er zu den größten Stadtparks weltweit und ist sogar größer als der 349,15 Hektar große Central Park in New York, wobei zwei Drittel der Gesamtfläche im ursprünglichen Buschland belassen wurde. Der Park liegt auf dem Mount Eliza, ein kleiner Hügel westlich des Zentrums , der bereits für die Aborigines einen wichtigen spirituellen Stellenwert hatte. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf die Skyline der Stadt und auch auf den River Swan, der an dieser Stell eine stattliche Breite annimmt und von oben eher wie ein See als ein Fluss aussieht. Es gibt hier gleich mehrere Gedenkstätten (State War Memorials) für in verschiedenen Kriegen gefallene westaustralische Soldaten, vor allem jene des ersten und zweiten Weltkriegs, aber auch des Korea- und und Vietnam-Kiregs. Außerdem beherbergt der Park ein riesiges Wasserreservoir für die gesamte Stadt und ist beliebter Veranstaltungsort für zahlreiche Musikfestivals, Kunstausstellungen, Workshops und vieles mehr.

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(Überall zu sehen: Die Lemon Gum Trees)

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(BBQ – findet man wirklich überall, also auch im King's Park)

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(Was es nicht alles gibt: Frau mit Schuhen aber ohne Füße?)

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(Klar, Rugby wird sowieso überall gespielt!)

Aber das wichtigste: Entspannen kann man hier ausgezeichnet!

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Und manch einer gönnt sich gleich das volle Programm. Mit "Stil" selbstverständlich. Wenn schon, denn schon!

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Die "Botanic Gardens" sind mit 17 Hektar ein relativ kleiner Teil des King's Park. Sie wurden 1965 eröffnet und sind Heimat 2000 verschiedener Pflanzenarten. Ein paar wenige davon haben wir bei unserem Spaziergang auch tatsächlich fotografiert.

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Auch ein paar Vögel bekamen wir vor unsere Linse, allerdings keine besonders spektakulären.

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(die bereits vorgestelle "Jammer-Krähe", dessen echter Name uns immer noch nicht geläufig ist)

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(Australian Magpie, auf deutsch: Würgerkrähe – ja, es es gibt schönere Vogelnamen)

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(Red Wattlebird)

Last but not least! Der bereits angesprochene Blick vom Park auf die Skyline:

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Für alle Fans: Gibt's natürlich auch mit uns im Vordergrund!

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Danach haben wir uns wieder auf den Weg gemacht. Einen kürzeren als am Vormittag, direkt durch die Innenstadt. Und diese war an diesem Sonntag Abend mitten in den Sommerferien komplett ausgestorben. Und das obwohl hier durch die großen Distanzen auch innerhalb der Stadt Autos eine sehr dominante Rolle einnehmen.

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Schließlich haben wir uns zurück in unserem Viertel noch beim Indonesier ums Eck unser Abendessen mitgenommen (absolut zu empfehlen!) und sind erschöpft aber zufrieden in der Abendsonne durch unsere Nachbarschaft nach Hause spaziert.

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Und schon war eine ganze Woche auch schon wieder vorüber aber wir hatten endlich dem King's Park einen Besuch abgestattet, der sicher nicht der letzte während unseres Aufenthalts war. Und weil ihr so geduldig bis zum Schluss durchgehalten habt, belohne ich euch mit einem schnellen Abschluss dieses Eintrags. Der nächste wird übrigens von einem ganz besonderen Tag handeln, der jedes Jahr am 26. Jänner gefeiert wird. Wer glaubt es zu wissen? Hm? Wir geben euch mit nachstehendem Foto einen Hinweis!

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See you later, mate!

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Posted by NoUturners 03:44 Archived in Australia Comments (3)

Chapter 5: Hot in the City!

In this story read about Carol's well hidden keys!

sunny 44 °C
View Map: Let's Do summer... on NoUturners's travel map.

So, wir fackeln nicht lange mit einer Eröffnungsansprache. Wir haben euch einen heißen Beitrag versprochen und ihr werdet ihn bekommen. Stürzen wir uns also hinein ins hitzige Abenteuer, denn gleich an unserem zweiten Wochenende wurden hier mehrere Rekorde gebrochen und wir waren live dabei. Verwegen und selbstlos nämlich – um euch eine weitere wilde Geschichte vom anderen Ende der Welt schildern zu können! Bereits am Freitag sagten die Meteorologen für den Samstag Temperaturen von 44 Grad voraus, offiziell im Schatten gemessene bitteschön. Und wir nehmen es vorweg: Es wurden schließlich 43,3 Grad, der heißeste Tag seit 6 Jahren hier in Perth.

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Glücklicherweise hielt sich die Luftfeuchtigkeit jedoch im unteren, sehr moderaten Bereich auf. Somit bereitete zumindest mal das Schnappen nach Luft keine Probleme. Geht man dann auch noch in den Schatten und begibt sich in die Obhut des "Fremantle Doctor" (ihr wisst hoffentlich noch wer das ist, hm?) ist alles nur noch halb so schlimm. Dennoch war nicht zu spaßen, das Motto hieß: Kühlen Kopf bewahren!

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Was macht man in so einem Fall also? Richtig, man macht sich auf zum Beach. Wir wollten diesmal einen anderen ausprobieren, den City Beach. Aber die Busse dahin fahren ausgerechnet am Wochenende in nur sehr großzügigen Abständen und so haben wir kurzerhand spontan (ja, auch ich bin das manchmal) den Plan geändert und sind mit dem nächsten Zug der Fremantle Line erneut zum Cottesloe Beach aufgebrochen. Ihr wisst schon, jener von weißen Killerhaien verseuchte welchige, auf dem wir auch am Wochenende davor schon waren. Ja, es gibt in der Tat komplexere Entscheidungen zu treffen.

Diesmal bekommt ihr Fotos mit veränderten Blickwinkeln, damit ihr euch nicht schon wieder die gleichen Motive ansehen müsst.

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Für alle, die sich jetzt wundern: "Ja, und? Im Wasser wart ihr nicht?" kontern wir spontan: "Geh bitte, na klaro waren wir das!" Es ist halt so, so eine Kamera ist halt auch sehr sehr empfindlich wegen Sand und Wasser und so, also blieb sie im Rucksack zurück und wir haben unbemerkt von euch Stalkern das sehr erfrischende Bad im indischen Ozean genommen! Und ja: Nicht nur bis zu den Oberschenkeln, wie so manche Kritiker nach unserem letzten Strand-Abenteuer behauptet hatten.

Und was machen die örtlichen Strandbesucher so bei knappen 44 Grad? "Ebenso ins Wasser gehen natürlich, du Schlaumeier!", werdet ihr euch nun denken. Ja, das stimmt natürlich, nicht nur zum Schwimmen übrigens, sondern auch zum Kite-Surfen:

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Aber was machen jene, die nicht im Wasser sind? Na? Eben: Rugby und Cricket spielen. Ist ja bitte komplett logisch bei der Hitze!

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Jetzt werden viele sagen, dass das ja ganz nett ist. Strand und so und überhaupt. Aber bitte wer will schon 43,3 Grad? Ja, das können wir verstehen, diese hohen Temperaturen sind definitiv nicht jedermanns Sache. Aber wir können euch beruhigen, das sind selbst hier seltene Ausreißer nach oben. Also bitte, wir können es ja verraten: Zwei Tage später, am Montag hatte es auf 30 Grad abgekühlt. Viel wichtiger, als um die paar Grad auf oder ab zu philosophieren ist: Wir haben hier täglich blauen Himmel! Und das ist wirklich Balsam für die Seele!

Wie auch immer, am frühen Abend fuhren wir wieder zurück in die Stadt, wo der Herr Doktor aus Fremantle nicht mehr ganz so stark wie direkt an der Küste wehte. Also war die nächste logische Frage: "Wie bitteschön schließt man einen solchen Tag würdevoll ab? Und vor allem wo?" Alle Alkoholiker unter euch wissen es so gut wie wir: Bei einem Bier beim Wirt'n natürlich! Denn wir alle wissen schließlich ganz genau, Wasser als Durstlöscher wird völlig überbewertet. Ein Pint "Victoria Bitter" ist da schon viel besser geeignet! Und wo genau? Natürlich beim Wirt'n unseres Vertrauens: The Flying Scotsman!

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(Keine Sorge, wir hatten zwar jeder zwei Bier intus, haben uns aber ausnahmsweise mit Randalen zurückgehalten)

Und weil grad Samstag Abend war, sind wir noch die Beaufort Street entlang geschlendert und haben ein wenig das Nachtleben eingesaugt:

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Und weil man als Enddreißiger (nicht meckern, noch darf ich das schreiben) nach zwei Bier dann doch eher geneigt ist, nicht noch ein drittes zu trinken, bin ich, euer Erzähler, in einen offenbar sehr lange geöffneten Buchladen gewankt (es war bereits nach 22 Uhr) . Ideen sammeln, damit auch der nächste Beitrag wieder locker von der Hand geht.

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Danach sind wir angegessen, angetrunken und ganz schön müde heimwärts gezogen. Am nächsten Morgen dann die offizielle Bestätigung dessen was uns bereits in der Nacht klar war: Wir waren Zeuge eines neuen Rekords. Noch nie in der Geschichte der hiesigen Wetteraufzeichnungen wurde eine so hohe nächtliche Minimaltemperatur gemessen. 29,7 Grad hatte es um 5 Uhr morgens. Noch um 2 Uhr Früh lag sie bei 35 Grad! Das war wirklich eine ganz neue Erfahrung, die auch für uns Hitze liebenden mehr als grenzwertig war. Der Schlaf blieb somit ein sehr unruhiger welchiger.

Um nochmals zum Strand aufzubrechen, waren wir ein wenig zu müde, behäbig, faul ... (nehmt ein Adjektiv eurer Wahl)! Der nahe liegende Hyde Park (unser Jogging-Paradies, ihr wisst noch?) taugt auch als Sonntagsausflugsziel. Es hatte zwar nochmals 41 Grad, dank der sehr trockenen Hitze im luftigen Schatten aber durchaus erträglich. Vor allem wenn man seinen eher weniger anstrengenden Hobbys nachgeht:

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Und wenn die Erwachsenenkamera ausgepackt wird, kommt die Exotik unserer temporären Heimat erst so richtig zur Geltung:

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Des Australiers (und auch "der -in" selbstverständlich) liebste Beschäftigung, wenn er (und auch sie selbstverständlich) nicht grad surfen ist, im Pub sitzt oder im Auto zum nächsten Bottle Shop unterwegs ist, ist was genau? Wer weiß es? Richtig, BBQ im Park! Überall stehen elektrische Münzgriller gratis für jedermann (und auch jedefrau selbstverständlich) zur Verfügung. Da kann es schon passieren, dass man nicht nur Kleinfamilien beim BBQ sieht sondern auch mehrere Großfamilien zusammen. Spielplätze mit kühlenden Wasserbrunnen ergänzen das Erlebnis für Groß und Klein:

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Und ganz besonders der Hyde Park hat es offenbar Profi- und Amateurfotografen gleichermaßen angetan. Es wird jedes erdenkliche Motiv mit allen erdenklichen Protagonisten genutzt, um mehr oder weniger originelle Fotos zu schießen:

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Somit war auch dieser Tag rasch zu Ende. Nein! Noch nicht, ein Kaffee geht immer noch! Obwohl, nicht bloß Kaffee. Genauer gesagt, einer der eisgekühlten Sorte stand ganz oben auf der Wunschliste. Und den bekamen wir dann auch im "Caffissimo", ein wunderbar erfrischendes Cafè, ebenfalls im Ausgehviertel in der Beaufort Street gelegen.

Also Prost und Schlürf!

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Abschließend noch zu einer Geschichte, die sich am Tag nach unserem Strandbesuch ereignet hat. Dazu müsst ihr wissen: Wir haben eine vergitterte und daher luftdurchlässige Außentüre und eine normale Eingangstüre aus Holz. Beide waren noch versperrt, als wir beim Frühstück saßen. Plötzlich rüttelt jemand an der Außentüre, die aufgrund des Gitters ganz besonders unheimliche Geräusche von sich gibt, und versucht aufzusperren. Kurzes Fluchen, kurze Stille, dann eine Stimme: "Hi Carol ... no, I can't find the key ... and the door is locked." Wieder ein Rütteln an der Türe. Wohnen wir schon wochenlang in einer falschen Wohnung und der Eigentümer ist nun retour? Spannung pur. Schließlich öffnete ich beide Türen und trat ins Freie. Und was glaubt ihr wer stand vor unserer Türe und was wollte der mit Carol's Schlüssel ausgerechnet in unserer Wohnung? (And who the fuck was Carol?) Bleibt dran, wir verraten euch das Ende der Geschichte im nächsten Beitrag. Versprochen!

See you later, mate!

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Posted by NoUturners 19:15 Archived in Australia Comments (1)

Chapter 4: Slowly blending in

In this episode read about a large scale police operation!

sunny 35 °C
View Map: Let's Do summer... on NoUturners's travel map.

Welcome back! Nach unseren ersten noch vom Jet Lag berauschten Erzählungen möchten wir euch nun endlich auch Perth, unser Gastgeber für die nächsten Wochen, kurz vorstellen.

Gegründet wurde Perth, die Stadt am Swan River (dessen Mündung übrigens wenige Kilometer südlich in Fremantle liegt) offiziell im Jahre 1856 . Benannt wurde sie auf Wunsch des britischen Kriegs- und Kolonialminister Sir George Murray nach der schottischen Stadt Perth, in der er geboren und gestorben war. "The City of Perth" selbst besteht rein formell nur aus einem sehr kleinen Gebiet, unter anderen das CBD, Northbridge (wo das bereits vorgestellte Chinatown liegt) sowie das Regierungsviertel (das wir euch noch zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen werden). Sie gehört jedoch wie alle Kommunen und Vororte (so wie auch Mount Lawley, wo unsere Wohnung liegt) zur "Perth Metropolitan Region". Diese Region wird dann im allgemeinen Verständnis schlicht als "Perth" bezeichnet und zählt nach letzten Statistiken bereits über 2 Millionen Einwohner. Sie ist somit die viertgrößte Stadt des gesamten Landes (nach Sydney, Melbourne und Brisbane), ist jedoch aufgrund ihrer Lage vom Rest des Landes sehr isoliert. Angeblich ist es die am meisten isolierte Stadt der Welt. Die nächste Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern ist Adelaide und liegt 2104 km Luftlinie weit entfernt.

Perth's Herzstück ist der rieisge King's Park (den wir im Laufe unseres Aufenthaltes noch genauer vorstellen werden), der einen herrlichen Blick auf den Swan River und auf die Skyline bietet. Das kleine aber feine Zentrum nennt sich Central Business District, hat eine wunderschöne Fußgängerzone und ist Sitz großer Firmen, deren Gebäude für das typische Bild der soeben erwähnten Skyline verantwortlich sind. Von der Küste weht regelmäßig ein kühles Lüfterl, der "Fremantle Doctor" (bitte, der heißt wirklich so!) direkt vom indischen Ozean bis in das zehn Kilometer entfernte Stadtzentrum herein was vor allem in den heißen Sommermonaten für etwas Abkühlung sorgt. Die Beschreibung des Klimas haben wir direkt aus Wikipedia übernommen, damit ihr uns auch ja keine individuell geschönte Beschreibung vorwerfen könnt:

Das Klima in Perth ist mild, die Sonne scheint beinahe täglich zwischen zehn und vierzehn Stunden lang. Die Aborigines bezeichnen diesen Ort als "Alunga", was frei übersetzt „Ort mit viel Sonne“ bedeutet. Perth hat trockene und heiße Sommer, die in Küstennähe nachmittags regelmäßig von der steifen Brise des Fremantle Doctor abgekühlt werden. Im Sommer kann es an extrem heißen Tagen bis zu 46 °C werden. Die Winter sind in der Regel mit 17 °C sehr mild, können aber auch bis etwa 1 °C kalt werden.

Und noch was für die "Panorama-Abteilung": Die uns bekanntesten in Perth geborenen Berühmtheiten sind die Schauspieler Heath Ledger, Sam Worthington und Judy Davis. Wikipedia wirft auch eine gewisse "Tamee Harrison, österreichische Popsängerin" aus. Wir haben keine Ahnung wer das sein soll. Wer auch immer von euch sie kennt: Also, sie kommt aus Perth. Wisst ihr das nun auch.

Soweit zur versprochenen, kurzen Vorstellung. Ihr habt euch ein paar Eindrücke von Perth's Zentrum verdient:

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Auch sehr interessant. Die Schlange an der Bushaltestelle ist den britischen Vorfahren unwürdig, erinnert eher an einen südeuropäischen Sauhaufen:

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So, es wird Zeit für eine kleine Geschichte. Passt auf, lest gut mit. Der Forrest Place, jener schon mehrfach vorgestellte Platz, der von Frühling bis Herbst jeden Freitag Abend mit internationalen Essensständen ("Twilight Hawkers Market") und unter der Woche mit kühlenden Wasserspielen aufwartet, ist ein sehr stark frequentierter Platz mit vielen Cafès, einer riesigen Shopping-Mall, Touristen-Läden, daher auch voller Touristen (logo!) und somit auch voller Taschendiebe (auch logo!). Und wir waren da in aller Ruhe auf einen Kaffee.

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Nein, das war noch nicht die Geschichte! Die kommt jetzt: Als wir da gerade gemütlich bei einem Kaffee und einem Cookie saßen, marschierte plötzlich ein Großaufgebot der Polizei direkt an uns vorbei, in deren Mitte ein schmächtiger Mann in Handschellen. Beim Polizeiauto hielten die gefühlten 84 Polizisten in aller Ruhe inne, diskutierten untereinander und durchsuchten den Gefangenen gründlich. Das alles wurde mit einer Ruhe und Gelassenheit durchgeführt, die seinesgleichen suchte. Und irgendwie war das auch sehr beruhigend, denn aufgrund der großen Schar an Einsatzkräften schien es nicht so, als würde irgendwo sonst gerade Polizei gebraucht. Tu Felix Perth!

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Wie auch immer, wirklich klar war nicht, welche große, böse Tat der kleine böse Mann wohl angestellt hatte. Schlussendlich kam er wie alle bösen Männer und Frauen (ganz egal ob klein oder groß) hinten in den "Kofferraum", da wo hier alle in flagranti ertappten bösen Räuber und -innen hin kommen. Und sehr wahrscheinlich hatte er es da drinnen jetzt besser als die Beamten außerhalb. Denn unserer Erfahrung nach war dieser "Kofferraum" so wie fast alles hier ganz sicher klimatisiert.

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Am Tisch neben uns saß eine britische Touristin mit ihrer schon älteren Mutter, die beide die Szene ebenso beobachtet hatten. Und die arme Mama bekam nun von der besorgten Tochter nicht nur eine Lektion in richtiger Handtaschenführung sondern es wurde gleich die ganze Tasche sicherheitshalber einer kompletten Umschichtung unterzogen. Wir nehmen an, um es dem nächsten kleinen, bösen Räuber gleich mal ungleich schwerer zu machen.

Nach diesem aufregenden Abenteuer in der Hitze des Nachmittags (als hätte das Koffein im zugeführten Kaffee nicht ohnehin gereicht) beschlossen wir, heimwärts zu ziehen. Zur Abwechslung mal auf der Beaufort Street, die parallel zu unserer William Street verläuft. Diese macht in zentrumsnähe einen eher heruntergekommenen Eindruck mit vielen leerstehenden Geschäftskokalen, heruntergekommenen Bars und Lokalen und brachliegenden Grundstücken:

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Im Verlauf stadtauswärts geht jedoch alles in eine florierende Wohngegend über, mit schönen alten und stilvolle renovierten Gebäuden, Parks und fantasievoller Straßengestaltung:

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(Fußball wird hier sehr oft gespielt)

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir uns hier täglich wohler fühlen. Wir genießen die moderne und lockere Kaffeehauskultur – eine erfrischende Abwechslung zur geschichtsträchtigen Schwere der Wiener Kaffeehäuser) und nutzen das reichhaltige und unterschiedliche kulinarische Angebot. So mussten wir zum Beispiel auch unbedingt ein authentisches und sehr gefragtes Vietnamesisches Lokal ausprobieren. Ja, also sagen wir mal so: Wir probieren dann beim nächsten Mal was anderes aus.

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Was es erst gar nicht auf unsere Wunschliste geschafft hat, ist das erst kürzlich von Jamie Oliver eröffnete und nach ihm benannte Restaurant im Zentrum, welches aufgrund seiner Popularität regelmäßig einen meterlangen Stau auf dem Gehsteig davor verursacht. Wer jetzt jedoch glaubt, wir dinieren täglich auswärts, der irrt. Daheim schmeckt's dann doch am besten ... na ja ... oder zumindest auch nicht so schlecht:

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Ach ja, wir haben sogar ein Arthouse-Kino in unserer Nähe entdeckt, (Ja, lieber Schwiegerbruder, die spielen auch ausländische Filme mit Untertitel!): Das Cinema Paradiso. Wir widmen diese Entdeckung somit allen Fans des gleichnamigen Lichtspielhauses in St. Pöltens Zentrum (obwohl das ja wiederum kein Arthouse-Kino ist). Und da Kino-Tickets in Australien eher im noblen Preissegment angesiedelt sind, nutzen wir nun jeden Dienstag den sogenannten "Cheap Day" aus. Da kosten die Tickets nur noch um die 10 Dollar, was umgerechnet in etwa 6 Euro entspricht (Normalpreis sind um die 17 Dollar, also grobe 11 Euro). Und beim ersten Test haben wir gleich ein Meisterwerk erwischt. Meryl Streep als Alko-Fix in "August: Osage County" (eine Woche später haben wir das wiederholt und mit mit "Philomena" eine weitere Perle entdeckt).

Und auch auf unseren Jogging-Einheiten fühlen wir uns immer mehr wie zuhause. Derzeit schaffen wir es im Schnitt jeden zweiten Tag, unsere Runden im schon lieb gewonnenen Hyde Park zu drehen. Nicht nur die exotischen Vögel rund um uns sind uns daher bereits ans Herz gewachsen, auch die Gesichter der Läufer-Community werden uns immer vertrauter. Well, we are slowly blending in ...

Somit entlassen wir euch auch schon wieder. All jene, die auch weiterhin an unseren Erzählungen interessiert sind, möchten wir bereits vorwarnen! Im nächsten Bericht geht es heiß her!

See you later, mate!

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Posted by NoUturners 08:23 Archived in Australia Comments (5)

Chapter 3: The Beach

In this episode read about an encounter with a Great White!

sunny 39 °C
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Mit einem herzlichen "Good day" melden wir uns wieder bei euch, unserer treuen Leserschaft! Wir sind zurück und ihr kommt gerade rechtzeitig zu unserem ersten Ausflug an den wohl populärsten der 19 verschiedenen weißen Sandstrände, die Perth und Umgebung zu bieten hat, den Cottesloe Beach. Beliebt bei jungen Draufgängern, Familien und Pensionisten, Surfern und Sandburgenbauern, Touristen und Einheimischen gleichermaßen, findet man ausreichend Platz direkt am Strand, auf Wiesen dahinter, in der prallen Sonne oder im Schatten. Der Wind, generell typisch für Perth selbst, weht selbstverständlich auch hier und sorgt daher gerade in den Sommermonaten für Abkühlung sowie für gute Wellen für alle Surfer. Lokale, Pubs, Eis-Salons und diverse Unterkünfte sorgen für ein authentisches Bild und machen trotz der Menschenmassen nur einen wenig kommerziellen Eindruck.

Den Vorort Cottesloe und seinen gleichnamigen Strand erreicht man recht schnell mit der Fremantle Line, eine der fünf Zuglinien die Perth und deren Vororte versorgen (dazu kommen noch gefühlte 100 Buslinien, die Perth und seine Vororte perfekt vernetzen). Selbstverständlich sind alle Öffis genauso wie alles andere hier, das sich nicht im Freien befindet, klimatisiert – größtenteils an der Kippe zum Erträglichen. Obwohl wir tatsächlich direkt vor der Haustür eine Busstation haben, ziehen wir es immer vor, den Weg zum Zentrum oder in diesem Fall zum Bahnhof (der mehr oder weniger im Zentrum liegt), zu Fuß zurückzulegen. Dauer: in etwa 30 Minuten.

Und eben diesen Weg möchten wir euch nun gerne vorstellen, damit ihr wisst wie es denn so aussieht, wenn wir die Wohnungstür hinter uns ins Schloss fallen lassen. Alle Straßen, also auch die Seitenstraßen sind breit angelegt, Platz haben sie hier mehr als ausreichend.

Daher gleich mal bei uns ums Eck, ein Blick in ein paar "kleine" Seitenstraßen:

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(Stimmt, keine Seitenstraße, sondern die William Street mit Blick auf die Skyline )

Ein guter und bunt zusammengestellter Einblick in das typische Stadtbild am Weg von Mount Lawley ins Zentrum:

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Chinatown liegt auf halbem Weg. Eigentlich müsste dieses Viertel "Asiatown" heißen. Es gibt hier nämlich nicht nur chinesische sondern unzählige (wirklich verdammt viele, "uuure" viele könnte man sagen) andere Restaurants wie vietnamesische, thailändische, japanische, indische, koreanische, indonesische und viele mehr:

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Immer noch sichtbar, weihnachtsgeschmückte Straßenzüge:

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Und schließlich schon mehr oder weniger im Zentrum, Eindrücke rund um den Bahnhof, die Wellington Station:

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Ui, wir hören euch schon jammern wegen der langweiligen Fotos. Und das sieht alles so heiß aus. Und ihr wollt zum Strand und Abkühlung im frischen indischen Ozean. Und wisst ihr was? Ihr habt absolut recht. Also rein in den auf gefühlte -10 Grad runtergekühlten Zug Richtung Fremantle. Unser Stopp? Cottesloe, richtig! Habt ihr gut aufgepasst. Fahrzeit: 20 Minuten.

Die Temperatur lag bei milden 39 Grad, daher war die Wasserzufuhr wichtig.

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So ein paar kräftige Schlucke (Schlücke? Schlucks? Wos was i) des hiesigen Wassers lässt Kindheitserinnerungen im Freibad wieder aufflackern: Chlor-Zusatz: Frage nicht! Man sieht also, rein geschmacklich ist es nicht weit vom Ottakringer Bad nach Perth Ja, ich schweife schon wieder ab. Also: Willkommen am Cottesloe Beach!

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(Ein Stück näher zur Tiefenentschleunigung!)

Es war viel los, aber wer schon mal an der Adria oder von mir aus auch am Neusiedlersee war, der kann nur milde lächeln. Das hier ist das absolute Maximum (im Jänner sind immerhin die großen Schulferien) und dieses hält sich wahrlich in Grenzen:

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Also die Zehen nur kurz in den feinen weißen Sand gesteckt und gleich hinein ins türkise und vor allem ausreichend kalte Nass!

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Auch wenn in den letzten Wochen immer wieder die Meldungen über Attacken von Weißen Haien vor allem auf Surfer die Runde machte, es war weit und breit kein Weißer Hai zu sehen. Die Lifeguards hatten deshalb und auch sonst recht wenig zu tun.

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Aber dann kam er doch noch aus den Tiefen des indischen Ozeans hervor, der große Weiße. Nur gefährlich sah der nicht wirklich aus (was auch die Reaktion der anwesenden Badegäste bestätigte), eher ein wenig orientierungslos und behäbig, schien uns.

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Also nichts wirklich Aufregendes passiert und somit konnten wir uns auch schön langsam wieder auf den Heimweg machen. Zurück Richtung Tiefkühltruhe, also auf zum Zug nach Perth. Zum Bahnhof ging es wieder vorbei an verschiedenen Villen und einem Golfplatz (für alle Golfer unter euch: Nur neun Loch, also eigentlich nur was für Lulus).

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Wieder zurück im Zentrum, am Forrest Place, suchten nicht nur die Kinder an den Wasserspielen Abkühlung ...

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... sondern auch wir im Pub. Prost! Auf der Videowall lief übrigens Rugby, der australische Nationalsport für alle echten Männer (was die hier aber "Australian Football" nennen und mit leicht modifizierten Rugby-Regeln spielen). Wer das unsägliche Cricket schaut weiß ich nicht, ist aber genauso populär hier.

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Schließlich schloss sich der Kreis und bei fortgeschrittener Dämmerung torkelten wir die William Street diesmal stadtauswärts und bergauf entlang, wieder unserem mittlerweile trauten Heim entgegen. Dabei ein erster Versuch, die Skyline auch nächtens mit einem Schnappschuss einzufangen:

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Wer uns nach diesem Report direkt vom indischen Ozean immer noch die Treue hält, dem können wir in der nächsten Folge etwas mehr über die Stadt Perth, ein wenig über unseren Alltag aber vor allem über wilde Geschichten der hiesigen Verbrecherjagd berichten.

See you later, mate!

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Posted by NoUturners 08:58 Archived in Australia Comments (4)

Chapter 2: New Home – New Castle

In this episode read about the Flying Scotsman!

sunny 30 °C
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Wie versprochen melden wir uns mit der Fortsetzung unserer verwegenen Reise ans andere Ende der Welt wieder. Ihr erinnert euch noch an den arabischen Taxilenker und Hobby-Historiker mit Spezialgebiet Österreich-Ungarn? Ja, genau der. Eben jener ließ uns ja am Ende der letzten Folge an der Adresse 583, William Street in Perths Vorort Mount Lawley in der wunderschön dämmrigen Abendsonne aus seinem Wagen steigen.

Mount Lawley ist eine sehr ruhig gelegene Wohngegend, geschätzte 30 Minuten zu Fuß oder nur wenige Minuten mit dem Bus zum CBD (Central Business District, also die Innenstadt quasi) entfernt. Die für Australiens Vororte so typischen, sehr großzügig angelegten Straßen mit vielen Einfamilienhäusern oder niedrig gebauten Wohnanlagen ergeben ein sehr offenes und weitläufiges Stadtbild. Die für die nächsten Wochen von uns beheimatete Wohnanlage selbst liegt in angenehm schattiger Lage.

Vorder- und somit Straßenseite:

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Rückseite, wo die Eingänge zu den Wohnungen sind:

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Die Wohnung selbst ist sehr gemütlich und ausreichend groß für 2 Personen, die Nachbarschaft ist sehr ruhig:

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But first things first! "Wo ist das nächste Pub?" war die entscheidende Frage. Kaum hatten wir also die Wohnung betreten, schlugen wir hinter eben jener und auch uns die Tür auch schon wieder zu. Angeblich geht man in Australien nämlich nicht ins Bett, ohne davor zumindest ein Bier geleert zu haben. Und siehe da, nur 5 Gehminuten entfernt, auf der Beaufort Street, gibt es ein pulsierendes Ausgehviertel. Als hätten wir soeben wochenlang die Wüste durchquert, krachten wir unerbittlich ins erste Pub, das sich uns in den Weg stellte: "The Flying Scotsman". Na bitte, da konnte ja so gar nichts mehr schief gehen. Es wurde je ein Pint Victoria Bitter, welches uns die nette Bardame als heutiges Angebot empfahl, bestellt. Ohne Kamera sondern nur mit Smartphone bewaffnet, spiegelt das mit minderer Qualität geschossene Foto immerhin unseren Erschöpfungszustand realistisch wieder. Cheers, mate!!!

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Und dann wurden wir noch Zeuge, wie man hier mit dem Nichtraucherschutz umgeht – da wo er wirklich etwas zählt (und die "Wirtn" davon komischerweise gar nicht zugrunde gehen): Sogar im Außenbereich eines Lokals gibt es eine Zone, innerhalb derer nicht geraucht werden darf. Und darauf wird man dann auch freundlich aber bestimmt hingewiesen, sollte man das nicht einhalten.

Wieder zurück fielen wir erschöpft ins Bett und ... schliefen sofort ein ... Haha, wer's glaubt! Wir lagen bis 6 Uhr Früh wach. "What the fuck?!" Des Rätsels ganz überraschende Lösung: Jet Lag! Eh wurscht, haben wir uns am folgenden Tag halt erst gegen 13 Uhr "voller Elan" aus dem Bett geschwungen. Sehr super. Vorteil: In solch einem Zustand ist schon alleine das Überqueren einer Straße pures Abenteuer. Bedenkt man, dass hier Linksverkehr herrscht, war unser ferngesteuerter Spaziergang ins Zentrum an Verwegenheit kaum zu überbieten. Vor allem hatten wir ein paar Besorgungen zu erledigen, aber wir wollten auch ein bisschen herumschlendern (in unserem Fall auch "herumstolpern"). Im Zentrum angekommen, stießen wir auf ein kleines Straßenfest mit Essensständen aus aller Welt und Live-Musik. Vergleichbar mit dem Rathausplatz in Wien, nur etwas kleiner.

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Das konnten wir uns nicht entgehen lassen. Der Idee des Straßensnacks folgend, haben wir uns von jeder Etikette befreit und sabbernd und schmatzend die spanischen und kolumbianischen Leckererein zu uns genommen:

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Ach ja, was durfte nicht fehlen? Richtig, ein "echter" Weihnachtsbaum!

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Abends wurde unsere Küche eingeweiht. In Australien sind Lebensmittel nicht gerade billig, aber wenn man gut genug sucht, findet man durchaus günstige Angebote. Und ganz bestimmte Lebensmittel bekommst du zumindest hier in Western Australia sogar noch viel billiger als daheim. 500 Gramm Faschiertes vom Rind um 3 australische Dollar (derzeit in etwa 2 Euro) oder zwei schön dicke, kräftige Steaks um 4 Dollar. Und sehr viel Obst kommt auch direkt aus Western Australia und schmeckt auch so. Die Mangos zum Beispiel stehen im Geschmack jenen beim Straßentandler in Peru um nichts nach.

Am Heimweg haben wir am nächsten Eck, eine Minute von unserer Wohnung entfernt, die Quelle des Lebens entdeckt: Einen "Bottle Shop" oder auch "Liquor Store" genannt, welcher eine Lizenz für den Verkauf von alkoholischen Getränken aller Art besitzt. Supermärkte selbst dürfen nämlich keinen Alkohol verkaufen. Gut für uns also, dass der nächste Bottle Shop näher als der nächste Supermarkt liegt!

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Schon wieder den Faden verloren. Also, husch, husch hinter den Herd mit eurem Geschichtenerzähler (wenn der Taxler wüsste, dass der Boss selbst kochen muss):

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Wenn wir schon bei kulinarischen Themen gelandet sind, eine kurze Zwischenfrage an unsere Leserschaft (ein bisserl was zum Mitraten, damit ihr uns da nicht wegschnarcht beim Lesen). Kennt jemand Ambrosia-Käse? Wird hier als Österreich-Produkt angeboten.

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(Offenbar darf der auch eine Woche nach Ablaufdatum verkauft werden, wahrscheinlich wird er dann würziger. Wir leben jedenfalls noch!)

Was uns immer noch in den Knochen steckte war der stur verharrende Jet Lag. Ein guter Zeitpunkt, unser geplantes Fitness-Programm zu starten und unsere Knochen von der Müdigkeit zu befreien. Gleich ums Eck, keine 5 Minuten entfernt, fanden wir schließlich unser Laufparadies, den "Hyde Park", laut offizieller Plakette 1897 eröffnet. Deutlich kleiner als sein Namensvetter aus London, aber dafür umso exotischer. "Laufen unter Palmen" hieß also ab sofort unser Motto, was auch untertags gut machbar ist, da der größte Teil im Schatten liegt und meistens ein kleines Lüfterl weht.

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Ein wichtiger Schritt am Weg zur absoluten Tiefenentschleunigung (gebt uns noch ein bisserl Zeit):

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(Carscht, die coolen Gläser sind deine! Remember Vienna 2013?)

Wie auch immer, begleitet wird man auf seinen Runden um die beiden zentral im Park angelegten Teiche vom Geschnatter und Gezwitscher exotischer und bereits lieb gewonnener Vögel wie Australian White Ibes, Loris, Ringnecks, Little Corellas, der "Jammerkrähe" (die kräht nicht, die jammert! wir wissen noch immer nicht wie die wirklich heißt) und dem "King of all Birds", dem Kookaburra! Ein ähnlich faszinierendes Hörspiel erleben wir übrigens auch jeden Morgen beim Aufwachen! Genuss pur!

Somit wie gewünscht (liebe Grüße an dieser Stelle an Kraus jun. jun.) die ersten Fotos der hiesigen urbanen Fauna (Känguruhs sind uns noch keine über den Weg gesprungen):

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(Australian White Ibes)

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(Little Corellas)

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(Auch meinen Liebling, die ganz normale Ente, gibt's hier)

Das Wetter ist bisher so wie erwartet während des Tages warm (25-30 Grad) und abends angenehm kühl, auch weil immer ein leichtes Lüfterl die Stadt durchweht. Übrigens, die Sonne steht hier (also südlich des Äquators) im Norden und nicht im Süden am höchsten. "Eh klar", werdet ihr jetzt sagen, "ihr Neunmalklugen, wissen wir". Ja, recht habt ihr. Dann brauchen wir euch wohl auch nicht darüber zu informieren, dass wir jeden Abend das Kreuz des Südens über uns bestaunen können, das auf uns beide immer noch eine sehr starke Faszination ausübt.

Abschließend noch eine Info für alle, die mit Margit schon geskypt haben. Vorher werden immer die Nägel lackiert, die Telefonposition sieht danach in etwa so aus:

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Damit verlassen wir euch auch schon wieder, diesmal mit dem Versprechen, euch in der nächsten Episode mit langweiliger Berichterstattung rund um unseren Fußweg ins kleine aber feine Zentrum von Perth zu beglücken. Und wer wissen möchte, ob wir bei unserem ersten Ausflug zu einem der 19 verschiedenen Strände, die Perth zu bieten hat, von einem großen weißen Hai attackiert worden sind, der schaut auch beim nächsten Mal wieder vorbei!

See you later mate!

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Posted by NoUturners 07:20 Archived in Australia Comments (8)

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